Besuch im AlpSeeHaus

+
Besuch im AlpSeeHaus mit (von links) Björn Reichelt, Julia Wehnert, Andreas Güthler vom Bund Naturschutz, Minister Franz Untersteller, dem Grünen-Landtagsabgeordenten Thomas Gehring, Stadtrat Harald Dreher, Ulli Leiner und Thomas Frey (BN) im Foyer des Alpseehauses.

Immenstadt/Bühl - Die Energiewende stellt auch Naturschützer und Grüne vor neue Aufgaben. Dies wurde bei einem Besuch des Grünen Umweltministers aus Baden-Württemberg, Franz Untersteller, im Naturschutzerlebniszentrum des Bund Naturschutz deutlich.

Der Minister diskutierte dort mit BN-Mitgliedern. Andreas Güthler - Leiter des NEZ - erläuterte die Bildungsarbeit der neuen BN-Umweltstation. Untersteller beglückwünschte den BN zu der Einrichtung: „Es ist wichtig die nächsten Generationen von klein auf mit Umweltthemen vertraut zu machen.“ Thomas Frey - Regionalreferent für Schwaben - führte die Besucher durch die Ausstellung „Landschaftswandel in Schwaben“. Hier werden in Bildvergleichen die Zerstörung von Flußauen, überzogener Straßenbau, Bodenversiegelung und Eingriffe in alpine Schutzzonen wie etwa am Riedberger Horn gezeigt. Die Ausstellung gebe einen „guten Eindruck, wie sich die Landschaft verändert hat und welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden“, so Untersteller. „Am Riedberger Horn dürfen wir nicht locker lassen“, so der Landtagskandidat Ulli Leiner. Er zeigt sich aber optimistisch, dass die Liftpläne durch die Ruhezone C nicht verwirklicht werden. Deutlich werden die Konflikte beim Naturschutz besonders da, wo es um die Nutzung der Windkraft geht und Gegner Sturm gegen neue Windräder laufen. Untersteller hält diese Konflikte meist für lösbar, wenn man mit allen Beteiligten frühzeitig in den Dialog trete. 

Der Versuch von Seehofer, willkürlich Abstände zur Wohnbebauung festzulegen, mache das Aufstellen von Windrädern praktisch unmöglich, kritisiert der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring dies „als wahltaktisches Manöver, das eine sinnvolle Diskussion verhindere“. In Baden- Württemberg gebe es Vorrangflächen aber keine Ausschlussgebiete, erläuterte Untersteller die dortige Vorgehensweise. Die Kommunen könnten dies über ihren Flächennutzungsplan steuern. Im Planungsverfahren würden dann alle Einwendungen und naturschutzrechtlichen Bestimmungen überprüft. „Natur- und Artenschutz sind wichtig - aber ich werde nicht den ganzen Schwarzwald zum Auerhuhnerwartungsland erklären“. Untersteller räumte ein, dass auch ein grüner Minister Entscheidungen treffen müsse, die nicht bei allen Naturschützern auf Zustimmung stoßen könnten. Alle Maßnahmen der Grün-Roten Landesregierung stünden aber unter der Maßgabe der Nachhaltigkeit. So habe man ein Klimaschutzgesetz und ein damit verbundenes Energie- und Klimakonzept verabschiedet um den CO2 Ausstoß zu verringern. Bei der Umsetzung würden alle Verbände, Kommunen und die Bürgerschaft mit einbezogen. Gehring und Leiner sahen in Unterstellers Ausführungen „gute Ansätze und Modelle wie Umweltpolitik auch in Bayern aussehen könnte und sollte“. Beide kritisierten, dass bei der Energiewende in Bayern das Thema Verkehr so gut wie keine Rolle spiele.

Heinrich Bonert

Auch interessant

Meistgelesen

Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Starke Regenfälle lassen Iller und Ostrach ansteigen
Starke Regenfälle lassen Iller und Ostrach ansteigen

Kommentare