Mehr Schnee und mehr Genuss?

»GrüntenBergWelt«: Gemeinderat lobt Projekt der Familie Hagenauer

Investorenfamilie Hagenauer präsentierte dem Gemeinderat in Rettenberg die Planungen für die Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten.
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Investorenfamilie Hagenauer präsentierte dem Gemeinderat in Rettenberg die Planungen für die Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten.
  • vonJosef Gutsmiedl
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Rettenberg – Die GrüntenBergWelt GmbH der Investorenfamilie Hagenauer legte nun die Planung für die Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten vor. Der Gemeinderat lobte die Pläne.

Nach drei Jahren Pause legte die Rettenberger Investorenfamilie Hagenauer eine grundlegend überarbeitete Planung für die Modernisierung des bestehenden Ski- und Wandergebietes und der touristischen Entwicklung am Grünten vor. Das Motto: Grünten – Natur.Genuss.Berg“.

Grüne im Gemeinderat gegen zweite Beschneiungsanlage

Neu in den Plänen ist ein Parkhaus nahe der Talstation. Die „erste Instanz” im Verfahren der erforderlichen Baugenehmigungen war jetzt der Rettenberger Gemeinderat. Sowohl der Antrag auf Erneuerung der Liftanlagen, als auch die Erweiterung des Gaststättenbetriebes einer modernisierten Grüntenhütte und der Neubau eines Parkhauses wurde einstimmig befürwortet.

Nur die Erweiterung der Beschneiungsanlagen fand durch Gegenstimmen der Grünen-Fraktion nicht die ungeteilte Zustimmung. Eine rechtsgültige Genehmigung ist mit dem gemeindlichen Einvernehmen allerdings nicht verbunden: Diese Entscheidung ist in der Folge des Verfahrens Sache des Landratsamtes.

Neue 10er-Umlaufseilbahn

„Es wird ein richtig tolles Projekt”, brachte Anja Hagenauer die Neufassung der Planung auf den Punkt. Die Investorenfamilie habe sich intensiv mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt. Das Projekt stehe für hohe Qualitätsansprüche auch beim Genuss der Landschaft und Natur.“ Das ist Zentrum unseres Projektes.” Und: Man bewege sich am Grünten in einer Kulturlandschaft, die seit langem vom Menschen geprägt sei. Eine Besucherlenkung soll wichtiges Element des Projektes sein, so Anja Hagenauer.

Im Zuge der Modernisierung werden die alten Liftanlagen am Grünten abgebaut und durch neue Anlagen ersetzt. Kernstück ist eine neue 10-er-Umlaufseilbahn mit Tal-, Mittel- und Bergstation. Die knapp 2 000 Meter lange Bahn überwindet gut 500 Höhenmeter und kann 1 500 Personen pro Stunde auf den Berg bringen. „Nicht auf den Gipfel”, betonte Michael Hagenauer, als er das Entwicklungskonzept dem Gemeinderat erläuterte.

Künstlicher Schnee

Im Zuge der Modernisierung wird ein Ausbau der Beschneiungskapazität als unabdingbar gesehen, um das Skigebiet auf lange Sicht sinnvoll betreiben zu können. Der bestehende Speicherteich mit rund 13 50 Kubikmeter Fassungsvermögen bekommt den Planungen zufolge einen zweiten Teich zur Seite, der rund 44 000 Kubikmeter Wasser fassen kann. Somit könnten dann statt wie bisher 11 Hektar rund 24 Hektar Pistenfläche beschneit werden. Verbunden damit ist eine Netzerweiterung mit 106 neuen Zapfstellen.

Parkhaus im Tal

Ganz neu in der Planung ist der Bau eines eigenen Parkhauses in unmittelbarer Nähe der Talstation. Auf vier Etagen sollen 315 Stellplätze entstehen. Weitere 135 Stellplätze sind im Außenbereich vorgesehen. Die bisherige Parkplatzfläche ist im Besitz der Gemeinde und könnte dann anderweitig genutzt werden.

