1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Sonthofen

Sonthofer KiTa-Leiterin zum Nachhaltigkeitstreffen in Finnland eingeladen

Erstellt:

Kommentare

Portrait: Geschäftsführerin der Sonthofer Johannis Kindertagesstätten, M. A. Susanne Beckers
Die Geschäftsführerin der Sonthofer Johannis Kindertagesstätten, M. A. Susanne Beckers, war Repräsentantin für Deutschland beim internationalen Erasmus+ Seminar „Education for greener future“ in Lahti. © Hans Ehrenfeld

Sonthofen – Susanne Beckers, die Geschäftsführerin Sonthofer Johannis-Kindertagesstätten, wurde als Repräsentantin Deutschlands beim internationalen Seminar zur Nachhaltigkeit in der Schulbildung in der Grünen Hauptstadt Europas 2021, im finnischen Lahti, ausgewählt.

Das finnische Lahti wurde mit dem European Green Capital Award (Grüne Hauptstadt Europas), einem von der europäischen Kommission organisierter Städtewettbewerb, ausgezeichnet. Dieser Titel wird für ein Jahr an eine Stadt vergeben, die mit bahnbrechenden Umweltmaßnahmen und innovativen Lösungen für Umweltprobleme überzeugt.

Die Geschäftsführerin der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) in Sonthofen, Susanne Beckers, war ausgewählt worden, als Repräsentantin für Deutschland an dem internationalen Erasmus+ Seminar „Education for greener future“ (Nachhaltige Zukunft und nachhaltiger Lebensstil durch Schulbildung) in Lahti teilzunehmen.

Hier spricht sie im Interview mit Hans Ehrenfeld:

Frau Beckers, Sie wurden ausgewählt, Deutschland beim Umweltseminar in der Umwelthauptstadt Europas 2021, in Lahti, zu vertreten. War das eine Überraschung für Sie?

Susanne Beckers: Ja, das war eine große Überraschung, denn das Seminar wurde von der europäischen Union über die nationale Erasmus+ Agentur Finnlands ausgerichtet. Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Ich finde es toll, dass die frühkindliche Bildung über einen solch hohen Stellenwert in diesem Bildungsprojekt verfügt und ich als Repräsentantin für Deutschland teilnehmen durfte.

Wie kamen Sie zu dieser Ehre, Deutschland auf internationalen Ebene im Umweltbildungssektor zu repräsentieren?

Susanne Beckers: Ich habe eine Einladung aus Finnland bekommen, nachdem ich in meinen Netzwerken vom Engagement unserer Kitas für den „Grünen Gockel“, dem Umweltprojekt der evangelischen Kirche berichtet habe.

Zudem arbeiten wir als einzige für Erasmus+ in Bayern akkreditierte Kita schon seit mehreren Jahren mit europäischen Partnern in Projekten zusammen. - Der „Grüne Gockel“ begleitet uns in der alltäglichen Arbeit in unseren Kitas schon seit einiger Zeit. Es war eine Ehre, auf diesem Seminar über unsere Arbeit vortragen zu dürfen. So konnte ich einige unserer Umweltaktionen aufzeigen, wie z.B. das Bienenprojekt im Kindergarten, den Nistkastenbau im Hort und Aktionen zum Upcycling.

In vielen europäischen Ländern, insbesondere in Finnland, ist Nachhaltigkeit im Bildungssektor ein Schwerpunktthema im Lehrplan. Das ist aus meiner Sicht gut so, denn je früher die Kinder mit diesem Thema in Berührung kommen, desto selbstverständlicher wird sich ihr Umweltbewusstsein ausbilden.

Welche Themen wurden im Umweltseminar erörtert?

Susanne Beckers: Aus Finnland waren alle möglichen Professionen aus Erziehung und Bildung vertreten von Lehrkräften aller Schultypen bis hin zu Universitätsmitarbeitenden und Doktoranden. Sie waren wertvolle Ansprechpartner und Wegbegleiter.

Nachdenklich machte ein Vortrag über die Geschichte einer Schule, die sich auf den Weg zu einer nachhaltigen Bildungseinrichtung aufmachte. – Die Geschichte begann damit, dass eine Schülerin sehr über die Umwelt besorgt war und eine Lehrkraft ihr zuhörte. Inzwischen ist diese Schule in ganz Finnland für ihr Engagement berühmt.

Außerdem wurden uns in einem Workshop aufgezeigt, wie man emotionale Kompetenz im Wald vermittelt. Dabei lehrten uns Umweltpädagogen wie zum Beispiel im Wald eine Malmeditation erfolgreich durchgeführt werden kann.

Welche Impulse bringen Sie von Lahti für die Umwelt- und Klimaarbeit in Ihren Sonthofer Kindertagesstätten mit?

Susanne Beckers: Im Verlauf der weiteren Vorträge wurde uns bewusst, dass auch kleine Aktionen eine große nachhaltige Wirkung haben können. Denn aus einem kleinen Samen kann ein stattlicher Baum werden, wenn genügend Wasser, Licht und Nährstoffe zur Verfügung stehen. So wie ein Baum irgendwann Früchte tragen wird, so soll aus diesem Umweltseminar eine erfolgreiche internationale Kooperation in der Umwelt- und Klimaarbeit erwachsen.

Im Rahmen einer globalen Zusammenarbeit im Bereich der frühkindlichen Bildung unserer Kitas soll sich eine nachhaltige Zukunft und ein nachhaltiger Lebensstil entwickeln. Denn gemeinsam können wir viele kleine Schritte tun, die zu einem großen gemeinsamen Ziel führen werden.

Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Susanne Beckers: Ich bin mit der Erwartung zum Seminar gefahren, dort Kontakte herstellen und Netzwerke knüpfen zu können. Daher habe ich mich gefreut, dass Thomas Gehring, unser grüner Landtagsabgeordneter, mir freundlicherweise Gastgeschenke mitgab, welche sehr gut ankamen.

Im Laufe des Seminars entwickelten sich auf den unterschiedlichsten Ebenen sehr fruchtbare Gespräche, über die Ziele der Nachhaltigkeit und deren Umsetzung in Schulen und Kitas. So entstanden sehr gute Kontakte mit den Repräsentanten aus Schweden, Luxemburg, Belgien, Litauen, Estland und besonders aus der finnischen Region Hamina, von welcher wir, zu unserer großen Freude, eine Einladung erhalten haben.

Ich bin zuversichtlich, dass wir die europäischen Kontakte weiter vertiefen können, um mit vielen kleinen Schritten gemeinsam das große Ziel einer globalen grünen Zukunft für unsere Kinder erreichen zu können.

Auch interessant

Kommentare