Sanfter Tourismus und Trendsport

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Bildung mit Blick auf Breitenberg und Rotspitze beim DAV, von links: Kathrin Weber vom JDAV, MdL Thomas Gehring, Daniel Sautter, MdB Lisa Badum, Martin Wittman und MdL Ulli Leiner.

Zusammen mit den Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und Ulli Leiner besuchte die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Lisa Badum die Jugendbildungsstätte des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Daniel Sautter, Bundesgeschäftsführer der Jugend des DAV (JDAV) und Martin Wittmann, Leiter der Einrichtung in Bad Hindelang, stellten das Haus und die Bildungsangebote vor. Die gut belegte Einrichtung mit über 100 Betten bietet unter Anderem Bildungsprogramme für Schulkassen, Studenten und Azubis, berufliche Weiterbildungen und Gruppenleiterlehrgänge an. Die Aktivitäten reichen vom Klettern und Bergsteigen über Naturerlebnisse bis zu Umweltschutzprojekten. „Nachwuchs- und Jugendarbeit stand in der JDAV schon immer ganz oben auf der Agenda“, so Sautter und Wittmann.

Bei der Diskussion mit Jugendlichen – Mitglieder des Jugendparlaments in Sonthofen und 28 Jugend- und Familiengruppenleiter, die gerade einen Kurs in der Bildungsstätte belegten – ging es um die Themen „sanfter Tourismus“, Verkehr, Natur- und Umweltschutz, Folgen des Klimawandels, Bildungspolitik bis hin zum Hebammenmangel. Ein besonders „heißes Eisen“ war dabei die Diskrepanz, die Natur zu nützen und gleichzeitig zu schützen. Gerade in touristisch stark frequentierten Gebieten wie dem Oberallgäu ein Reizthema, wie die nächtlichen Auswüchse an Bergseen, und die Diskussion um Mountainbiking auf Bergpfaden und Canyoning zeigen. Junge Menschen könnten am besten durch eigene Erlebnisse für die Belange des Naturschutzes sensibilisiert werden, argumentierten die Jugendlichen. Für die Abgeordneten ein sehr „komplexes Thema“. In geschützten Gebieten werde man durch den hohen Freizeitdruck um Einschränkungen und Lenkungsmaßnahmen nicht herumkommen. Der Druck auf die Alpen habe, bedingt durch die Trendsportarten, zugenommen. Einig waren sich die Beteiligten, dass es für entsprechende Bildungsmaßnahmen auch weiterhin Freiräume in der Natur geben müsse.

Badum lobte, dass sich der Verein nicht nur im Bergsport sondern auch im Umweltschutz engagiert: „Beides gehört zusammen, die sportliche Betätigung in der Natur aber auch die Rücksichtnahme auf die Verletzlichkeit der Bergwelt“. Sie verwies auch auf die Folgen des Klimawandels für den Wintertourismus und forderte dazu auf, neue Konzepte zu entwickeln. Badum forderte eine CO²-Abgabe und ermutigte die Jugendlichen, sich gerade beim Thema Klimaschutz einzumischen: „Es ist eure Zukunft und eure Welt“. „Bildung findet nicht nur in der Schule statt“, so der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring. Es sei wichtig, dass die Jugendlichen mit solchen Angeboten mehr Bezug zu Natur und Umwelt bekommen.

hb

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