Grenzenlose Natur

Noch mehr auf seine „Schätze“ besinnen will sich die Marktgemeinde Bad Hindelang. Das Kapital Natur und Kulturlandschaft soll jetzt mit dem Euregio-Projekt „Grenzenlose Natur erleben unter den Schwingen des Adlers“ ins Rampenlicht gerückt werden. Mit einem Aktionstag am Sonntag, 24. Mai, werden in Tannheim und Hinterstein die Schätze der Naturschutzgebiete Vilsalpsee und Allgäuer Hochalpen präsentiert.

Sogar ein richtiger „Alpen-Edelstein“ seien die Berge um Bad Hindelang, berichtet Kurdirektor Max Hillmeier. Immerhin sei das Naturschutzgebiet Allgäuer Alpen eines der wenigen Gebiete, die das Prädikat „Edelstein im Kreis der alpinen Vorranggebiete für Naturschutz“. In Deutschland gibt es nur zwei solche Naturräume, insgesamt 23 dieser Alpen-Edelsteine. Nicht umsonst: Das Naturschutzgebiet Allgäuer Alpen ist mithin das artenreichste Gebirge Deutschlands. Dass die weitgehend intakte Natur ein entscheidender Faktor für den Tourismus in Bad Hindelang und seinen Ortsteilen ist, betonen Kurdirektor Hillmeier und Bürgermeister Adalbert Martin gleichermaßen. Und das „Zugpferd Natur“ soll mit verschiedenen Aktionen weiter eingesetzt werden. Vermehrt auch mit dem benachbarten Naturschutzgebiet Vilsalpsee auf der Tiroler Seite der Grenze. Eine Idee, die offenbar auf der Hand lag, wie Christina Moser und Henning Werth, die beiden Betreuer der Naturschutzgebiete, bemerken. Mit gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit sollen die Schätze in den Naturschutzgebieten Vilsalpsee und Allgäuer Alpen besser ins Licht gerückt werden, meint Christina Moser, die Betreuerin des Naturschutzgebietes Vilsalpsee. Da wie dort sei der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig. Mit den Veranstaltungen am Aktionstag könne das Anliegen des Naturschutzes gut vorgestellt werden. Naturschutz und Naturnutzung gelten als klassischer Zielkonflikt, ergänzt Henning Werth, der seit 2003 das Naturschutzgebiet Allgäuer Alpen betreut. Zufrieden sei er mit den „einvernehmlichen Lösungen“, die gefunden wurden, um das Konfliktpotenzial aus dem Thema zu nehmen. Mit den aktuellen Regelungen könnten alle Akteure leben - Naturgenießer, Sportler, und auch die geschützte Flora und Fauna profitierte. Oft mangele es nicht am Verständnis, sondern am Wissen, berichtet Werth. „Für den Vogel muss etwas herausschauen“, bringt Werth die Rechnung auf den Punkt. Gesteuerte Naturnutzung - etwa durch begrenzte Ausweisung von Schutzzonen - eröffne besser Lebensbedingungen für die Tiere. Das sieht Tourismus-Chef Max Hillmeier als Fortführung und Abrundung des „Ökomodells Bad Hindelang“ der 1990er Jahre. „Wir sind aus Tradition nachhaltig.“ Die vielen naturorientierten Freizeitangebote im Gemeindegebiet seien mit ausgewiesenen Schutzzonen kombiniert. Der Aktionstag sei eine weitere Möglichkeit, Bewusstseinsbildung zu fördern. „Wir wollen die Leute mitnehmen“, meint Hillmeier und erinnert an die Erfahrung: „Erst was man kennt und schätzt, ist man bereit zu schützen.“ Mit dem Aktionstag „Grenzenlose Natur erleben“ am Sonntag, 24. Mai, soll diese Arbeit neuen Schwung bekommen - grenzübergreifend. Informationen von Naturschutzorganisationen aus Bayern und Tirol gibt es in der Festhalle in Hinterstein. Bei der Wanderung ins „Reich des Steinadlers“ können die Teilnehmer mit etwas Glück tatsächlich einen Steinadler beobachten. In den kommenden Wochen werden weitere Themenwanderungen beidseits der Grenze angeboten. Informationen auch im Internet unter www.allgaeuer-hochalpen.de.

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