Leuchtturm Nebelhorn: Neues Restaurant und spektakulärer "Nordwandsteig"

Nebelhorn: Höchstes Bergerlebnis am Gipfel

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Das neue Gipfelrestaurant Nebelhorn schmiegt sich um den Gipfel, auf dem jetzt ein neues Kreuz zu sehen ist.

Oberstdorf – Neu inszeniert wird das Nebelhorn im Oberallgäu: Pünktlich zum Auftakt der Wintersaison geht die neue Gipfelstation auf 2224 m Höhe mit zweigeschossigem Panoramarestaurant am Gipfel und einem neu angelegten „Nordwandsteig“, der ein spektakuläres Bergerlebnis bietet, in Betrieb.

„Die Mühe hat sich gelohnt. Das neue Nebelhorn sucht Seinesgleichen“, bringt Peter Schöttl, Vorstand der Nebelhornbahn-AG den jüngsten Wurf des Unternehmens auf den Punkt. Die Bergbahn führt jetzt direkt zum Gipfel. Vom Restaurant und dem neuen Nordwandsteig eröffne sich ein Panorama, das selbst den Blick von der Zugspitze übertreffe, schwärmt Schöttl.

Die Gastronomie auf dem Nebelhorn war „in die Jahre gekommen“ und entsprach längst nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen. Zu klein, zu verwinkelt, mit überholtem derbem Hütten-Flair. „Höchste Zeit, das nicht mehr ganz so charmante Ambiente zu überholen“, ergänzt Augustin Kröll, der Geschäftsführer der Bergbahnen Oberstdorf/Kleinwalsertal. Viele Überlegungen habe es gegeben, so Kröll weiter, das Nebelhorn aufzumöbeln. Schließlich wurde von zehn Varianten diejenige verfolgt, die der angepeilten Symbiose von attraktivem Gebäude und attraktivem Bergerlebnis zu erfüllen versprach. „Nicht zuletzt sollte der eigentliche Gipfel mit dem Gipfelkreuz wieder zur Geltung kommen.“ Für das Bergerlebnis auf 2224 Meter Höhe steht der neue „Nordwandsteig“, der auf der Terrasse der Gipfelstation beginnt und höhengleich um den Nebelhorn-Gipfel führt – der für jedermann erreichbare spektakuläre Blick in die 500 Meter tief fast senkrecht abfallende Nordwand eingeschlossen. „Das ist schon mehr als nur auf dem Gipfel zu stehen“, beschreibt Peter Schöttl den Reiz des 100 Meter langen Stegs, der sich elegant über der Nordwand an die Felswand schmiegt. Wie das neue Gipfelgebäude eröffne der Steg die Bergwelt, ohne in die Landschaft einzugreifen und weithin sichtbar zu sein. „Damit sind wir im alpinen Raum ganz vorne mit dabei.“

Das neue Ganzjahresangebot mit verbesserter und erweiterter Gastronomie wendet sich an alle Gäste, mithin auch an Besucher ohne alpine Erfahrung. Rund 300 Außensitzplätze auf den Terrassenflächen und 82 Sitzplätze im Gipfelrestaurant stehen jetzt zur Verfügung.

Richtig „Vollgas“ gegeben wurde bei der Runderneuerung des Nebelhorns: Von April bis Anfang Dezember gab es kaum eine ruhige Minute. Immer wieder holten Schlechtwetterphasen die Teams der Baufirmen ein, etwa Mitte Juni, als Beton­arbeiten wegen Schnee und Eis nicht mehr möglich waren. Dennoch gelang es, die Baustelle pünktlich vor Saisonbeginn abzuschließen.

Von einer „tollen Baustelle“ spricht nicht zuletzt Architekt Hermann Haufmann. Sein Entwurf habe den Gipfel „von alten Sünden befreit“, indem er sich der Vorgabe ein Gipfelerlebnis zu inszenieren, verschrieben habe. „Wir haben das Gebäude mit der Bergwelt verbunden.“ Auch wenn es letztlich wohl ein Zufall gewesen sei, der Weg aus dem Toilettenbereich zurück auf die Restaurant-Terrasse führe direkt auf den markanten Gipfel des Hochvogels zu, lenkt Kaufmann den Blick auf ein Detail des neuen Bergerlebnisses. Mit massivem Eschenholz im Innenausbau habe man keine Kulisse geschaffen, sondern ein authentisches Gebäude gestaltet. Unterm Strich sei es gelungen, „fast alles unter einen Hut zu bringen“

Neues Gipfelrestaurant am Nebelhorn

Josef Gutsmiedl

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