Bezahlbarer Wohnraum: Kommt der Spielplatz unter die Räder?

Blaichach: Bauprojekt unter Beschuss

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Großzügig und alles im Blick: Der jetzige Spielplatz an der Montfortstraße sei durch nichts zu ersetzen, findet die Spielplatz-Gruppe und sammelt Unterschriften für den Erhalt des beliebten Treffpunktes in Ettensberg.

Die Gemeinden in Bayern sollen „bezahlbaren Wohnraum“ schaffen. Auch Blaichach will seinen Teil beutragen, doch stößt das Bauvorhaben an der Montfortstraße in Ettensberg auf heftigen Widerstand.

Die Gruppe „Spielplatz Montfortstraße“ kann den Plänen rein gar nichts abgewinnen und will das Neubauprojekt, das auf dem jetztigen großzügigen Spiel- und Bolzplatz geplant ist, verhindern. Verbündete will die Gruppe auch mit einer Unterschriftenaktion gewinnen.

Der Gemeinderat hat sich allerdings einstimmig für das Projekt ausgesprochen und erste weitere Schritte eingeleitet. Schon im kommenden Frühjahr soll Baubeginn sein. Geplant ist ein T-förmiges Gebäude, das 18 Wohnungen unterschiedlicher Größe umfassen soll. Gesamtkosten: 4,6 Millionen Euro. Ein Drittel davon wird jedoch als Zuschuss vom Freistaat Bayern aus dem Programm der kommunalen Wohnraumförderung gedeckt. Für die Gemeinde bliebe folglich ein Eigenanteil von 2,6 Millionen, da das Grundstück im Wert von 600.000 Euro schon der Kommune gehört. Nach 21 Jahren sei der erforderliche Kredit abbezahlt, es beginne für die Gemeinde die Gewinnphase.

„Wir kämpfen für unseren Ort und für die dringende Suche nach einem sinnvollen Bauplatz für das neue Wohnhaus“, heißt es in dem Flugblatt der Sprechergruppe, das seit einigen Wochen verteilt wird. Blaichach verfüge über „relativ viele Baulücken“ im Ort und das Gelände des jetzigen Spielplatz sei auch bautechnisch keine gute Wahl: Ortsrandlage, ein unmittelbar angrenzender instabiler Hang, feuchter und felsiger Grund... Das alles treibe die Kosten in die Höhe, so ein Argument der Sprechergruppe mit Blick auf die Verschuldung der Gemeinde. „In anderen Kommunen werden ähnliche Wohnbauprojekte wesentlich günstiger realisiert.“ Man „drückt den Block mit 18 Wohnungen auf unseren Platz“, so das Fazit der Gruppe in ihrem Flugblatt. Auch die zu erwartende Verkehrssituation werde weitere Belastungen in die Siedlung bringen.

Der bestehende „gewachsene“ Spiel- und Bolzplatz sei allen Beteuerungen des Gemeinderates zuwider nicht durch eine neue Anlage zu ersetzen, finden die Vertreter der Gruppe. Schon die Erreichbarkeit des neuen Platzes sei mangelhaft und beschwerlich, vor allem für Ältere und Eltern mit Kinderwagen. Zudem wären Spielplatz und Bolzplatz getrennt und durch einen Weg verbunden. „Das ist genau das Gegenteil von dem was den jetztigen Platz auszeichnet“, so die Kritiker der „Umsiedlung“. Die Position des Gemeinderates ist klar: Einstimmig wurde das Wohnungsbauprojekt auf den Weg gebracht. Mehrere Gemeideräte unterstrichen dem Kreisbote gegenüber, dass sie dies als „ganz normalen demokratische Vorgang“ verstünden. Die „Spielplatzgruppe“ sei bei den Vorgesprächen einbezogen worden.

Die Gegner des Projektes seien allerdings nur unzureichend informiert worden, kontert die Sprechergruppe. Ihren Widerstand werde die Gruppe keinesfalls aufgeben und weiter für die Sache kämpfen. Der Zeitraum für die Unterschriftensammlung wurde verlängert.

gts

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