Lebensretter "PowderBee"

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Die PowderBee mit integriertem LVS-Gerät soll bei der Suche nach Verschütteten bei Lawinenabgängen genutzt werden.

Jedes Jahr werden Skitourengeher und Freerider bei Lawinenabgängen verschüttet. Die ersten Minuten sind bei der Suche und der Bergung von Verschütteten entscheidend. Auf der ISPO 2019 in Münche hat die Bluebird Mountain GmbH ein neues Rettungssystem zur Suche von Verschütteten vorgestellt.

Die ISPO 2019 ist nicht nur ein Schaufenster für etablierte Hersteller der Outdoor-Branche. Auch zahlreiche Startups nutzen diese Bühne, um ihre Innovationen der Öffentlichkeit zu präsentieren. So auch die Bluebird Mountain GmbH aus Hamburg, die eine neuartige LVS Drohne entwickelt hat. LVS steht dabei für Lawinenverschüttetensuche.

Hinter der Bluebird Mountain GmbH stehen vier junge Kreative, die in der Begeisterung für den Skisport abseits gesicherter Pisten vereint sind. Das Schreckensszenario, Verschüttete nach einem Lawinenabgang nicht rechtzeitig finden zu können, trieb die vier um und führte zur Idee, eine Drohne zur Suche zu entwickeln.

Skitourengänger oder Freerider haben zu ihrer eigenen Sicherheit immer ein LVS-Gerät dabei. Einmal aktiviert, sendet es ein ständiges Signal, das im Fall der Fälle geortet werden kann. Jedes LVS-Gerät kann in den Suchmodus umgeschaltet werden und so als Ortungsgerät für Verschüttete mit LVS genutzt werden.

Nach demselben Prinzip funktioniert die LVS Drohne. Im Inneren der 600 Gramm leichten Drohne befindet sich ein LVS-Gerät. Im Falle eines Lawinenabgangs arbeitet das Fluggerät als Sucher und kann die Signale von verschütteten Skitourengängern mit LVS-Gerät empfangen. Dazu muss die Drohne lediglich in die Suchposition gebracht und aktiviert werden. Vollautomatisch beginnt sie nach einem vorgegebenen Suchmuster, dem sogenannten Mäander, das Gebiet um die Unglücksstelle in Bodennähe abzufliegen. Hat sie ein Signal geortet, markiert sie die Stelle und die Suchmannschaft kann mit der Bergung des Verschütteten beginnen.

Die neue LVS-Drohne trägt den Namen PowderBee und ist derzeit noch ein Prototyp. Die vier Entwickler bringen jedoch neben ihrer Leidenschaft zum Skisport auch die notwendige Erfahrung aus den Berufen der Flugzeug-Systemtechnik, Softwareentwicklung, Marketing und Betriebswirtschaft mit, um das System mit Hilfe von Investoren zur Serienreife fertig zu entwickeln.

Den Vorteil im Einsatz ihrer Drohne sehen sie in erster Linie in Punkto Geschwindigkeit. Die PowderBee kann sich deutlich schneller als ein Mensch über den Lawinenkegel fortbewegen. Im Gegensatz zum Faktor Mensch hat die „Biene“ noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: einmal aktiviert, bleibt sie ruhig und emotionslos, gerät nie in Panik und arbeitet ihr Suchmuster zuverlässig ab.

Für ihre Idee gewannen die vier Tüftler der PowerBee mit dem ISPO Brandnew Award 2019 in der Kategorie Accessoire.

Björn Ahrndt

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