Sperrung bis Mitte November

Brückenabbruch auf der Großbaustelle B 308 bei Oberstaufen

Straßensperrung
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Mitte November soll das Bauprojekt bei Oberstaufen abgeschlossen sein. Jeden Monat werden rund zwei Millionen Euro „verbaut“, insgesamt 14 Millionen
Bagger
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Die Brücke bei Hinterstaufen liegt flach. Große Bagger „fischen“ den Baustahl aus dem Trümmermeer
Baustelle
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Vier Tage lang war die Bahnstrecke wegen der Abbrucharbeiten unpassierbar.
Bagger
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Mit dem „Presslufthammer XXL“ wurden auch die Widerlager der Brücke zerlegt
Spezialbohrer
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Mit diesem Spezialbohrer werden sechs Meter lange Stahlverbauungen in den Untergrund gesetzt
Anschlussstelle Oberstaufen
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Anschlussstelle Oberstaufen genannt „die Spinne“: Der Asphalt ist schon abgefräst.
Christian Hocke
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Auch am Wochenende im Einsatz: Projektleiter Dr. Christian Hocke

Von JOSEF GUTSMIEDL

Mit „guten Noten” konnten die Brückenbauwerke im Verlauf der Bundesstraße B 308 bei Oberstaufen nicht mehr glänzen. Die regelmäßigen Untersuchungen in den vergangenen Jahren ergaben zuletzt den schlechten Wert von 3,4. Das bedeute „dringender Sanierungsbedarf”, stellt Dr. Christian Hocke vom Staatlichen Bauamt in Kempten, der Projektleiter für die Bauarbeiten an der B 308 in diesem Abschnitt fest. „Bei Note 4 droht die Sperrung.”

Knackpunkt

In der vergangenen Woche gingen die Abbrucharbeiten für zwei Großbrücken zwischen dem Kreisel am Hündle und dem Tunnelportal über die Bühne. Bereits seit Mitte März waren die Vorarbeiten für die Sanierung des 2,6 Kilometer langen Straßenabschnitts im Gang. Knackpunkt des Projektes: Die längs zur Bundesstraße verlaufende Trasse der Bahn mit den drei Großbrücken. Den unvermeidbaren Eingriff in das Gelände der Bahn musste das Bauamt schon vor drei Jahren anzeigen. „Lange bevor die detaillierte Projektplanung in der Behörde anlief”, erinnert sich Projektleiter Hocke an den ersten Schritt Richtung Sanierung der B 308. Die Straße überquert im betroffenen Abschnitt zweimal die Bahntrasse. Die dritte Brücke an der sogenannten „Spinne“ in Oberstaufen wird in den kommenden Wochen „zerlegt“.

Punktlandung

Der reguläre Zugverkehr zwischen Immenstadt und Oberstaufen musste vergangene Woche vier Tage lang durch Busse ersetzt werden. Dieses Zeitfenster nutzten die beteiligten Firmen für den Abbruch von zwei maroden Brücken und die Abfuhr der zerkleinerten Betonteile. Mit einem Schutzpolster aus grobem Abbruchmaterial wurden die Geleise unter den Brücken abgedeckt, damit sie während der Arbeiten nicht etwa beschädigt wurden.

Bereits am Sonntagnachmittag war die Baustelle in diesen kritischen Bereichen „besenrein“. Christian Hocke spricht von „mehr als einer Punktlandung“, waren die Abbruch-Profis doch 12 Stunden vor der geplanten Wiederaufnahme des Zugverkehrs fertig geworden. Eine Spezialfirma widmete sich im Anschluss an die Prüfung und Neuvermessung der Schienen und gab die Strecke für den regulären Zugverkehr ab Montagfrüh wieder frei.

Altlasten

Der Baustahl der beim Abriss zutage kam, vor allem der gute Zustand der Spannausrüstung aus Spezialstahllitzen, überraschte Projektleiter Hocke. „Eigentlich hätten wir deutliche Korrosionsschäden erwartet nach so langer Zeit.”

Weniger erfreulich war allerdings das in den 1950-er und 1960er Jahren häufig verbaute Asbest-Material, das jetzt teuer entsorgt werden muss. „Dieser Sondermülls muss für 1500 Euro pro Tonne sicher in einer entsprechenden Deponie eingelagert werden”, meint Christian Hocke mit Blick auf die zahlreichen Schwerlastsäcke voller Asbestbaustoffe. „Damals meinte man, Asbest sei das Beste...“, so Hocke. Ähnlich sorgfältig muss das PCB behandelt werden, das früher als Fugendichtmasse verwendet wurde. „Die unbedenklichen Betontrümmer werden von den Abbruchbetrieben aufbereitet und in geeigneten Baustellen wieder verwendet”, betont Hocke.

Naturschutz

„Sorgfältig behandelt” wurden von Baubeginn an die „Bewohner” der Areals: Eidechsen und Fledermäuse. Für die Fledermäuse wurden frühzeitig nahegelegene Ausweichquartiere geschaffen. Die Eidechsen durften bleiben und ihr Lebensraum ist durch zusätzliche Steinhaufen verbessert und zum Baufeld hin abgesichert. Bereits im vergangenen Jahr wurde eine Baustellenzufahrt beim Heizkraftwerk angelegt und die Umfahrung bei Hinterstaufen vorbereitet.

Mitte November, rechtzeitig vor dem Winter, sollen die Arbeiten auf der Großbaustelle bei Oberstaufen abgeschlossen sein. Neben den aufwändigen Brückenbauarbeiten wird bis dahin der Fahrbahnbelag erneuert, fünf Regenrückhaltebecken erstellt, die Schutzplanken auf Stand der Technik gebracht, und einige Felssicherungsarbeiten im Verlauf der Straße ausgeführt. Insgesamt werden 14 Millionen Euro „verbaut“, sagt Projektleiter Hocke. „Jeden Monat also rund zwei Millionen.“

Umleitung

Für PKW-Fahrer ist die Vollsperrung der B 308 wohl kaum ein Problem – sie werden über Kalzhofen nach Oberstaufen geleitet. Größer wird der Bogen für den LKW-Verkehr, der wegen der gewichtsbeschränkten Brücke bei Buflings über Missen oder die B 12 bei Waltenhofen / Weitnau geführt wird.

Rubriklistenbild: © Josef Gutsmiedl

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