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Grüne wollen wissen, ob Einsatz von Schneekanonen angesichts der Energiekrise vertretbar ist

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Er war der Schneemann vom Hohen Gras: Edde Bröffel hat den Skilift auf Kassels Hausberg betrieben und auch die Schneekanone sowie den Pistenbully im Hintergrund bedient (Archivfoto).
Schneekanonen brauchen Strom – und der ist im kommenden Winter teuer und rar.  © Andreas Fischer

Oberallgäu/Oberstdorf– Vor Beginn der Wintersaison fordern der Grünen-Kreisverband Oberallgäu und der Ortsverband Oberstdorf ein Energiesparkonzept für den Wintersport. 

Angesichts der knappen Energie­ressourcen stellt sich für die Oberallgäuer Grünen unter anderem die Frage, in welchem Umfang der Einsatz von Schneekanonen im kommenden Winter zu verantworten ist.

„Energiesparen geht alle an. Wir können nicht von den Bürgerinnen und Bürgern verlangen, die Heizung runterzudrehen und einen Pullover mehr anzuziehen, während woanders nicht gespart wird“, fordern die Grünen alle Einsparmaßnahmen zu prüfen. Wichtig sei den Stromverbrauch zu reduzieren, damit kein wertvolles Gas für die Stromproduktion verschwendet werden muss.

Einsatz von Schneekanonen überprüfen

„In der Stromdebatte, verbunden mit der Diskussion um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, geht es um die Netzstabilität. Schneekanonen laufen insbesondere in kalten Nächten, in denen Sonne und oft auch Wind keinen Strom liefern“, so Kreissprecherin Ulrike Hitzler.

Vor allem die frühe, flächendeckende Beschneiung im November und der ersten Dezemberhälfte ist den Grünen ein Dorn im Auge. Hier komme es durch Wärmeeinbrüche in vielen Lagen oft zum Abschmelzen der Schneedecke, so dass ein weiteres Mal beschneit werden muss. Wichtig sei, dass die unverzichtbare Infrastruktur wie Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Nahversorgung mit ausreichend Energie versorgt werden kann und die Energiekosten für kleine und mittelständische Unternehmen zu schultern sind.

Hinzu kommt für die Ortsprecherin der Oberstdorfer Grünen Bergith Hornbacher-Burgstaller, dass der von den Grünen seit vielen Jahren kritisierte Energieverbrauch von Schneekanonen grundsätzlich das Klima belaste und durch den Klimawandel diese zukünftig keine Garantie für unbeschwertes Skifahren sind. Hier seien die Tourismusgemeinden in der Pflicht, nachhaltige Konzepte beim Wintertourismus zu entwickeln und neue Wege zu gehen.

Lifte ohne Sitzheizung

Weitere Maßnahmen zum Energiesparen wären für die Grünen zum Beispiel bei den Liften die Sitzheizungen auszuschalten sowie geplante Flutlichtveranstaltungen bei Tageslicht durchzuführen.

Die Grünen wollen sich mit ihren Überlegungen entsprechend an das Wirtschafts- und Energieministerium von Robert Habeck in Berlin wenden.

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