Alpwegeverband schiebt den Riegel vor

Gunzesried: Mautstraße im Autal nur mehr untertags befahrbar

Mautstraße im Autal
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Rolf Eberhardt (von links) Hubert Heinl, Martin Sichler und Bürgermeister Christiof Endreß hoffen, dass das „Bremsmanöver“ für die Mautstraße im Autal Wirkung zeigt.

Blaichach – Eine Verbesserung der Parkplatzsituation erwarten die Gemeinde Blaichach und der Alpwegeverband im Gunzesrieder Autal von einer zeitlich begrenzten Sperrung der Mautstraße.

Aussperren will man sie nicht, die vielen Urlauber und Tagesausflügler, die sich mit dem PKW ins Gunzesrieder Tal machen. Aber ein wenig eindämmen wollen der örtliche Alpwegeverband und die Gemeinde Blaichach den Ansturm doch. Die Benutzung der Mautstraße im Autal wird bald nur noch untertags möglich sein.

Die Schranke an der Alpe Gerstenbrändle gibt die Mautstraße nur noch zwischen 6 Uhr morgens und 21 Uhr abends frei. Für acht Euro kann man dann „bis fast auf den Gipfel“ fahren, betont Martin Sichler vom Alpwegeverband. Und das werde gerne gemacht, erinnert Bürgermeister Christof Endreß an einige Spitzentage im vergangenen Jahr, als „kreuz und quer“ geparkt worden sei und der Rettungsweg unpassierbar war. Mit der zeitlichen Begrenzung soll zumindest ein Schritt in die richtige Richtung getan werden

Rettungsweg zugeparkt

Spitzentage habe es immer schon einmal gegeben, ruft Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß in Erinnerung. Doch was sich im Sommer und Herbst vergangenen Jahres mehrfach abgespielt habe, wolle er nicht mehr hinnehmen. Mehrfach musste die Straße im Talverlauf – deklariert als Rettungsweg – für den PKW-Verkehr kurzerhand gesperrt werden.

Eine neue Hinweistafel direkt am Mautschein-Automat signalisiert: Hinein kommen Autofahrer nur noch tagsüber zwischen 6 und 21 Uhr. Zudem soll mit markanten Symboldarstellungen klargemacht werden, was im Landschaftsschutzgebiet gar nicht geht: Übernachten, Campen, Grillen, wildes Parken. „Gewisse Einschränkungen bringt der Status Landschaftsschutzgebiet ohnehin mit sich, aber das ist den Menschen meist nicht bewusst“, sagt Endreß.

Alpweg dient Forstwirtschaft

Aussperren wolle man mit der „verschärften Regelung“ allerdings niemanden. Der Alpweg sei ohnehin nur rund 120 Tage im Jahr nutzbar und diene in erster Linie der Alp- und Forstwirtschaft. Nicht zuletzt für die Anlieger, mehrere Alpen im Autal, gab es an einigen Wochenenden im vergangenen Sommer kaum ein Durchkommen als Hunderte Autos kreuz und quer abgestellt worden waren.

„Der Lockdown und Corona, haben die Situation zusätzlich verschäft“, ergänzt Rolf Eberhardt, Geschäftsführer des Naturpark Nagelfluhkette. „Viele Menschen suchen hier Natur und Erholung in attraktiver Landschaft.“ Die Nachtsperrung der Straße hält er für eine „relativ einfache Lösung“ mit Wirkung.

Kann eine Buslinie helfen?

Perfekt sei der Vorstoß zwar nicht, meint Martin Sichler vom Alpwegeverband. Doch verstehe man sich nicht als eine Art Parkhaus, eine Kontrolle der einbuchenden Benutzer der Mautstraße sei in der Praxis schwierig zu handhaben. Und Förster Hubert Heinl vom Forstbetrieb Sonthofen kann sich eine Wiederbelebung der Idee eines Zubringerbusses vorstellen. Es müsse unbedingt zuverlässig „funktionieren” mit einer verlässlichen Anbindung und abgestimmten Fahrplänen.

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