Wesentlicher Teil des Konzeptes ist nicht zuletzt das Thema Besucherlenkung. Bereits an der Talstation sollen die Grünten-Besucher ins Wandergebiet geleitet werden, und weitgehend auf bereits bestehenden Wander- und Alpwegen zur Bergstation der neuen Bahn und zur Grüntenhütte gelangen. Damit soll nicht zuletzt eine Entlastung des Gipfelbereiches bewirkt werden.

Grüntenhütte: Anbau mit Ausblick

Modernisieren will Familie Hagenauer auch die traditionelle Einkehrmöglichkeit Grüntenhütte. „Die Grüntenhütte als Zentrum des Genusses.” Das Ziel der Modernisierung des gastronomischen Angebotes beschrieb Anja Hagenauer in Abwandlung des Slogans mit den Worten: „Bodenständig bleiben – aber gut umsetzen in guter, hochwertiger Gastronomie.”

Frühere Planungen, das Gebäude an einem anderen Standort ganz in der Nähe neu zu errichten, wurden inzwischen verworfen. Vom Tisch ist damit auch die Änderung der Landschaftsschutz-Verordnung für das Gebiet. Stattdessen soll es hier einen Teilneubau der Grüntenhütte geben, der sich an den jetzigen Bestand anlehne. „Im Großen und Ganzen wird sich nicht viel verändern”, stellte Anja Hagenauer fest. Auch die Übernachtungsmöglichkeit bleibt erhalten. Statt im Matratzenlager allerdings in 4-Bett-Zimmern und mit Ausblick auf das Alpenpanorama.

Kunstinstallationen am Grünten

Im Außenbereich kann sich das neue Konzept verschiedene Kunstinstallationen vorstellen. „Nichts Verrücktes”, wie Hagenauer meinte; vielmehr sei beabsichtigt, damit die Natur am Grünten weiter zu betonen und zu umrahmen unter dem Slogan „Kulinarik und Kunst”. In einer „Naturschau” in der zukünftigen Bergstation soll die Vielfalt und Besonderheit des Grüntengebietes anschaulich und pädagogisch aufbereitet gezeigt werden.

„Wenn man es gut macht, wird dass ein richtig tolles Projekt”, ergänzte Anja Hagenauer. Überlegungen zu weiteren Schlechtwetterangeboten werden ebenfalls angestellt. „Für ein breites Altersspektrum, das wäre ein großer Mehrwert für die ganze Region”, so Anja Hagenauer weiter. „Ein Leuchtturmprojekt, falls eine gute Truppe in einer Arbeitsgruppe zusammenfindet.”

Bürgermeister Weißinger lobte Projektplan

In einigen Anmerkungen lobte Bürgermeister Nikolaus Weißinger, den neuen Anlauf der Investorenfamilie und meinte: „Stillstand kann nicht die Lösung aller Probleme sein.” Alles sei „mit Hirn und Verstand” geplant. Er sei wie der Gemeinderat überzeugt, dass das „tolle Konzept” eine Zukunftsvision für die Gemeinde eröffne – „erlebbar und spürbar für fast alle Rettenberger”.

Der Zweite Bürgermeister, Thomas Tanzer, ergänzte: „Die Modernisierung ist eine große Chance nicht nur für Rettenberg, sondern für das gesamte Allgäu.” Heute könne der erste Schritt dazu erfolgen mit der Stellungnahme der Gemeinde. Jetzt sei eine „vernünftige Weiterführung” für das Ski- und Wandergebiet möglich. Tanzer erinnerte auch an Proteste gegen das Projekt und an Bedenken, die vorgetragen wurden.

Bedenken beim Beschneiungskonzept hatten zumindest die Grünen im Gemeinderat und verweigerten diesem Punkt ihre Zustimmung. Eine flächige Beschneiung passe nicht in eine Zeit in der der Klimawandel spürbar sei, erklärte Gemeinderat Gerhard Honold nach der Sitzung. Nichts vom geplanten Parkhaus hält Max Stark von der Initiative „Rettet den Grünten”.

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