Der Höhenflug des "Ahornvogels"

+
Mit den Kindern freuen sich Schulleiterin Anita Scherm (vorne links) und Dr. Franz Binder vom Bayerischen Forstverein ((hintere Reihe von links) und die Förster Martin Wenzel und Volker Schulz von der Bergwaldoffensive über die tolle Auszeichnung.

Rettenberg – Seit fast drei Jahren ist die Grundschule Rettenberg Premium-Partnerschule der Bergwaldoffensive. Seitdem trägt die Zusammenarbeit der Schulkinder mit den Förstern Früchte. Für das Engagement wurde die Grundschule Rettenberg jetzt mit dem „Alpinen Schutzwaldpreis“ ausgezeichnet.

„Unser Schule hat schon was...“ So lautet der Refrain des Liedes der Grundschule Rettenberg. Und jetzt hat die Grundschule etwas ganz Besonderes: Ende Januar wurde dem Projekt Premium-Partnerschule der mit 1 000 Euro dotierte „Alpine Schutzwaldpreis Helvetia 2016“ der ArGe Alpenländischer Forstvereine zuerkannt. Eine Gruppe der Schülerinnen und Schüler war dazu nach Vandans in Vorarlberg gereist und hatte die Urkunde, eine Holzskulptur und natürlich das Preisgeld in Empfang genommen. Jetzt wurde der Alpine Schutzwaldpreis mit einem Fest an der Grundschule in Rettenberg „begrüßt“.

Schulleiterin Anita Scherm: „Es ist schon etwas Besonderes, dass wir diese Auszeichnung heute feiern können.“ Wie es dazu kam und wie das Projekt „lebt“, zeigten die Schülerinnen und Schüler in zwei anschaulichen Singspielen und berichteten von der guten Zusammenarbeit mit den Förstern der Bergwaldoffensive. Und der „Ahornvogel“, das Maskottchen der Partnerschaft, bringt es auf den Punkt: „Die Menschen müssen verstehen, wie wichtig der Wald ist.“

Auf dem Stundenplan steht regelmäßig das Thema Bergwald in seiner Vielfalt. „Der Wald ist ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags“, sagt Förster Martin Wenzel. Nach dem Motto „Nur was ich kenne und Schätze, das schütze ich auch“ gehen die 6- bis 10-Jährigen auf Erkundungen im nahen Bergwald am Grünten oder dem Rottachberg – beide liegen quasi vor der Haustüre. „In vielen Praxisstunden werden die lokalen und regionalen Bezüge erarbeitet“, erklärt Wenzel den Kerngedanken der Premium-Partnerschaft. Da wird geschaut was sich am Boden tut, wo Vögel wohnen, erforscht, was Schutzwald gerade am Grünten bedeutet oder beobachtet, wie ein Waldarbeiter einen Baum fällt...

„Vor allem geht es darum, die Kinder selbst aktiv werden zu lassen“, berichtet Wenzel weiter. Also: Ab in den Bergwald zum Erkunden, Erforschen, Bäumepflanzen! Inzwischen gibt es sogar einen kleinen Schulwald am Grünten, um den sich die Förster und die Schulkinder gemeinsam kümmern und der noch weiter wachsen soll. Mehr als 700 junge Waldbäume haben die Kinder hier schon gepflanzt.

Der Preis sei auch eine Wertschätzung der Arbeit, die die Schule gerne mache, ergänzt Schulleiterin Anita Scherm. Das „große Glück“ sei es gewesen, die Zusammenarbeit mit der Bergwaldoffensive am Grünten „gewonnen“ zu haben, mit der das Projekt nach und nach entwickelt wurde. „Es ist ja nicht so, dass die Förster nichts anderes zu tun hätten“, beschreibt Scherm die große Unterstützung durch die Forstverwaltung. Mitgetragen werde die Projektarbeit von den Lehrkräften, Eltern und weiteren Helfern. Viele Ideen und Anregungen wurden seitdem aufgegriffen. Anita Scherm ist sicher: „Uns gehen die Ideen nicht aus.“

Rettenbergs Bürgermeister Oliver Kunz und der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz sind begeistert vom großartigen Engagement der Grundschule und der Förster. „Eine Präventionsarbeit der besonderen Art“, beschreibt Kunz das Projekt der Partnerschule und ist optimistisch, dass die Zusammenarbeit weiter gut laufen wird. Als Belohnung will der Bürgermeister die Brotzeit für das Schulfest spendieren.

Landrat Anton Klotz kam ebenfalls nicht mit leeren Händen zur Feierstunde: Bei der nächsten Aktion der Grundschüler im Bergwald will er jedem Teilnehmer ein Eis spendieren. Klotz: „Es ist großartig und einmalig was ich hier erlebe. Ihr habt diesen Schutzwaldpreis wirklich verdient!“

Noch Zukunftsmusik: Der Schutzwaldpreis für das Jahr 2017 wird im nächsten Jahr im Allgäu verliehen. Da wäre es doch eine prima Idee, wenn sich die Grundschule Rettenberg erneut bewerben würde, regte die Vorsitzende des Bayerischen Forstvereins, Gudula Lermer, an. Der Forstverein legte auf das Preisgeld noch einmal 400 Euro drauf, als Ansporn für weitere Projekte.

Josef Gutsmiedl

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Faschingsauftakt in Sonthofen
Faschingsauftakt in Sonthofen
Zapfenstreich fürs Oberstdorfer Bockbierfest
Zapfenstreich fürs Oberstdorfer Bockbierfest
"Ein bisschen Luther tut gut" - Kanzelrede von Markus Söder in Oberstaufen
"Ein bisschen Luther tut gut" - Kanzelrede von Markus Söder in Oberstaufen

Kommentare