"Nicht mit falschen Fakten zufrieden geben"

Oberallgäuer Grüne gehen mit neuem Vorstand ins Wahljahr

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Der neuen Kreisvorstand der Oberallgäuer Grünen mit (von links) Klaus Winzek, Ruth Meuchelböck, die beiden Kreissprecher Ulli Leiner und Christina Mader, Ulrike Hitzler und Thomas Gehring; es fehlen Gerti Epple und Heinrich Bonert.

Burgberg – Die Oberallgäuer Grünen gehen mit einem neuen Vorstand in die beiden wichtigen Wahljahre 2017/2018. Auf der Mitgliederversammlung wurde die 33-jährige Lehrerin Christina Mader aus Immenstadt einstimmig zur neuen Kreissprecherin gewählt.

Gleichberechtigt steht ihr der Landtagsabgeordnete Ulli Leiner zur Seite. Ruth Meuchelböck wurde als Kassiererin bestätigt. Als Beisitzer fungieren Ulrike Hitzler, Heinrich Bonert, Klaus Winzek und – neu – Gerti Epple aus Weitnau und der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring.

Langen Beifall erhielt die scheidende Kreissprecherin Elfriede Roth, die nicht mehr in der ersten Reihe stehen will. Roth war über zwanzig Jahre in unterschiedlichen Konstellationen im Kreisvorstand tätig, zumeist als Vorsitzende. „Ich möchte die Zeit nicht missen“, bedankte Roth sich bei allen für das gute Miteinander und versprach die Grünen weiterhin zu unterstützen. Sie bleibt den Grünen als Kreisrätin und Stadträtin in Sonthofen erhalten. Als „absolut zuverlässig, hilfsbereit und immer mit einer Lösung parat“, bedankte sich die Fraktionsvorsitzende im Kreistag Ulrike Hitzler für die „unkomplizierte Zusammenarbeit“ bei der scheidenden Vorsitzenden.

„Angesichts des Klimawandels und der Wahl Trumps zum US-Präsidenten dürfen wir uns nicht mit falschen Fakten zufrieden geben“, so die neue Kreissprecherin Christina Mader bei ihrer Bewerbung. Für sie sei es an der Zeit, sich stärker politisch zu engagieren. Politische Entscheidungen müssten immer unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit getroffen werden.

Für das Allgäu heiße das für Mader: Nachhaltige Verkehrs- und Tourismuskonzepte, Reduzierung des CO2-Ausstosses, weniger Flächenverbrauch und eine Stärkung der Ökomodell-Region. Die geplante Skischaukel am Riedbergerhorn lehnt sie ab. Leiner sprach in diesem Zusammenhang von einer „Lex Obermaiselstein“. In München werde gegen den Willen der bayrischen Bürger regiert. „In den nächsten beiden Jahren stehen die Grünen vor schwierigen Aufgaben“, schwor er die Mitglieder auf die kommende Bundestags- und Landtagswahl ein. Seinem Kreisverband bescheinigte er „eine erfolgreiche Arbeit“. „Weiter zusammenstehen und kämpfen für ein lebenswertes Oberallgäu und für ein gutes Wahlergebnis“, ist für Leiner das Erfolgskonzept.

Im weiteren Verlauf der Versammlung stellte sich die Bundestagskandidatin Erna Groll den Mitgliedern vor. Ihr Schwerpunkt ist die Sozialpolitik. „Wir dürfen die Spaltung zwischen Arm und Reich nicht zulassen“, gelte es die Brüche in der Gesellschaft zu überwinden. Sie sprach sich für eine Erhöhung des Mindestlohnes, bessere Bildungschancen und Gleichberechtigung in der Arbeitswelt aus. Auch ein bedingungsloses Grundeinkommen hält sie für einen wichtigen Baustein für mehr soziale Gerechtigkeit.

„Es braucht Gedenken, damit sich die Geschichte nicht wiederholt“, riet Groll – angesichts von Nationalismus und Rechtspopulismus – auf Standfestigkeit zu zeigen. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken und uns verunsichern lassen sondern müssen genau hinschauen und nachfragen“, so Groll.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Gehring hält in diesem Zusammenhang die Stärkung der politischen Bildung für dringend notwendig. „Populistischen Tönen – auch aus der CSU – müssen wir mit Argumenten begegnen“, so der Abgeordnete.

Auf Koalitionsdebatten wollen sich die Oberallgäuer Grünen nicht einlassen. „Die Menschen mit grünen Konzepten überzeugen, zu den eigenen Werten und Themen stehen und als möglichst starke Kraft aus den Wahlen hervorgehen“, gaben die Bundestagskandidatin und die beiden Landtagsabgeordneten unisono als Motto für die nächsten Monate aus.

Heinrich Bonert

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