Rennpiste über den Pass

Grüne fordern Tempolimit auf der Riedbergpass-Straße

Riedbergpass-Straße
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Der gute Ausbau verführe zu hohem Tempo, meinen die Grünen im Kreistag und fordern Tempo-60 für die Riedbergpass-Straße.

Oberallgäu – Der grundlegende Sanierung der Riedbergpass-Straße ist weitgehend abgeschlossen. Einen Haken habe der Ausbau der Kreisstraße OA 9 zwischen Obermaiselstein und Balderschwang allerdings: Mehr Lärm und weniger Sicherheit. Die besseren Straßenverhältnisse verführten zu hoher Geschwindigkeit, kritisieren die Grünen im Oberallgäuer Kreistag und fordern ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern auf der gesamten Strecke (wir berichteten). Der Kreis-Bauausschuss sprach sich für eine entsprechende Prüfung aus.

„Vor dem Ausbau der Straße lag die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 40 km/h, jetzt sind 100 km/h möglich. Das Tempolimit zwischen Obermaiselstein und Fischen entfiel ebenfalls“, hatte Grünen-Kreisrat Andreas Fisel im September den Antrag kommentiert, „wir müssen die Passstraße neu bewerten und sie sicherer und lärmberuhigter gestalten.“ Seine Forderung: „Ein Tempolimit von 60 km/h ist hierzu ein wichtiger Schritt.“

Stehe man auf der gegenüberliegenden Talseite auf dem Bergrücken des Besler, so berichtete jetzt Fisel dem Ausschuss über die Klage eines Bürgers, habe man mitunter den Eindruck, an der Rennstrecke des Nürburgrings zu sein. Neben der gestiegenen Lärmbelastung müsse das Problem der Sicherheit betrachtet werden. Mitunter würden Gruppen von Motorradfahrern gezielt Rennen absprechen. Fisel fasst die zwei Aspekte für den Antrag zusammen: „Wir sind der Meinung, eine Geschwindigkeitsbeschränkung muss her.“

Christoph Wipper, Chef der Kreistiefbau-Verwaltung, hat allerdings andere Bedenken. Die Pass-Straße sei weitgehend mit staatlichen Fördermitteln in ihren derzeitigen guten Zustand gebracht worden. Die Fördermittelvergabe dürfe man nicht im Nachhinein gefährden, indem man die Bedeutung und Leistungsfähigkeit der Straße bewusst zurückschraube durch ein allgemeines Tempolimit. Gegebenenfalls könnte man eine „intelligente Steuerung“ mit variabler Geschwindigkeitsbeschränkung ins Auge fassen; zum Beispiel Tempo 60 am Wochenende. „Es ist wichtig, die Raser zu erwischen.“ Und Kreisrat Gerhard Wimmer (SPD) ergänzt: „Eine Geschwindigkeitsbegrenzung braucht‘s definitiv. Es passiert hier viel genug.“

Das sieht auch Alois Ried (CSU) so. „Appelle nutzen nicht viel. Der Verstand fängt beim Geldbeutel an.“ Derzeit ist die Straße auf weiten Abschnitten ohne Beschränkung. Die Tiefbauverwaltung will einen geeigneten Vorschlag erarbeiten mit der Maßgabe, die Förderfähigkeit nicht aufs Spiel zu setzen.

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