Neuwahlen bei "Oberstdorf aktiv"

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Die neue Vorsitzende von „Oberstdorf aktiv“, Evelyn Högerle (2. von rechts), mit ihrer Stellvertreterin Maren Niederacher (2. von links), sowie Schriftführer Martin Fackler (links) und Kassier Markus Kober (rechts).

Zwei Frauen stehen an der Spitze des Gewerbeverbandes Oberstdorf aktiv: Die jüngste Mitgliederversammlung wählte Evelyn Högerle zur neuen Ersten Vorsitzenden des Einzelhandelsverbandes; Maren Niederacher ist neue Stellvertreterin.

Die Themenschwerpunkte werden die neue Vorstandschaft wie die alte beschäftigen: Verkaufsoffene Sonntage und Gewinnung weiterer Mitgliedsunternehmen, um den Verband „Oberstdorf ativ“ weiter zu stärken.

Gerd Engelmann, der „Oberstdorf aktiv“ in den vergangenen acht Jahren geführt hatte, stand nicht mehr für eine weitere Wiederwahl zur Verfügung. Es habe ihm „viel Spaß gemacht“ für den Verein zu arbeiten und die Interessen des Einzelhandels und des Gewerbes in Oberstdorf zu vertreten. Zuletzt hatte den 78-Jährigen vor allem das Thema Verkaufsoffene Sonntage beschäftigt, sowie die Diskussion über die Kritik seitens der Gewerkschaft ver.di und der „Allianz für den freien Sonntag“. Oberstdorf ist die einzige Kommune der Region, die die zulässigen vier Verkaufsoffenen Sonntage pro Jahr voll ausschöpft.

Diese Debatte will die neue Vorstandschaft, zu der auch der wiedergewählte Kassier Markus Kober und Schriftführer Martin Fackler gehören, fortsetzen. Eine spontane Stimmungsabfrage in der Runde der knapp 30 vertretenen Mitgliedsbetriebe zeigte jedoch kein einheitliches Bild: etwa die Häfte der Vertreter sprach sich für die Beibehaltung von vier Sonntagen aus, die andere Hälfte hielt zwei Verkaufsoffene Sonntage für ausreichend.

Gut laufe das „Geschäft“ mit den Gutscheinen des Verbandes, stellte Kassier Markus Kober in seinem Bericht fest. Von mehr als 5400 ausgegebenen Gutscheinen seien fast 4000 eingelöst worden. Kober: „Das ist Geld, das in unseren Geschäften bleibt.“ Ein Geschäft, das noch ausbaufähig sei, so der Kassier. Das Projekt eines gemeinsamen Online-Shops sei gut angelaufen, ergänzte Ortsmanager Martin Eulgem. Der eigentliche Handel findet dabei jedoch nach wie vor im anbietenden Geschäft statt und nicht über die Plattform eines virtuellen Geschäftes. Und was die Effekte der Verkaufsoffenen Sonntage angehe, sei die „Reichweite“ nicht zu unterschätzen: 50 Prozent der Kunden und Besucher kommen aus der Region, also nicht allein aus Oberstdorf. Eulgen zieht die Grenze des Einzugsbereiches bei Kempten. Er rät, auf der bewährten Schiene weiterzumachen.

Peter Schöttl, Vorstand der Nebelhornbahn AG, skizzierte die Überlegungen und Pläne zum Neubau der Nebelhornbahn. An der Trasse werde sich den aktuellen Planungen zufolge nicht viel ändern. Spürbar besser soll mit der zukünftigen Bahn allerdings die Beförderungsleistung werden. Statt bislang rund 600 Personen pro Stunde auf den Berg zu bringen, werde die neue Bahn 1 200 Personen „schaffen“. Das große Manko der Bahn, die derzeit langen Wartezeiten vor allem an der Talstation, seien dann passé, so Schöttl. Und bequemer werde die Fahrt mit den neuen 10er-Kabinen auch: der Umstieg in der Station Seelalpe wird entfallen, weil die neue 2-Seil-Umlaufbahn einen Aus- oder Einstieg im laufenden Betrieb ermöglicht. An der Gesamtkapazität werde sich allerdings nichts ändern. Derzeit befördert die alte Nebelhornbahn rund eine halbe Million Menschen pro Jahr Richtung Nebelhorn – etwa 320 000 im Sommer und etwa 180 000 im Winter.

Als „Startschuss“ für das Projekt Neubau macht Peter Schöttl die Kapitalerhöhung der Nebelhornbahn AG aus. Dadurch sollen die Anteile der großen Aktionäre auf einen Wert von weniger als jeweils 25 Prozent gedrückt werden. Das wiederum ist Voraussetzung, um in den Genuss der staatlichen Förderung für Seilbahnbauten zu kommen. Baubeginn könnte schon im kommenden Jahr sein. Schöttl: „Alles was mit der Förderung zu tun hat, muss im kommenden Jahr über die Bühne gehen.“

Josef Gutsmiedl

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