1 738 – die Herausforderung im Mai

Grünten-Challenge: Eine verrückte Idee für eine gute Sache

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„Challenge-Erfinder“ Andy Brittain ist überwältigt, welche Begeisterung seine Idee auslöst.

Oberallgäu – Kein Maibaum, kein Maitanz – ein Lauf im Mai, das geht! Während Breitensport und Wettkampfgeschehen aufgrund der derzeitigen Pandemie-Beschränkungen auf Eis liegen, hat sich eine „corona-konforme“ Gruppe von Ausdauersportlern am Grünten zusammengefunden. Auf Abstand, versteht sich. Bei der „Grünten Challenge“ wird das einsame, gemeinsame Sporterlebnis draußen auf einer Facebook-Plattform zur geselligen Veranstaltung. Und: Einem guten Zweck dient dieser ungewöhnliche Wettbewerb ebenfalls.

Die Idee sei letztendlich aus der „Corona-Not“ geboren, erläutert Andy Brittain - Die „Grünten Challenge“. Das Prinzip ist wieder einfach: Im Monat Mai soll jeder, der Lust hat mitzumachen, sooft er will und kann auf den Grünten laufen oder gehen. „Wo man startet ist egal“, sagt Brittain vom Laufsport- und Trailrunning-Geschäft „Bergling“ in Sonthofen. Das Ziel ist der Grüntengipfel mit 1 738 Metern Höhe. „Da kommen jeweils 700 bis 800 Höhenmeter zusammen. Es geht nur um den Aufstieg an sich.“ Weder die Laufzeit noch der gewählte Weg spielen eine Rolle.

Fotostrecke Gipfelglück: Das sind die Läuferinnen und Läufer

„Challenge-Erfinder“ Andy Brittain ist überwältigt, welche Begeisterung seine Idee auslöst. © privat
Alexandra Schäfer trifft immer Bekannte am Berg. © privat
Der Nebel auf dem Grünten bringt Rabea (rechts) und Petra nicht ums Gipfelglück. © privat
Sven Mehrer ist jeden Tag oben: mindestens einmal. © privat
Michael Brutscher aus Blaichach war am 13. Mai – wieder einmal – ganz oben und berichtet: „Heute mit meiner Cousine Mary aus Dorfen mit super Aussicht übers Wolkenmeer.“ © privat
Andy Brittain © privat
A. Schäfer © privat
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G. Krehl © privat
M. Brutscher © privat
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Pro „Besteigung“ spenden die Challenge-Teilnehmer, die sich in einer Facebook-Gruppe „treffen“, einen Euro für das Straßenkinder-Projekt in Madagaskar, das Andy und Rabea Brittain seit vielen Jahren mit sportlichen Aktionen unterstützen.

Die Challenge-Clique ist inzwischen auf gut 60 Akteure angewachsen. Jeder Aufstieg seit 1. Mai wird mit einem Selfie und da und dort einem kurzen Kommentar auf der Facebook-Gruppe dokumentiert. Unter www.facebook.com/groups/915062558929262 ist das „Logbuch“ der Challenge aktuell einzusehen.

Andy Brittain: „A bisle beeindruckend ist das schon. Wir haben aktuell mehr als 250 Aufstiege mit rund 180 000 Höhenmetern! Außerdem finde ich das richtig witzig, so viele fleißige Menschen zu sehen, die den Berg rauf und runter laufen.

Mit dabei ist auch Alexandra Schäfer aus Sonthofen. „Wirklich toll und spannend, wen man da alles treffen kann“, meint die Sportlerin, nach bislang zehn Aufstiegen. Sie will im Monat Mai auf 31 Bergläufe kommen. Nur an zwei Tagen habe es bislang nicht geklappt; aber das werde sie irgendwie ausbügeln. „Das schaffe ich schon...“ Sie denkt dabei an einen Pendellauf: auf der Südseite den Grünten rauf; dann auf der Kranzegger Seite ein Stück weit hinab und dann wieder zurück.

Kaum weniger eifrig bei der Sache ist Michael Brutscher aus Blaichach. „Nach den vielen abgesagten Laufveranstaltungen durch die Corona-Pandemie ist das ein prima Ersatz.“ Er hat ebenfalls schon viele Bekannte am Berg getroffen und findet das Tagebuch auf Facebook ebenfalls sehr spannend und kurzweilig.

Brutschers Arbeitskollege Sven Mehrer kommentierte am 8. Mai: „Und weil i‘s so gut find wie die Aktion angenommen wird, no schnell Nummero 8 vor dem Schaffen...“ Mehrer „lebt“ diese Challenge und lässt keinen Tag aus.

Andy Brittain ist zufrieden: „Vor 46 Jahre mussten meine Eltern mich mit einem Eis ‚überzeugen‘, auf den Grünten zu gehen. Und heute? Freiwillig, aber nicht ohne Lohn. Fast zufriedener als nach dem Eis vor 46 Jahren. Der Grünten, schon wie ein Freund – von allen Seiten 100 mal begangen. Aber noch nie in der aktuellen Frequenz. Mir gefällt das.“

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