Busfahren für 120 Euro im Jahr

Günstig Busfahren: Bürgerkarte kommt für das Alpsee-Grünten-Gebiet

 Bürgerticket Alpsee-Grünten
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Stapellauf für das Bürgerticket Alpsee-Grünten mit (von links) Geschäftsführer Benjamin Bichler, den Bürgermeister André Eckardt (Burgberg), Christian Wilhelm (Sonthofen), Christof Endreß (Blaichach) und Nico Sentner (Immenstadt), sowie Christian Enz (Komm mit), Rafael Pfister vom Landratsamt Oberallgäu und Alex Klasen von der Regionalverkehr Allgäu RVA.

Burgberg – Die Gemeinden des touristischen Zusammenschlusses – Burgberg, Rettenberg, Blaichach, sowie die Städte Immenstadt und Sonthofen – starten mit einer eigenen Bürgerkarte, die für knapp 120 Euro ein Jahresticket für den Ringbus bietet.

Während der große Wurf beim Oberallgäuer ÖPNV nicht recht gelingen will, geht die Alpsee-Grünten Tourismus GmbH mit einer Steilvorlage in die zweite Runde: Was vor fast zwei Jahren als attraktives Angebot für Urlauber in der Region Alpsee-Grünten vom Stapel lief, wird noch in diesem Sommer in Form einer „Bürgerkarte“ für Einheimische geöffnet. Als attraktives Angebot für bisherige Wenig-Busfahrer sei das Jahresticket zum Preis von 119, 40 Euro gedacht, beschreibt Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß, Aufsichtsratsvorsitzender der Alpsee-Grünten Tourismus, die Zielrichtung.

Befeuert wurde das Projekt Bürgerkarte nicht zuletzt durch die Tatsache, dass mit einer landkreisweiten Lösung auf absehbare Zeit nicht zu rechnen ist. „Eine sehr komplexe Sache“, kommentiert Endreß den Weg. Dass die kleine Konstruktion ohne Beteiligung der Bahn auskomme, habe die Lösung maßgeblich erleichtert, ergänzt Rafael Pfister vom Landratsamt Oberallgäu. Er spricht von einem „kleinen Labor“ für eine echte Bürgerkarte.

Bürgerkarte als attraktives Angebot

Froh, dass es gelungen ist, die bewährte Ringbus-Linie und die touristische Infrastruktur jetzt für Einheimische zu öffnen, sind nicht zuletzt die Bürgermeister der Städte Sonthofen und Immenstadt. Die beiden Stadtbuslinien sind mit der neuen Jahreskarte ebenfalls benutzbar. „Mit der neuen Bürgerkarte schaffen wir ein attraktives Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger“, sind sich Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm und sein Kollege aus Immenstadt, Nico Sentner einig. Immenstadt habe seine Stadtbus-Struktur zudem an den Ringbus angepasst.

Die Bürgerkarte der Alpsee-Grünten Tourismus GmbH wird auf die Allgäu-Walser-FanCard von den Tourist-Informationen der Kommunen aufgebucht. Es gibt nur ein Jahresticket zum Preis von 119,40 Euro. „Das ergibt eine Monatskarte zum Preis von 9,95 Euro“, rechnet Christof Endreß vor. Den Fehlbetrag zum effektiven Endpreis der Buslinie-Betreiber in Höhe von 127,75 Euro teilen sich die Alpsee-Grünten-Partner anteilig nach einem vereinbarten Schlüssel, der sich an der Einwohnerzahl und den verkauften Tickets orientiert.

Projekt startet sofort

Das Projekt soll ab sofort zunächst bis Ende 2022 laufen. Gültig ist die neue Bürgerkarte – wie das bekannte Bayernticket der Bahn – von Montag bis Freitag jeweils ab 9 Uhr, am Wochenende ganztägig. Das neue Angebot eröffne viele neue Möglichkeiten den ÖPNV im Grünten-Gebiet zu nutzen, ergänzt Burgbergs Bürgermeister André Eckardt. Er denkt an den Klassiker der mehrstündigen Grüntenüberschreitung, die bislang einen organisatorischen Klimmzug bedeutet, will man von Rettenberg wieder zum Ausgangspunkt Burgberg zurückkehren.

Als dauerhaften Alleingang sehen die Verantwortlichen der Alpsee-Grünten GmbH ihren Weg keinesfalls. Vielmehr sei es ein Versuch, eine Art Pilotprojekt, mit einem attraktiven Angebot den ÖPNV voranzubringen und Erfahrungen zu sammeln. „Step by step an die Sache herangehen“, bringt Christof Endreß den Vorstoß auf den Punkt. Es gelte, die Menschen für den ÖPNV zu sensibilisieren. Eine spätere Lösung für den Landkreis bleibe das Ziel. Die Erfahrungen des aktuellen Projektes sollen dann einfließen. „Es könnte der Beginn sein für größere Konzepte, falls die Fahrgastzahlen steigen....“, hofft Bürgermeister Wilhelm.

Zukunftsmusik: Falls das neue Angebot tatsächlich einschlage, so Endreß weiter, könne der Ringbus durch einen zweiten Bus ergänzt werden, der den „Ring“ in Gegenrichtung bediene und so die Taktung deutlich verbessere.

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