Ungerechte Flächenförderung

Markus Ferber (von links) EU-Kommissar Phil Hogan, Georg Mair (Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern) Alfons Zeller (Präsident der Bayerische Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen) und Michael Hinterstoißer (Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern).

Allgäu / Straßburg – Auf Vermittlung des Schwäbischen CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber besuchten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Bayerische Bergbauern den neuen EU-Agrarkommissar Phil Hogan in Straßburg. Wesentliche Inhalte des Gesprächs waren aktuelle Förderregelungen und die Problematik „große Beutegreifer“.

In seiner Einführung unterstrich Markus Ferber die Bedeutung der Bergbauern für die Kulturlandschaft in Bayern und Europa. „Sie tragen im Besonderen zum Erhalt der Artenvielfalt und der Biodiversität bei, und von ihrer Leistung profitiert unsere ganze Gesellschaft.“ ArGe-Präsident Alfons Zeller und Georg Mair, Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, informierten den Kommissar über die „ungerechte Flächenförderung“ für Bayerns Bauern bei landwirtschaftlichen Flächen und Almen in Österreich. Durch das seit 2015 gültige Territorialprinzip entstünden eklatante Nachteile für die bayerischen Bauern. Weiter baten die Bergbauern den Kommissar auch darum, die Degression von 25 Prozent bei der Ausgleichszulage bei über 100 Hektar bei Alm/Alpgenossenschaften zu beseitigen.

Mit Sorge betrachteten die Bergbauern die gesellschaftliche positive Einstellung zu den großen Beutegreifern, lenkten Zeller und Mair den Blick auf eine aktuelle Entwicklung: die mögliche Zuwanderung von Raubieren wie Bär und Wolf. Eine Weidewirtschaft in Berggebieten mit Wölfen könne nicht funktionieren. Wölfe auf Alp- und Almgebieten hätten enorme Strukturveränderungen zur Folge, gaben die beiden zu bedenken. Kommissar Hogan wurde vermittelt, dass der Freiweidebereich mit extensiver Bewirtschaftung durch Raubtiere akut gefährdet werde.

Der schwäbische BBV-Präsident Alfred Enderle trug das Thema europäische Nitratrichtlinie vor, die für Grünlandstandorte und vor allem kleinere Bergbauernbetriebe weder finanzierbar noch praktisch sinnvoll sei.

Phil Hogan sagte zu, sich gemeinsam mit Markus Ferber um einen Termin beim zuständigen EU-Umweltkommissars Karmenu Vella zu bemühen, um das Problem dort persönlich anzubringen. Auch das angedachte Verbot von Anbindehaltung bei Kühen, die Qualitätsbezeichnung „Produkt vom Berg“ und deren Markenschutz waren weiteren Themen des Gesprächs in Straßburg. Europaabgeordneter Markus Ferber, der die Diskussion begleitete, bewegte den Kommissar dazu, der ArGe-Bergbauern zu ihren Anliegen eine schriftliche Antwort zukommen zu lassen. „Darauf aufbauend ist dann sicher eine weitere Diskussion notwendig“, so Ferber. Für ihn, Ferber, sei es jedenfalls ein Erfolg, dass die Bayerische Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen dem neuen Kommissar Phil Hogan persönlich ihre Anliegen habe vorbringen können.

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