Mal sehen, was da wächst

Biologinnen bei der Arbeit: Lena Denk (von rechts) und Birgit Marzinzig suchen auf der Versuchsfläche nach verschiedenen Pflanzen, Meike Boob protokolliert das Ergebnis.

In die nächste Phase geht das Bioinvent-Projekt der Universität Hohenheim zur Untersuchung von Grünlandflächen: Jetzt wird die Erfassung der Vegetation auf den ausgewählten Versuchsflächen im Oberallgäu durchgeführt.

Ein Team der Universität Hohenheim ist derzeit im Oberallgäu unterwegs, um im Rahmen des Bioinvent-Projektes die Vegetation auf Grünlandflächen zu erfassen. Ziel des Projektes ist es, die Bodengesundheit und Funktionalität von Grünlandflächen in Europa zu erhalten. Deshalb werden die Auswirkungen verschiedener Bewirtschaftungsformen (zum Beispiel unterschiedlich intensiver Düngereinsatz), aber auch klimatische Unterschiede (Flachland oder Gebirge) auf die Vielfalt und Funktionalität der Bodenmikroorganismen (Bakterien und Pilze) in Grünländern untersucht.

Im letzten Jahr wurden im Allgäu von rund 100 verschiedenen Flächen Bodenproben entnommen, welche derzeit im Labor auf ihren Nährstoffgehalt (z.B. Stickstoff-, Kalium-, Phosphor­gehalt) und auf das Vorkommen und die Funktionalität der Bodenmikroorganismen untersucht werden. Um ein umfassendes Bild von den Untersuchungsflächen zu bekommen werden nun zusätzlich Erhebungen zur Vegetation durchgeführt. „Jede Pflanzenart fördert durch die Abgabe bestimmter Stoffe über ihr Wurzelwerk (sogenannte Wurzelexsudate) ein ganz individuelles Mikroklima im Boden. Deshalb dürfen wir auch den Einfluss der Pflanzenvielfalt auf die Bodenmikrorganismen in unserem Forschungsprojekt nicht außer Acht lassen“, erläutert Dr. Judith Zimmermann von der Universität Hohenheim, die für das Projektmanagement verantwortlich ist. Momentan werden die Flächen in Tallage untersucht und in einem zweiten Zeitraum Mitte Mai die Flächen in Gebirgslage. Die Bioinvent-Projektpartner in Schweden, in der Schweiz, in Portugal und auf den Azoren gehen bei der Untersuchung der dortigen Grünlandflächen genauso vor.

Eine Besonderheit bei „Bioinvent“ ist, dass in dem Forschungsprojekt Stakeholder Engagement betrieben wird, also nicht nur geforscht wird sondern auch die betroffenen Akteure mit eingebunden werden. Dabei wird das Forscherteam von Dr. Sabine Weizenegger aus Immenstadt unterstützt, die hauptberuflich beim Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. arbeitet und langjährige Erfahrung in Beteiligungsprozessen mitbringt. Die Laborergebnisse sollen im Herbst 2018 an einem Info-Tag im vorgestellt und gemeinsam mit den Akteuren aus der Region diskutiert werden. Das Gesamtprojekt läuft noch bis Anfang 2020.

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