Allgäuer Meisterfeier

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Die besten Meister 2017: Zafer Cigrikci (vorne von links), Angelo Tedesco, Moritz Schneider, Tim Scheichle, Christopher Dessi, Reinhard Reiser, Johannes Bumberger und Peter Morath, sowie, hinten von links: Konrad Rebholz (Vizepräsident der HWK Schwaben), Paul Brugger (Vizepräsident der HWK Schwaben), Lukas Winter, Alexander Sirch, Michael Linder, Carolin Leinauer, Severin Freund (Weltmeister und Gesamtweltcupsieger), Hans-Peter Rauch (Präsident der HWK Schwaben), Daniela Metzler, Ulrich Wagner (Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben) und Heidrun Fischer.

Über 1000 Gäste kamen in der bigBox in Kempten zusammen, um die 500 frischgebackenen Meisterinnen und Meister des Jahres 2017 im schwäbischen Handwerk zu feiern.

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) gratulierte den 500 jungen Frauen und Männern, die ihre Meisterbriefe in Empfang nehmen konnten. Den 14 Jahresbestmeistern widerfuhr eine besondere Ehre. Ihnen gratulierte der beste deutsche Skispringer der letzten Jahre, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger, Severin Freund.

Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben lobte in seiner Festansprache seine jungen Meisterkollegen: „Sie haben hart dafür gearbeitet, diesen stolzen Titel tragen zu dürfen. Bis zu Ihren Prüfungen hatten Sie ein festes Ziel vor Augen – jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weitergeht. Denn als absolute Spitzenkräfte des Handwerks haben Sie nun viele Möglichkeiten, Ihren weiteren Karriereweg ganz nach Ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.“ Mit dem Meisterbrief, so Rauch weiter, könnten die Jungmeister nun Führungspositionen übernehmen, als Betriebsleiter oder Ausbilder tätig werden und auch ein eigenes Unternehmen gründen und führen. Rauch, selbst „begeisterter Unternehmer“, warb intensiv für die Selbständigkeit im Handwerk.

Die anwesenden Abgeordneten aus Bund, Europa und Land forderte Rauch auf, die gegebenen Wahlversprechen einzuhalten. Er nannte dabei die Stärkung des Meisterbriefs, den Ausbau des Meisterbonus, die längst überfällige Steuerreform, die mittlere Einkommen und KMUs entlaste, sowie die Gleichwertigkeit gewerblicher und akademischer Bildung. Weiterhin setzte sich der Kammerpräsident für eine Stärkung des Unternehmertums ein. „Werten Sie die Selbständigkeit als Standbein unserer Wirtschaft wieder auf.“

Rauch ermunterte die jungen Meister, sich nun neuen Herausforderungen zu stellen. „Die Digitalisierung der Gesellschaft und der Wirtschaft wird zu weitreichenden Veränderungen in unserer Lebens- und Arbeitswelt führen. Lassen Sie sich darauf ein und verstehen Sie diese Entwicklung als Chance.“ An mehreren Beispielen zeigte der Präsident die Vorteile für das Handwerk auf. Neben einer schnellen Kommunikation innerhalb einzelner Gewerke, die zum Beispiel am Bau zusammenarbeiten, werden künftig auch Prozesse in den Unternehmen, aber auch im Kontakt mit Lieferanten und weiteren Partnern auf digitalem Weg erfolgen. Dazu müsse allerdings auch die Infrastruktur passen. Hier übte Rauch scharfe Kritik: „Der vielfach umjubelte Deutschlandausbau mit schnellem Internet entpuppt sich in einigen Regionen als Mogelpackung, wenn es am Ortsrand und auf dem flachen Land nicht so funktioniert, wie es angekündigt wurde.“ Hier müsse so schnell wie möglich nachgebessert werden.

Welche herausragenden handwerklichen Leistungen bei der Meisterprüfung gefordert sind, zeigten auch die ausgestellten Meisterstücke aus fünf Gewerken. Absoluter Hingucker dabei eine Motorradausstellungsrampe, die Schreinermeister Peter Gdanietz aus Memmingen angefertigt hatte. Ihm war es ein wichtiges Anliegen, dass Motorräder für den Betrachter auf „Augenhöhe“ präsentiert werden. Die Beherrschung verschiedenster Techniken stand beim Meisterstück der Maler & Lackierer im Vordergrund. Die Arbeit von Maler- und Lackierermeisterin Barbara Wittmann, die in ihrem Gewerk den 1. Platz bei den praktischen Arbeiten belegt hatte, zeigte, dass eine Maler- und Lackierermeisterin nicht nur über Stilsicherheit und ein feines Gespür für Farben verfügen, sondern auch Schriften, Vergolden und die Gestaltung von Wand- und Decken beherrschen muss.

treu

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