Mit großem Engagement

Kreisheimatpfleger Albert Wechs geht in Ruhestand

+
Landrat Anton Klotz (rechts) bedankte sich bei Reinhard Martin (von links), Ehepaar Albert und Theresia Wechs für das große Engagement.

Oberallgäu – Der langjähriger Oberallgäuer Kreisheimatpfleger Albert Wechs wurde vor Kurzem im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Seit 1980 hat sich Albert Wechs als Kreisheimatpfleger im südlichen Oberallgäu mit sicherem Gespür für Heimat, Brauchtum und Tradition engagiert. Nach 40 Jahren im Ehrenamt hat er diese Aufgabe auf eigenen Wunsch aus Altersgründen abgegeben. Ein Jubiläum konnte im vergangen Herbst auch Kreisheimatpflegerin Ingrid Müller feiern. Sie betreut den nördlichen Landkreis Oberallgäu inzwischen seit mehr als 25 Jahren.

Grund genug für Landrat Anton Klotz, die beiden Kreisheimatpfleger samt Ehegatten sowie Reinhard Martin, der den Bereich Denkmalschutz bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Februar 2020 betreut hat, zu einer gemeinsamen Feierstunde einzuladen.

Großes Engagement

Klotz lobte Albert Wechs: „Sie haben mit viel Engagement und Sachverstand im südlichen Landkreis gewirkt und gerade im Denkmalschutz vieles bewegt. Es wird nicht einfach sein, nach 40 Jahren einen Nachfolger zu finden.“ Als Kreisheimatpfleger hat sich der gelernte Schreinermeister über Jahrzehnte mit Engagement, Liebe und großem Sachverstand in besonderer Weise dem Erhalt alter Höfe im südlichen Oberallgäu gewidmet.

Es sei nicht immer leicht, alte Anwesen unter denkmalschützerischen Aspekten zu sanieren und gleichzeitig die Nutzungsanforderungen der Eigentümer zu berücksichtigen, berichtete der Kreisheimatpfleger. „Die Proportionen eines alten Hauses dürfen nicht verändert werden“, erklärt Wechs. „Und moderne Fenster haben an einem alten Haus auch nichts verloren. Die Fenster sind die Augen eines Hauses“, erklärt er weiter. Albert Wechs hat schon vor Jahren den Prototyp der alten „Ruckerfenster“ gebaut.

Hohe Auszeichnungen

Sein Engagement wurde unter anderem mit der Bayerische Denkmalschutzmedaille, dem Bundespreis des deutschen Schreinerhandwerks für herausragende Arbeit in der Denkmalpflege und dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt.

Kernaufgabe eines Heimatpflegers ist es, Werte aus der Vergangenheit für die Zukunft zu bewahren, schloss Landrat Klotz. Nicht nur im Bereich Denkmalschutz. Albert Wechs’ Engagement für die Kultur seiner Heimat gehe noch viel weiter, umfasse Tracht, Volksmusik und Volkstanz.

Schon als Kind hatte Albert Wechs mit seinen Brüdern Volksmusik gemacht und gejodelt; später hat er das erste Alp- horn im Allgäu gebaut. Wechs hat Chroniken und Dokumentationen verfasst und hat für den aufwändigen Bildband „Bauen am Berg“ etwa 400 Alpgebäude besucht. Auch für das Gemeinwohl hat er sich engagiert – sei es bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Bergwacht oder im Gemeinderat. Die Liste seiner Ehrenämter ist lang und beeindruckend.

Nicht minder engagiert ist Ingrid Müller, die seit 1984 den nördlichen Landkreis als Kreisheimatpflegerin betreut und diese Aufgabe auch noch einige Zeit fortsetzen wird.

Ein besonderes Augenmerk richtet sie dabei auf die Geschichtsforschung. Müller stellt hin und wieder auch kleine Ausstellungen, beispielsweise mit Papierkrippen oder alten Kochbüchern, auf die Beine und agiert als Leiterin des liebevoll gepflegten Heimatmuseums im Glögglerhaus in Altusried.

Auch interessant

Meistgelesen

Kletterzentrum in Sonthofen ist wieder geöffnet
Kletterzentrum in Sonthofen ist wieder geöffnet
Zeit für Steuererklärung: Frist noch bis Ende Juli
Zeit für Steuererklärung: Frist noch bis Ende Juli
Neuer Stadtrat in Immenstadt will alte Gräben zuschütten
Neuer Stadtrat in Immenstadt will alte Gräben zuschütten
Bahn will 14 Millionen Euro in barrierefreien Bahnhof investieren
Bahn will 14 Millionen Euro in barrierefreien Bahnhof investieren

Kommentare