Grünten BergWelt: Investorenfamilie setzt auf Dialog

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Einer der Trampelpfade, die beseitigt werden sollen.

„Wir sind jederzeit zu einem offenen und ehrlichen Gespräch bereit“, betont die Unternehmerfamilie Hagenauer, die in der 60-jährigen Geschichte der Bergbahnen am Grünten ein neues Kapitel aufschlagen will. Der Rückbau der Altanlagen sowie die Beseitigung von Trampelpfaden sind ein Teil des Konzepts.

Rund 30 Millionen Euro wird die Familie im Rahmen des Konzeptes "Grünten BergWelt" in den Rückbau der Altanlagen und deren Rekultivierung sowie in einen Neubau und in die Beseitigung von Trampelpfaden investieren möchte. 

„Wir laden jeden gerne zur Diskussion unserer Pläne ein“, erklärt Sabine Hagenauer, die als Geschäftsführerin bereits die Alpsee Bergwelt erfolgreich leitet. Allerdings seien im Zuge der bisherigen öffentlichen Debatte von Kritikern mitunter Argumente ins Feld geführt worden, die nicht der Realität entsprächen. So werde gemutmaßt, auf dem Grünten entstehe im Zuge des Umbaus ein Rummelplatz, an dem täglich bis zu 6 000 Besucher erwartet werden. Vielmehr rechne man an Spitzentagen im Sommer maximal mit 2 000 Besuchern. Jedoch würden diese auf neuen und geordneten Wanderwegen sowie mit der Bergbahn unterwegs sein. 

Gegenwärtig leide der Grünten unter Wanderern, die bestehende Wege breiter austreten und so eine hohe Zahl von Trampelpfaden hinterlassen. Aber auch im Winter unter Skitourenskigehern, die zu fast jeder Tages- und Nachtzeit im gesamten Bereich unterwegs seien. Dieser ungeregelte Winterbetrieb stelle eine weit größere Belastung für die Tierwelt dar, als ein geordneter Skibetrieb auf klar definierten Pisten und zu festgelegten Zeiten. Geplant ist deshalb, gemeinsam mit Vertretern der Skitourengeher ein naturverträgliches Konzept für deren Sport am Grünten zu entwickeln. Auch andere Gruppen wie die Kletterer am Giglstein sollten aufgrund von Ausgleichsmaßnahmen keine Einschränkungen hinnehmen müssen. „Es ist uns ein großes Anliegen“, so Martin Hagenauer, „mit allen beteiligten Interessensgruppen einen guten Konsens zu finden, die Natur zu schonen und für alle Beteiligten ein harmonisches und wertvolles Angebot zu entwickeln.“ 

Unrichtig sei jedoch die mehrfach aufgestellte Behauptung, die neue Grünten BergWelt entstehe in einem Naturschutzgebiet. Der Bereich, in dem die Anlagen betrieben werden, befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG), das eine deutlich geringere Schutzkategorie aufweist. Der Gipfelbereich des Grünten ist Teil eines nach europäischer Fauna Flora Habitat Richtlinie ausgewiesenen FFH-Gebiets. Hier befindet sich der bisherige Gipfellift, der aber ersatzlos beseitigt werde. Auch der Behauptung, die Vogelwelt werde durch die neuen Anlagen zusätzlich stark belastet, widersprechen die Investoren. Zurzeit bestehe für Vögel ein hohes Unfallrisiko durch Kollisionen mit den vielen dünnen Seilen der vorhandenen sieben Altanlagen. Einer dieser Lifte stehe jetzt entlang eines Grates, was für die Tiere zusätzlich sehr problematisch sei. Diese Anlage werde ersatzlos entfernt. Die neuen Lifte und auch die Walderlebnisbahn würden von Fachleuten so geplant, dass es für Vögel kein Kollisionsrisiko mehr gibt. 

Wie berichtet, sollen am Grünten statt der bisher sieben nur drei Anlagen errichtet werden. Dadurch werde keineswegs eine zusätzliche C02- Belastung entstehen. Alle sieben bestehenden Altanlagen werden bisher mit Dieselaggregaten betrieben. Die drei neuen, von denen im Sommer nur die Hauptbahn laufen wird, werden jedoch mit hoher Energieeffizienz (die Hauptbahn mit einem Wirkungsgrad von 94 Prozent) mit Elektromotoren ausgestattet sein. 

Auch den Kritikpunkt, die geplante Walderlebnisbahn zerstöre wertvollen Wald, möchten die neuen Betreiber der Grünten BergWelt nicht so stehen lassen. „Es werden lediglich einzelne Bäume aus einem geschlossenen Waldbestand am Tobelrand entfernt,“ erklärt Martin Hagenauer. Die Seile, werden so gekennzeichnet, dass sie für die Vögel kein Kollisions-Problem darstellen. Nachdem der Tobel für besonders schützenswert erklärt wurde, werde der Verlauf der Trasse nach Osten in den Bereich einer Freifläche an den Waldrand verlegt. Der genaue Trassenverlauf werde mit Experten des Fachgebiets Vögel abgestimmt, um so Eingriffe möglichst zu minimieren. Eine unangenehme Geräuschentwicklung wurde von Gutachtern bereits verneint. 

„Der Grünten wird, wenn alle Beteiligten am neuen Gesamtkonzept aktiv mitwirken, nicht zerstört“, davon ist Familie Hagenauer überzeugt, „sondern in Summe ökologisch und touristisch ebenso gewinnen wie die Region.“ Um das Unternehmen wirtschaftlich zu führen, könne man nicht auf den Sommerbetrieb verzichten. Auch das Gros der anderen Allgäuer Skigebiete sei im Sommer geöffnet. Zudem biete man gerade Urlaubern, die vermehrt im eigenen Land Ferien machen und auf lange Anfahrten sowie Flugreisen verzichten wollen, ein zusätzliches attraktives und familienfreundliches Erholungsgebiet im Allgäu. Der zusätzlich auftretende Verkehr falle laut der Untersuchung eines anerkannten Gutachters im Vergleich zum bestehenden Verkehrsaufkommen kaum ins Gewicht. Ein Parkleitsystem mit Zufahrtsbeschilderungen an den Zubringerstraßen wird bereits von Experten erarbeitet.

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