Ein guter Platz für Allergiker

Über die Auszeichnung freuen sich der Stellvertretende Landrat Anton Klotz (von links), Bürgermeister Adalbert Martin, Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Leiter der Stiftung ECARF; Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Hotelier Armin Gross, Staatssekretär a. D. Alfons Zeller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben, und Kurdirektor Maximilian Hillmeier. Foto: Barth

In der Jagdstube des Hotel Prinz Luitpold-Bad ist das neue Ortsschild aufgestellt: „Allergikerfreundliches Bad Hindelang“. Im Rahmen einer Festveranstaltung wurde der Gemeinde jetzt die Auszeichnung „allergikerfreundlich“ zuerkannt.

Rund 70 Unternehmen ließen sich im Vorfeld als allergikerfreundlich zertifizieren und erhielten das ECARF-Qualitätssiegel. Vom Bäcker und Metzger, über den Naturkostenladen und Supermarkt bis hin zur Hotellerie und Gastronomie, finden Allergiker in der Urlaubsregion Bad Hindelang nun ein vernetztes Angebot von Produkte und Dienstleistungen, die pragmatisch auf die Bedürfnisse von Allergikern eingehen. „Im Gegensatz zu anderen intervallmäßig auftretenden und chronischen Krankheiten ist das Wort Allergie in der Bevölkerung positiv besetzt“, weiß Professor Dr. med. Torsten Zuberbier. Er ist Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) an der Charité in Berlin. „Denn in Europa ist die Allergie die häufigste chronische Krankheit; durchschnittlich lebt in jeder zweiten Familie ein Allergiker.“ Die Verleihung erfolgte im Rahmen des Modellprojektes „Entwicklung von Leitfäden und Zertifizierung allergikerfreundlicher Kommunen", das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Zukunftsweisend und wissenschaftlich begleitet, wird die Region Bad Hindelang an der Weiterentwicklung der Leitfäden weiterarbeiten und anderen Urlaubsregionen und –orten den Einstieg in dieses Thema erleichtern. Seit 2006 vergibt die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) nach wissenschaftlichen Kriterien das verliehene Qualitätssiegel. Die als allergikerfreundlich ausgezeichneten Orte, Dienstleistungen und Produkte dienen den von Allergien betroffenen zur Orientierung. Auf pragmatische Weise, d. h. mit einfachen Maßnahmen, wird so spürbar die Lebensqualität von Allergikern verbessert. Das kann beispielsweise im Hotel eine rauch- und haustierfreie Etage und Zone mit allergikerfreundlichen Bodenbelägen sein, die zusätzlich ausgestattete Zimmer anbietet; die laktosefreie Milch, Wurst und der Käse im Fachgeschäft oder der Gastronom, der bei der Auswahl von Speisen und Getränke auf die häufigsten allergieauslösenden Lebensmittel verzichtet. Professor Zuberbier betonte: „Allergikerfreundlich ist dabei nicht gleichzusetzen mit einer abschreckend wirkenden, sterilen Atmosphäre. Kleinigkeiten sind es, meist nicht einmal kostenintensiv, die dem Allergiker eine spürbare Steigerung der Lebensqualität ermöglichen.“ „Davoser Klima“ bestätigte Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär dem heilklimatischen Luftkurort. Eine eigens dazu eingerichtete Messstation belege, dass die Region durch ihre Höhenlage bedingt, extrem pollen- und schimmelpilzarm und frei von Hausstaubmilben ist. Beste Voraussetzungen für einen „Urlaub von der Allergie“ und für rund 16 Millionen Allergiker in Deutschland.

Auch interessant

Meistgelesen

Dorffest in Burgberg
Dorffest in Burgberg
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Berglar Kirbe auf dem Fellhorn
Berglar Kirbe auf dem Fellhorn
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus

Kommentare