Grünten BergWelt: Unseriöse Argumente der Gegner und persönliche Angriffe

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Die Behauptung, an Stelle der Grüntenhütte entstehe ein „Großrestaurant“, sei wie viele andere Aussagen der Projektgegner nicht korrekt, betont Hagenauer.

Mit großer Betroffenheit reagiert die Allgäuer Unternehmerfamilie Hagenauer auf die zahlreichen persönlichen Angriffe, mit denen sie sich konfrontiert sieht. Die Palette reicht von anonymen Drohungen und Beleidigungen bis zur Behauptung, Gegner des Projekts müssten um ihr Leben fürchten.

Hinzu werde mit falschen Angaben versucht, Stimmung gegen die Pläne zu machen. „Die ständige Wiederholung nicht korrekter Behauptungen erhöht nicht ihren Wahrheitsgehalt“, erklären Sabine und Martin Hagenauer, die gemeinsam mit ihren Kindern Anja und Michl das Projekt am Grünten stemmen wollen.

Für sehr bedauerlich halten sie zudem, dass der vom Oberallgäuer Landrat Anton Klotz initiierte Runde Tisch, an dem Befürworter und Kritiker des Projekts ihre Argumente austauschen sollten, von der Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ verhindert wurde. Sie habe darauf bestanden, alleine mit Klotz zu reden. „Dialogbereitschaft sieht anders aus“, betont Sabine Hagenauer. 

Mit Nachdruck wendet sich die Unternehmerfamilie gegen eine Fülle unrichtiger Behauptungen, wie sie zum Teil im sogenannten Leitbild der Bürgerinitiative und vor allem in der Petition gegen das Projekt verwendet werden. So wurde unter anderem moniert, durch die geplante Walderlebnisbahn würden geschützte Vogelarten wie der „elegante Schwarzstorch“ vertrieben. „Es gibt aber laut Angaben der Fachleute überhaupt keine Hinweise auf ein Vorkommen des Tiers im Projektgebiet“, betont Martin Hagenauer. Auch das Birkhuhn verfüge in diesem Bereich nicht, wie behauptet, über Nistplätze. 

Keine Biotopflächen 

Ebenso falsch sei das Argument, am Grünten würden Biotope und Landschaftsschutzgebiete zerstört. Der Neubau von Liftstationen und der Grüntenhütte liege , so die Unternehmer, außerhalb von Biotopflächen. Das bestehende Landschaftsschutzgebiet mit einer Größe von 7 615 Hektar werde von möglichen Eingriffen nur im Promillebereich tangiert. Durch den Abbruch des Gipfelliftes werde das sensible Europäische FFH-Gebiet sogar entlastet. 

Ebenso unwahr sei die Behauptung, das Projekt zerstöre „Jahrtausende alte“ CO2-Speicher. „Bei so alten Speichern handelt es sich um Moore“, so Sabine Hagenauer, „davon ist kein einziges betroffen.“ 

Kein Bergwald 

In diesem Zusammenhang sei es ebenfalls irreführend, zu behaupten, Teile des Bergwaldes müssten für eine Rodelbahn gerodet werden. „Die dortigen Grundstückseigner bauen, unabhängig von unserem Projekt, einen Forstweg, den wir im Winter als Rodelbahn nutzen möchten“, erläutert Martin Hagenauer. Tangiert werde dadurch ein ausgewachsener und in die Jahre gekommener, für Schädlinge und Windbruch anfälliger Fichtenbestand. Der neue Wirtschaftsweg ermögliche mittelfristig den Umbau des Gebiets in einen stabilen Bergmischwald mit Buche und Tanne. 

Kein „Großrestaurant“ 

Die Behauptung, anstatt der bestehenden Grüntenhütte entstehe ein „Großrestaurant“, sei ebenfalls nicht korrekt. Die neue Hütte entspreche, so die Planungen, in ihren Außenmaßen weitgehend der jetzigen und sei für 120 Sitzplätze im Innenbereich konzipiert. Schon heute verzeichne die Hütte an Spitzentagen im Außenbereich ähnlich viele Gäste, wie sie im Neubau vorgesehen sind. Zurzeit seien die hygienischen Standards beim gastronomischen Betrieb jedoch nur mit Mühe aufrecht zu erhalten. Ein Neubau, der im Übrigen von der Alpgenossenschaft Grünten bereits seit zehn Jahren geplant ist und von ihr auch unabhängig vom Projekt Grünten BergWelt durchgeführt werden soll, entspreche modernsten Umweltstandards und werde an den Abwasserkanal angeschlossen. 

Kein Großparkplatz 

„Leider werden all diese Dinge von den Kritikern des Projekts beharrlich ignoriert“, resümiert Martin Hagenauer. Dazu zähle auch die Tatsache, dass anstatt der bisher sieben nur drei neue Anlagen errichtet werden. Dadurch würden Störungen für die Tierwelt erheblich verringert, und es entstehe keineswegs eine zusätzliche C02- Belastung. Alle bestehenden Altanlagen werden bisher mit Dieselaggregaten betrieben. Die drei neuen, von denen im Sommer nur die Hauptbahn laufen wird, werden jedoch mit hoher Energieeffizienz (die Hauptbahn bei einem Wirkungsgrad von 94 Prozent) mit modernen Elektroantrieben ausgestattet sein. 

Falsch sei auch die Behauptung, die Parkplatzfläche an der Talstation werde verdoppelt. Die zusätzliche Fläche sei nicht einmal halb so groß wie die bestehende. Zu den derzeit möglichen 450 Stellplätzen sollen 200 weitere hinzukommen. Ein im Dorf bestehender Parkplatz werde zudem aufgegeben. 

Kein Rummelplatz 

Auch die Behauptung, am Grünten entstehe im Zuge des Umbaus ein Rummelplatz, sei ebenso unrichtig wie die Annahme, der Grüntengipfel werde nun überlaufen. „Die neue Kabinenbahn wird die Gäste eben nicht auf den Gipfel befördern“, unterstreicht Sabine Hagenauer. Ihr Endpunkt liege mehr als 200 Höhenmeter darunter. Besucher würden ausdrücklich auf alpine Gefahren eines weiteren Aufstiegs hingewiesen und keineswegs aktiv zum Gipfel geführt. 

„Der Grünten hat gerade dann eine positive Zukunft, wenn alle Beteiligten am neuen Gesamtkonzept aktiv mitwirken“, ist Familie Hagenauer überzeugt. „In Summe wird er ökologisch und touristisch ebenso gewinnen wie die Region.“ Wer dem umweltfreundlichen Rat folge, bevorzugt im eigenen Land Urlaub zu machen und auf lange Anfahrten sowie Flugreisen zu verzichten, finde mit einem zusätzlichen, attraktiven und familienfreundlichen Erholungsgebiet im Allgäu eine überzeugende Alternative.

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