Mangelware Seniorenwohnungen

Gewerkschaft IG Bau fordert Offensive für altersgerechten Wohnraum

Barreirefreie Dusche
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Der Anteil der „Generation U65“ wachse weiter: Es drohe auch im Oberallgäu ein Mangel an seniorengerechten Wohnungen, befürchtet die IG Bau.

Oberallgäu – Die Gewerkschaft IG Bau warnt vor einem drohenden Mangel an Seniorenwohnungen: Die Generation Ü65 wachse im Landkreis Oberallgäu bis zum Jahr 2035 um 36 Prozent!

Immer mehr Senioren – aber auch genug altersgerechter Wohnraum? Im Landkreis Oberallgäu könnte die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind, bis zum Jahr 2035 auf 47.500 anwachsen – das sind 36 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Bevölkerung läge dann bei 30 Prozent (2017: 23 Prozent). Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Demografie-Prognose des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft – und fordert mehr Anstrengungen bei der Schaffung seniorengerechter Wohnungen: „Lift statt Treppe, breitere Türen für Rollator und Rollstuhl, barrierefreie Duschen – nur ein kleiner Teil der Wohnungen im Landkreis ist für die rasant wachsende Generation Ü65 geeignet. Das muss sich ändern“, sagt Michael Jäger. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Schwaben spricht von einer „demografischen Notwendigkeit“. Es müssten nicht nur zusätzliche Seniorenwohnungen neu gebaut werden. Auch bei der altersgerechten Sanierung bestehender Wohnungen sei der Nachholbedarf groß. „Wenn die Rentner-Generation nicht stärker berücksichtigt wird, droht vielerorts schon in einigen Jahren eine graue Wohnungsnot“, betont Jäger. Dieses Problem werde bereits jetzt durch die Corona-Pandemie verschärft, weil gerade ältere Menschen einen Großteil des Tages zuhause verbringen müssten.

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) biete mit ihrem Programm „Altersgerecht Umbauen“ zwar Zuschüsse und Kredite. Das Fördervolumen von 150 Millionen Euro in diesem Jahr reiche aber nicht aus, kritisiert die IG Bau. Der Bund müsse die Förderung mindestens verdoppeln, um das Senioren-Wohnen voranzubringen.

Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus: Laut Haushaltsplan stehen für die altersgerechten Sanierung im nächsten Jahr nur noch 130 Millionen Euro zur Verfügung. Am Ende stehe die Lebensqualität Tausender Menschen im Kreis Oberallgäu auf dem Spiel. „Es kann nicht sein, dass ein Rentner nur deshalb ins teure Pflegeheim muss, weil eine ambulante Betreuung an der seniorengerechten Ausstattung der eigenen Wohnung scheitert“, macht Jäger deutlich.

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