Kulturpreis für Oberallgäuer Nachwuchsbands und das RainBow

Jung, modern und verwurzelt -Oberallgäuer Kulturpreis geht an Bands aus Durach und Waltenhofen

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Grenzenloser Jubel bei „Grenzen|Los für immer“ als Landrat Anton Klotz (von links) den Oberallgäuer Kulturpreis 2016 an Martin Kaun, Martin Thannheimer, Marco Oppeld und Johannes Oswald überreichte.

Oberallgäu – Der Oberallgäuer Kulturpreis, der wechselweise in den Kategorien Musik, Literatur, darstellende und bildende Kunst, Denkmalpflege, sowie Heimat- und Brauchtumspflege jährlich ausgelobt wird, soll die kulturelle Vielfalt und Bandbreite im Landkreis fördern.

In der Sparte „Musik jung/modern“ kamen diesmal zwei Jugendbands aus der Region zum Zuge: „Grenzen|Los für immer“ aus Waltenhofen und „Die mit der Couch“ aus Durach.

„Nach Meinung der Jury haben Sie sich besondere Verdienste um das Allgäu im Bereich der Musik erworben“, brachte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz in seiner Laudatio die Basis der Auszeichnung durch den Landkreis auf den Punkt. Als aktive Musiker hätten die Preisträger bereits in jungen Jahren das Musizieren begonnen, was an sich schon eine „große Herausforderung“ sei; da müsse man oftmals gegen den Strom schwimmen, in einer Welt, in der buchstäblich alles, auch jede Art von Musik, auf Knopfdruck zu haben sei. „Schon das ist eine besondere und anerkennenswerte Leistung“, unterstrich Klotz.

Musizieren sei ohnehin eine wesentliche Art der Persönlichkeitsbildung und könne ein „persönlicher Schatz“ sein, betonte der Landrat in seiner Laudatio. Musik und Musizieren und führe die unterschiedlichsten Menschen zusammen. „Musik vermag Brücken zu bauen, zwischen Menschen und Kulturen“, sagte Klotz.

Viele Worte machten die Preisträger bei der Feierstunde im Jugendhaus Rainbow nicht. Sie machten Musik – ihre Musik.

Seit drei Jahren spielen Priska Dorn, Tobias Dorn, Daniel Furch, Tobias Haak aus Durach und Doreen Brunner aus Betzigau gemeinsam in der Band „Die mit der Couch“. Sie interpretieren verschiedenste Lieder mit „klassischen“ Allgäuer Instrumenten wie Hackbrett, Akkordeon und Handflöte auf ihre ganz eigene Weise und diese erhalten durch ungewohnten Unplugged-Sound und mehrstimmigen Gesang ihre eigene Note. Nach und nach bringen sie auch eigene Lieder in ihr Programm ein, die in Stil, Klang und Arrangement genauso vielfältig ausfallen. Sie treten bei den verschiedensten Anlässen wie etwa bei Benefizkonzerten, Schulabschlussfeiern und Gottesdiensten auf.

Im Februar/März 2013 fanden sich nach und nach Martin Kaun, Marco Oppeld, Martin Thannheimer aus Waltenhofen und Johannes Oswald aus Dietmannsried und gründeten die Band „Grenzen|Los für immer“ und komponierten gleich die ersten Lieder. Bereits im selben Jahr erschien die erste Demo-CD unter dem Namen „Irgendwann – Die ersten Hundert“, die noch mit dem PC im Dachboden aufgenommen wurde. Die zweite Demo-EP „Ganz nach Oben“ wurde schon im Jahr 2014 als „Low Budget“ Produktion im Studio aufgenommen. Im Winter 2015 entstand ihr erstes richtiges Debutalbum. Die Band spielte bereits auf mehreren Konzerten und auch auf Charity-Veranstaltungen wie „Memmingen gegen Rechts“ und „Rock 4 Kids“ in Kassel. Im November 2015 gewannen sie den „1. Allgäuer Band Contest“.

Eine ganz besondere Einrichtung ist schließlich das Jugendhaus RainBow in Immenstadt. Seit mehr als 30 Jahren fördert, begleitet und unterstützt das Jugendhaus Nachwuchsbands und junge Musikerinnen und Musiker. Drei Probekeller stehen den Bands kostenlos zur Verfügung in denen auch laute Musik kein Problem darstellt. Und ein kleines Tonstudio ermöglicht Demo-Aufnahmen. Nicht zuletzt diene das RainBow der kulturellen Auseinandersetzung mit musikalischen Ausdrucksformen, so Landrat Klotz bei der Übergabe des Anerkennungspreises an das RainBow-Team um Stefan Erb und Wolfgang Klimek. „Seit Jahrzehnten arbeitet man im RainBow erfolgreich mit dem Ansatz einer Mischung aus sozialer und kultureller Arbeit. Die dadurch entstanden und gepflegte Vielfalt bündelt Energien und bringt Personen, Gedanken und Dinge zusammen“, würdigte Klotz die „positive Kraft weit über das Oberallgäu hinaus“.

gts

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