Gute Arbeit der Immenstädter Polizei

Was die polizeiliche Arbeit angeht, war das Jahr 2009 ein „normales“ Jahr. Die Zahl der registrierten Straftaten nahm im Bereich der Polizeiinspektion Immenstadt zwar um 4,5 Prozent zu. Angesichts der Gesamtzahl von Delikten eine normale Schwankung, auch wenn der Bayerntrend gegenläufig mit 2,5 Prozent weniger Straftaten war. Deutlich zugenommen hat die Zahl Gewaltdelikte im Bereich der Straßenkriminalität.

Der Anstieg der Gesamtzahl macht dem Chef der PI Immenstadt, Helmut Wiedemann, keine Sorgen. Ein Blick auf die Statistik zeige, dass sich die Zahl der registrierten Straftaten während der vergangenen zehn Jahre bei rund 1200 bewegte. „Bei der relativ geringen Zahl machen sich Ausreißer wie das Plus von gut 50 Delikten gegenüber dem Vorjahr deutlicher bemerkbar“, erläutert Wiedemann die Zunahme von 4,5 Prozent auf 1184 Straftaten. Mehr Aussagekraft schreibt Wiedemann der so genannten Kriminalitätshäufigkeitszahl KHZ für Immenstadt zu. Dieser Wert dient zur Beschreibung der regionalen Kriminalitätsbelastung und wird aus der Anzahl der erfassten Straftaten bezogen auf 100000 Einwohner berechnet. Immenstadt liegt mit 4223 zwar etwas über dem Wert des Jahres 2008. Doch die KHZ schwankte in den zurückliegenden zehn Jahren immer um 4000. Stolz sein könne die Polizeiinspektion Immenstadt auf das Aufklärungsergebnis von fast 70 Prozent. Damit liegt die Dienststelle einmal mehr über den Schwaben- und Bayern-Mittel. Alarmierend findet Wiedemann jedoch die Zunahme der Sachbeschädigungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen, die sich mehr als verdoppelt hat. Davon konnten allerdings 46 Prozent – 31 Fälle – aufgeklärt werden. „Das äußerst positive Ergebnis ist nicht nur auf eine intensive Streifentätigkeit der Polizeibeamten zurückzuführen“, sagt der PI-Leiter, „sondern auch auf die Mithilfe der Bevölkerung.“ Der Appell, hinzuschauen und Beobachtungen auch zu melden, fruchte offenbar. Im Zusammenhang mit Vandalismus stellen die Polizeibeamten häufig ein mangelndes Unrechtsbewusstsein fest, gerade bei jüngeren Menschen, wenn aus einer Laune heraus mutwillig Zerstörungen angerichtet werden. Den Anstieg der „aktenkundig“ gewordenen Rauschgiftdelikte führt der Inspektionsleiter auf den Umstand zurück, dass hier nicht selten eine Art Zuarbeit der Tatverdächtigen erfolge. Um den Kopf aus der Schlinge zu bekommen - und Strafmilderung zu erlangen - gäben die „Erwischten“ eher die Namen weiterer in den Fall Verstrickter an. „Nichts Neues“ zeigt der Blick in die Statistik der Verkehrsunfälle im Jahr 2009. Die Zahl blieb mit 708 Verkehrsunfällen nahezu unverändert. Allerdings ereigneten sich mehr Unfälle mit Personenschaden (153). Getötet bei Verkehrsunfällen wurden fünf Menschen im Bereich der PI Immenstadt - darunter drei Motorradfahrer und ein Radler. Deutlich zugenommen haben Unfälle, die auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sind, so die Polizei. Und auch Alkoholfahrten, die mit einem Unfall endeten, wurden deutlich mehr festgestellt. Mit der vermehrten Ermittlung imm Zusammenhang mit Unfallflucht mussten die sich die Beamten ebenfalls befassen (127 Fälle nach 118). Jedoch wurden knapp die Hälfte aller Fälle gelöst. Der zunehmende Schwerlastverkehr im Bereich der „Drehscheibe“ Immenstadt beschäftigt auch immer mehr die Beamten der Polizeiinspektion. Eine sehr zeitaufwändige Arbeit, die zudem enorme Fachwissen der Beamten voraussetzt, betont PI-Chef Helmut Wiedemann. „In Eigeninitiative haben sich einige Beamte unserer Dienststelle auf diesem Gebiet weitergebildet“, lobt Wiedemann seine „Truppe“. Offenbar ein lohnendes Feld, denn die Liste der Verstöße und Mängel, die die Polizei bei ihren Kontrollen feststellt, spricht Bände. Von Lenkzeitüberschreitungen, über falschen Frachtpapiere oder mangelhafte Ladungssicherung bis hin zu gravierenden technischen Mängeln reicht die Aufzählung. „Schon wegen der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, nehmen wir diese Kontrollen sehr ernst“, sagt Wiedemann.

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