Oberstdorf: Gemeinderat beschließt Sanierung der Grundschule

Die Schule bleibt im Dorf

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Die Schule bleibt im Dorf. Der Marktgemeinderat beschloss jetzt nach langem Hin und Her die Sanierung der Oberstdorfer Grundschule.

Oberstdorf – Die Grundschule bleibt in der Ortmitte und wird saniert, so der eindeutige Beschluss des Oberstdorfer Gemeinderates. In der Diskussion standen in den letzten Monaten auch ein Abriss der Mittelschule beim Gymnasium und eine Zusammenlegung der beiden Schulstandorte.

Das Schulthema treibt die Oberstdorfer Bürger und Gemeinderäte seit Jahren um. Nach dem Gymnasium sind mit Grund- und Mittelschule auch die beiden anderen Schulen renovierungsbedürftig. Grob geschätzter Aufwand nur für die Grundschule – 4,8 Millionen Euro. Für die Gemeinde trotz Zuschüsse ein finanzieller Kraftakt.

Nachdem das Thema zuerst hinter verschlossenen Türen mit Lehrerschaft, Elternvertretern und dem Schulamt diskutiert wurde, brachte UOL-Gemeinderat Josef Dornach mit seiner Forderung, das Thema öffentlich im Gemeinderat zu behandeln, den Stein ins Rollen. Worauf sich Bürgermeister Laurent Mies, CSU und Grüne zu einer Sanierung des bestehenden Gebäudes bekannten. Von der AO/FDP-Fraktion kam massive Kritik. Die Politik von Bürgermeisters Laurent Mies laufe in den letzten Jahren nicht darauf hinaus, den Schulstandort Oberstdorf zu stärken, forderten sie den Erhalt der drei unabhängigen Schulen. Mies habe lange von einem Abriss der Mittelschule gesprochen. Worauf es bei den bezuschussenden Behörden zu den Überlegungen gekommen sei, Grund- und Mittelschule zusammen zu legen. Vorwürfe, die Mies in einem „Rathaustelegramm“ umgehend zurückwies. Er habe sich bei Einführung der Mittelschule intensiv für diese Schulform eingesetzt.

Streit und Einigkeit im Gemeinderat

Der Streit setzte sich in der Sitzung fort, wo sich Bürgermeister und Martin Rees von der AO/FDP heftig beharkten. Rees nannte das Rathaustelegramm eine „Märchenstunde“, mit dem den Bürgern Sand in die Augen gestreut werden solle. Mies wollte diese „humoristischen Einlagen“ nicht hinnehmen. Der Schulverband habe die Lösungen zwischen Abriss und Neubau der Mittelschule geprüft. Diese Ergebnisse habe er übermittelt.

Dabei herrschte eigentlich quer durch alle Fraktionen Einigkeit über den Sanierungsbedarf und dass alle Schulstandorte erhalten bleiben sollen. Man habe alle Varianten aus wirtschaftlicher, pädagogischer und organisatorischer Sicht geprüft ohne dass ein klares Ja oder Nein herausgekommen sei, erläuterte Hauptamtsleiter Thomas Kretschmer. „Der Sanierungsbedarf steht außer Frage“, ergänzte Schulreferent Christian Ricken (Freie Wähler). Wenn es keine eindeutigen Argumente gebe, solle man die gewachsenen Zustände nicht ändern. Von „einer Herzensangelegenheit der CSU“, den Grundschulstandort zu erhalten, sprach Josef Geiger. Siegmund Rohrmoser (Grüne) sieht das Projekt jetzt auf einem guten Weg. Auch „wenn das Pendel schon mal in die andere Richtung ausgeschlagen hatte, was viele nicht mehr wahrhaben wollen“.

Helmut Schratt (FW) wollte genauer wissen, was an Kosten auf die Gemeinde zukommt und nicht erst in den Haushaltsberatungen im Herbst. Auch Peter Titzler (FW) hielt die Entscheidung für noch zu früh. Er habe sich nie gegen den jetzigen Grundschul-Standort ausgesprochen, sah Dornach aber noch ungeklärte Fragen. Er stellte für die UOL-Fraktion einen Antrag mit einem umfangreichen Fragenkatalog zur Zukunft der Schulen. Der aber nicht zur Abstimmung kam, da zuvor schon der Antrag der Verwaltung für die Sanierung bei einer Gegenstimme angenommen wurde.

Heinrich Bonert

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