»Moderate Sanierung reicht«

Grünen lehnen Ausbau der Kreisstraße bei Bräunlings ab

Ausbau der Kreisstraße bei Bräunlings
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Das Nadelöhr Bräunlings wird durch den Ausbau der Kreisstraße nicht beseitigt.

Immenstadt – Der Ortsverband Immenstadt und der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen halten die Planung der Kreistiefbauverwaltung zum Ausbau der Kreisstraße OA 31 zwischen Luitharz und Bräunlings für überzogen und plädiert für eine „moderate Sanierung“ der Straße unter Beibehaltung der Breite von rund fünf Metern.

Die momentane Planung der Oberallgäuer Kreistiefbauverwaltung sieht für die Kreisstraße OA 31 einen Vollausbau dieser Kreisstraße zwischen Bräunlings und Luitharz auf eine Breite von sechs Metern für das Jahr 2023 vor. Dazu soll noch ein befestigter Seitenstreifen für Radler und Fußgänger kommen. „Aus unserer Sicht ist es kein verkehrssicherer Zustand“, hatte der Chef der Tiefbauverwaltung, Christoph Wipper, im Kreis-Bauausschuss betont (wir berichteten). Sorge bereite ihm vor allem der Begegnungsverkehr auf der engen Landstraße. „Man sollte dringend etwas machen.“ Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner pflichtet dieser Beschreibung bei. Es sei „schon schwierig, Radler zu überholen“.

Um massive Schäden an der Straße durch Ausweichmanöver von Fahrzeugen zu vermeiden, wurden in den vergangenen Jahren auf weiten Abschnitten beiderseits Rasengittersteine ergänzt. Das „Nadelöhr Bräunlings“, so räumt Wipper ein, werde durch den Ausbau allerdings in der Tat nicht gelöst.

Umfahrung durch die Hintertür

Anders sehen das die Grünen in Immenstadt. Durch einen Ausbau werde eine deutlich höhere Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometer möglich, kritisieren die Grünen in Immenstadt und der Kreisverband Oberallgäu. Zudem werde nach dem Ausbau die bislang geltende Tonnagebeschränkung aufgehoben, sodass der Schwerlastverkehr durch Bräunlings zunehmen werde. Des Weiteren befürchten die Grünen hier eine nachteilige Entwicklung von Verkehrsströmen, da eine neue Verkehrsachse Isny – B19 entstehen werde, die faktisch einer Ortsumfahrung von Immenstadt gleichkomme.

Das hohe Verkehrsaufkommen werde in erster Linie zulasten der Bürgerinnen und Bürger in Bräunlings gehen, fürchten die Grünen. Dabei sei besonders auf Kinder Rücksicht zu nehmen, für die ein höheres Verkehrsaufkommen natürlich auch eine erhöhte Gefahr darstelle. „Vor allem während des Berufsverkehrs morgens und abends wird Bräunlings zum Nadelöhr, weil die enge Ortsdurchfahrt die vielen Autos kaum bewältigen kann. Kommen noch Lastwagen oder der Schulbus dazu, wird es dazu führen, dass die Hauptrichtung Immenstadt – Luitharz so stark frequentiert ist, dass ein Abbiegen in die Wohngebiete kaum möglich sein wird. Dasselbe gilt, wenn man von dort auf die Hauptstraße einbiegen möchte“, argumentieren die Grünen.

Und, so die Grünen weiter: Bei der Ausführung eines solchen Vorhabens werde erneut unnötig Fläche verbraucht und das Landschaftsbild beeinträchtigt werden. Eine Straße von sechs Metern Breite ist in einem beschaulichen Erholungsgebiet völlig überdimensioniert. Mit einer Zunahme der Lärmbelästigung für die Anwohner ist ebenfalls zu rechnen. „Die entstehenden Kosten werden die Kreiskasse außerdem unnötig belasten, was zu Coronazeiten eigentlich zu vermeiden ist.“ Dieser bisher von der Kreisverwaltung vorgesehenen Planung stehen die Grünen im Orts- und Kreisverband ablehnend gegenüber.

Moderate Sanierung genügt

Die Grünen plädieren für eine sinnvolle Alternative zu diesem Gesamtvorhaben, nämlich für eine „moderate Sanierung“ der momentan bestehenden Straße mit einer Breite von nur fünf Metern. Durch eine solche Sanierung würde sich das Verkehrsaufkommen nicht erhöhen und es würde keiner Umfahrung von Bräunlings bedürfen, wie sie vereinzelt schon im Gespräch sei. Von einer solchen Umfahrung wäre wiederum das Seifener Becken betroffen. Eine Umfahrung von Bräunlings scheide ohnehin aus, da erst kürzlich das Gewerbegebiet Seifen II verkleinert wurde, um die Belastung für diesen Bereich und Umgebung gering zu halten.

Thomas Frey, Kreisrat der Grünen, bemängelt, dass es bei einem Vollausbau der OA 31, wie sie für 2023 bereits geplant ist, keines öffentlichen Beteiligungsverfahrens bedarf. Aus Sicht von Orts- und Kreisverband der Grünen sollte die Bevölkerung in dieser Sache aber dennoch die Chance bekommen, sich in der Planungsphase zu äußern. Frey hatte die im November im Kreisausschuss vorgestellte Planung der Tiefbauverwaltung scharf kritisiert.

Ein Vollausbau der OA31, wie er von Seite der Kreisverwaltung geplant sei, laufe der Grünen Grundidee von einem deutlichen Ausbau des ÖPNV im Oberallgäu grundsätzlich entgegen, schließt die Stellungnahme des Orts- und Kreisverbandes der Grünen.

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