Ein grenzenloser Skispaß

Mit einem „Wasserfest“ feierten die Bergbahnen Kleinwalsertal Oberstdorf die jüngsten Verbesserungen in ihrem Skigebiet. Mit der neuen Beschneiungsanlage wurde im November vergangenen Jahres an der Kanzelwand das Zwei-Länder-Skigebiet „fit“ gemacht und am Nebelhorn ist die beschneite Talabfahrt freigegeben worden – mit 7,5 Kilometern die längste in Deutschland.

Eine massive Aufwertung für das Skigebiet und die Wintersportregion Allgäu, wie die Verantwortlichen beim „Wasserfest“ auf der Kanzelwand meinten. Ein „Traumstart“ noch dazu, kam der Winter doch pünktlich zum Saisonbeginn ins Allgäu. Mit fast 20-jähriger Verspätung habe das Skigebiet das nachgeholt, was in anderen Regionen längst Alltag sei: Schneesichere Skigebiete zu schaffen, meinte Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies und gratulierte den Bergbahn-Chefs zu dieser Garantie. Der Gast im Kleinwalsertal und Oberstdorf werde seinen Aufenthalt von dieser Qualität anhängig machen. Zu Beginn der Wintersaison 2008 / 2009 war der so genannte Riezler Alpsee, der neue Speicherteich in Betrieb gegangen. In diesem Schneiteich können 58 000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Aus diesem neu angelegten Bergsee werden im Winter die „Schneekanonen“ gespeist. Die Bewährungsprobe habe die neue Beschneiungsanlage längst bestanden, so Augustin Kröll, Geschäftsführer der Bergbahnen Kleinwalsertal Oberstdorf, in der ersten Bilanz nach 100 Tagen Betrieb. Noch schlagkräftiger könne man jetzt „Schnee machen“. Von einer „Zauberformel“ für eine erfolgreiche Saison spricht gar Werner Strohmaier, der Bürgermeister des Kleinen Walsertals: Die Schneegarantie trage Früchte. „Und das ist gut so!“ Mit der neuen Beschneiung erfülle das Walsertaler Wasser einen weiteren Zweck, bevor es mit der Breitach nach Oberstdorf fließe – es speist die Beschneiungsanlage an der Kanzelwand. „Ein Vorzeigeprojekt der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und gelebten Solidarität.“ Begeistert von der grenzübergreifenden Zusammenarbeit ist nicht zuletzt der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser. Und auch von der geglückten Aufholjagd in Sachen Schneesicherheit. Kaiser erinnerte an die „schwierige Anfangszeit“ der Beschneiungsanlagen in Deutschland. Er, Kaiser, habe damals „Pionierarbeit geleistet“ und die Skigebiete im Oberallgäu aufgerüstet. Kaiser: „Der Kampf gegen bürokratische Windmühlen hat sich gelohnt. Wo würden wir jetzt stehen?“ Seitdem würden die Wintersportler nicht mehr alle auf der Autobahn A7 am Allgäu vorbei fahren. Man habe mit modernen Bergbahnen und Beschneiungsanlagen „Augenhöhe erreicht“ mit anderen großen Skigebieten, sagte Kaiser. Das habe Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Jetzt gelte es , „mit dem Erreichten behutsam umzugehen und es vernünftig weiter zu entwickeln“, ergänzte Kaiser: „Wer sich nicht bemüht, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ Auch Ingo Karl, Vorsitzender des Österreichischen Seilbahnverbandes, erinnert an die schwierige Zeit, als „technischer Schnee“ höchst umstritten gewesen sei. Heute sei das Gang und Gäbe. In Österreich würden inzwischen 70 Prozent der Pistenfläche beschneit; in Südtirol seien es fast 95 Prozent. Dort sei der Nachweis der technischen Beschneiung sogar Bedingung einer Genehmigung, gibt Karl zu bedenken. „Aufgerüstet“ wurde nicht nur an der Kanzelwand, auch am Nebelhorn, gingen die Bergbahnen „in die Vollen“. Mit der Erweiterung der Beschneiungsanlage der Talabfahrt, kann das Nebelhorn mit Deutschlands längster durchgehend beschneiter Talabfahrt – 7,5 Kilometer – aufwarten. Bislang war diese Lücke ein Manko für das Skigebiet. Die Qualitätsverbesserungen in den Skigebieten komme allen im Tourismus Tätigen zugute, so Peter Schöttl, Geschäftsführer der Nebelhornbahn AG.

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