Zweidrittel-Dach unter Dach und Fach

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Bald „Schnee von gestern“ ist der alte Busbahnhof iun Oberstdorf. Schon Mitte 2019 soll der Neubau fertig sein.

Oberstdorf – Eine schier unendliche Geschichte neigt sich dem Ende zu. Die Würfel für den neuen Busbahnhof in der Marktgemeinde sind gefallen.

Seit 1998 wurde geplant, verworfen und wieder neu geplant bis im vergangenen Jahr beschlossen wurde, den Siegerentwurf eines Planungswettbewerbes zu verwirklichen (der Kreisbote berichtete). Die Busse fahren dabei an acht Bussteigen von Norden her ein und verlassen den Busbahnhof nach Süden.

Im Jahr 2016 hatte das Architekturbüro Fischer und Gibbesch den Wettbewerb zum Bau des Mobilitätszentrums gewonnen. Der Teufel steckte jedoch – wie so oft – im Detail. So gab es Nachbesserungswünsche der Busunternehmen. Es ging um Kapazitäten und die Wendekreise der Busse, da inzwischen auch mehrere Gelenkbusse im Einsatz sind. Zum Schluss standen drei Dachvarianten im Raum, über die sich der Gemeinderat in einer ersten Sitzung nicht einigen konnte.

Kurz vor Weihnachten wurde auch diese letzte Hürde aus dem Weg geräumt und der Gemeinderat entschied sich mehrheitlich für einen Mittelweg bei der Überdachung – die sogenannte Zweidrittel-Variante. Sie bietet Wetterschutz im zentralen Wartebereich und eine Überdachung im Einstiegsbereich der Bussteige. Bei Doppelbelegung allerdings nur für die vorderen Busse. Der hintere Teil bleibt offen und wird mit separatem Wetterschutz versehen.

In der Diskussion waren zuvor noch eine Komplettüberdachung und eine Minimallösung, die nur den zentralen Bereich geschützt hätte. Letztendlich auch eine Kostenfrage. Bürgermeister Laurent Mies plädierte für die „mittlere Lösung“. Sie sei aus städtebaulicher Sicht und von Funktionalität, Investitions- und Betriebskosten die beste Variante. Die Mehrheit der Gemeinderäte folgte dem Vorschlag auch wenn es vom Wetterschutz her betrachtet ein Kompromiss sei. „Zu wuchtig“ und „zu viel überbauter Raum“ waren die Argumente gegen eine Vollüberdachung.

Nun kann das Projekt ausgeschrieben und Zuschüsse beantragt werden. Die Zeit drängt: Mitte 2019 soll das 1,7-Millionen-Projekt fertig sein. Bei der Nordischen Ski-WM 2021 braucht es eine funktionelle Mobilitätsdrehscheibe um die Zuschauerströme zu bewältigen. Neu geordnet werden bei der Gelegenheit auch die Zufahrten zu den Hochfeichter-Parkplätzen. Für Kurzzeitparker sollen neue Plätze angelegt werden. Geplant sind auch Haltestellen für den Fernbus- und Ausflugsverkehr.

Heinrich Bonert

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