Volle Kraft durchs Wasser

Hamza Bakircioglu (Mitte) mit seinem Team (v.l.) Nuri Bakircioglu, Anja Strobel, Steffanie Kuisle und Mimi Gendrong.

Sonthofen – Das Wasser ist „sein“ Element: Mit vier Jahren lernte er in der Türkei schwimmen, mit 41 durchquerte er (fast) ohne Stopp den gesamten Bodensee. Nur ein Gewitter konnte ihn damals stoppen! Jetzt startet Hamza Bakircioglu aus Sonthofen einen neuen Versuch – und zwar am 4. August zugunsten der Allgäuer Werkstätten.

Hier hatte er sich zuvor bei einem Besuch in der Sonthofer Einrichtung informiert – und festgestellt: „Die Beschäftigten mit Behinderung können Unterstützung gut gebrauchen.“ Und: „Es motiviert unglaublich, wenn man mit einer solchen ‘Verrücktheit’ einen guten Zweck unterstützen kann.“ 

Geboren in Deutschland wuchs Hamza Bakircioglu in der Türkei bei den Großeltern auf. Zwei Kilometer Fußmarsch entfernt lag der See, wo er als Vierjähriger Schwimmen lernte. Als er zehn Jahre alt war, kam er mit seinen fünf Geschwistern zurück nach Deutschland. Auch hier griff er immer wieder zur Badehose. 20 Minuten Kraulen – kein Problem. Heute lacht der Industriemeister über diese Zeiten, denn bei seinen jetzigen Aktionen ist er ohne weiteres mal 24 Stunden im Wasser! „Gepackt“ hat ihn der Ehrgeiz, als er mal die Zeiten beim Rottachschwimmen mit seinen eigenen Bestleistungen verglich. „Du bist gut dabei“, stellte er für sich selbst fest – und erschwomm sich im kommenden Jahr gleich in seiner Altersklasse Platz 1 und beim Gesamtsieg Platz 2. 

Seitdem ist er ein Fan vom Langstreckenschwimmen. Die Bodenseequerung – das bedeutet 64 Kilometer nonstopp zu schwimmen. Unterstützt wird er dabei von seiner Familie, seinen Freunden und seinem Team: Nuri Bakircioglu, Anja Strobel, Steffanie Kuisle und Mimi Gendrong. Sie begleiten ihn im Boot, leuchten in der Nacht, werfen ihm die flüssige Nahrung in einer Flasche zu. Denn: das Boot anfassen darf „Wasserratte“ Hamza Bakircioglu nicht, sonst wird er disqualifiziert. Und darauf passt auch ein Beobachter der Veranstalter „Bodenseequerung“ auf. 

Sollte der Bodensee bis zum 4. August noch nicht wieder 18 Grad warm sein, wird das Schwimmen verschoben. Hamza schwimmt übrigens nicht im Neopren-Anzug. „Ich habe einen aktiven Schwimmstil mit kontinuierlichen Beinschlägen.“ Vier 24-Stunden- Schwimmen hat er vorab schon als „Übung“ im Wonnemar Sonthofen für die Bodenseequerung absolviert. Für Hamza Bakircioglu ist das nächste Ziel schon in Sicht: „Ich will demnächst den Ärmelkanal durchschwimmen und danach die Straße von Gibraltar. Das gespendete Geld soll laut Geschäftsführer Michael Hauke von den Allgäuer Werkstätten direkt den Menschen mit Behinderung zugute kommen. 

Unter www.vonwellezuwelle.bodenseequerung.de hier findet man Näheres zu der „nassen“ Spendenaktion und auch wie man sich daran pro Schwimmkilometer beteiligen kann. Das Sponsoring funktioniert so: Jeder kann selbst entscheiden, wieviel er pro Schwimmkilometer spenden möchte: Bei einem Euro wären das beispielsweise 64 Euro. Bis heute ist die Bodenseequerung nach dem strengen Reglement übrigens nur zwei Menschen gelungen!

mori

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt

Kommentare