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Leitlinie für die Politik: Große ADFC-Umfrage zum „Klima“ beim Fahrradfahren

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Von: Lutz Bäucker

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ADFC-Fahrradklima-Test
Mit Demos macht der ADFC immer wieder auf die „Hausaufgaben“ der Kommunen beim Fahrradverkehr aufmerksam. © Lutz Bäucker

Oberallgäu – Am ersten September startet eine der größten und wichtigsten Umfragen Deutschlands zum Thema Fahrradfahren. Der ADFC ruft alle Allgäuer zum Mitmachen auf!

Wie erleben die Radfahrer im Oberallgäu das Radeln? Haben sie Spaß dabei, wie stressig ist es, mit den Autos um den Platz auf den Straßen zu rangeln? Fühlen sie sich auf schmalen, schlecht gepflegten Radwegen sicher, können sie ihre Kinder guten Gewissens zur Schule radeln lassen? Mit welchen Gefühlen sind Pendler auf Landstraßen ohne Radwege tagtäglich unterwegs? Wo hapert es bei der Infrastruktur, tun die Kommunen genug, um das Radfahren angenehm und sicher zu machen? Fragen über Fragen, die ab 1. September in Deutschlands größter und wichtigster Umfrage zum Thema Radfahren gestellt werden.

Der sogenannte „ADFC -Fahrradklima-Test“ (FKT), unterstützt vom Bundesverkehrsministerium, ist der aktuelle Gradmesser für Politiker und Radfahrer. Er läuft bis 30. November. Seine Ergebnisse werden im Frühjahr kommenden Jahres veröffentlicht und finden bundesweit enorme Beachtung. Der ADFC Kempten-Oberallgäu bittet alle Allgäuer, an der Befragung teilzunehmen.

Wichtige Ergebnisse für Politik und Verwaltung

„Mit ihrer Bewertung der jeweiligen Situation vor Ort können sie viel dazu beitragen, die Situation für Radfahrer zu verändern und zu verbessern,“ sagt Lutz Bäucker, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Kempten-Oberallgäu, „die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung unserer Kommunen orientieren sich stark an den Ergebnissen des FKT, sie nehmen sie als Grundlage und Hilfe für ihre Arbeit.“

Diese Umfrage findet alle zwei Jahre statt. 2020 tat rund eine Viertelmillion Deutscher ihre Erfahrungen kund, nach dem Corona-bedingten Boom des Radelns rechnet Bäucker heuer mit einer noch höheren Beteiligung.

2020: Kempten und Immenstadt nur Note 4

Beim letzten Fahrradklima-Test im Jahr 2020 hat Kempten sehr schlecht abgeschnitten: Note 4 bis 5 gab es für die Allgäu-Metropole: Die stark auf Autos ausgerichtete Stadt landete damit in ihrer Klasse auf einem der letzten Plätze. „In der Schule heißt das: Versetzung akut gefährdet!“, so Lutz Bäucker. In den ADFC-Befragungen der vergangenen zehn Jahre kristallisierte sich in Kempten ein deutlicher Trend nach unten heraus. Und OB Thomas Kiechle musste damals einräumen: „Das ist ungenügend, daran müssen wir arbeiten.“

Erste Bemühungen der Stadt sind erkennbar und positiv zu bewerten: die Umweltspur in der Bahnhofstraße, die neue Fahrradstraße in der Madlener Straße, rot asphaltierte Aufstellflächen für Radfahrer an Ampeln. „Ich bin gespannt, wie die Kemptener diese Maßnahmen bewerten“, so der ADFC-Kreisvorsitzende.

Auch in Immenstadt macht Radfahren nicht unbedingt Spaß: beim Fahradklima-Test 2020 musste die Stadt die Note 4 hinnehmen, ein Platz in der unteren Hälfte des Rankings.

Sonthofen auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune

Oberstdorf bekam viel Lob: „Hier macht Radeln Spaß!“ urteilten die Umfrageteilnehmer. Allerdings wurde die unzureichende Förderung des Radverkehrs kritisiert. Klassenprimus unter den Oberallgäuer Städten ist Sonthofen. Der Zielort der BR-Radltour 2017 hat seitdem große Schritte in Richtung „fahrradfreundliche Kommune“ gemacht. Note 3 Minus bedeutet für Sonthofen Platz 18 unter 415 bayerischen Kommunen mit 20 bis 50 000 Einwohnern. „Das verpflichtet natürlich“, betont Bäucker. „Mal sehen, wie Sont­hofen beim Fahrradklima-Test 2022 abschneidet!“

Die Befragung findet vom 1. September bis 30. November statt. An ihr kann jeder teilnehmen, ganz einfach online unter www.fahrradklima-test.adfc.de

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