Heimatdienst Hindelang erinnert an Prinzregent Luitpold von Bayern

Wohltäter mit Lederhose

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Mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein erinnerten der Heimatdienst und die Marktgemeinde an „ihren“ Prinzregenten Luitpold von Bayern.

Bad Hindelang - Mit einer Kranzniederlegung erinnerten der Heimatdienst Hindelang und die Marktgemeinde Bad Hindelang an den 100. Todestag von Prinzregent Luitpold von Bayern.

Der Prinzeregent war häufig im Hintersteiner Tal zu Gast, wo er nicht nur seiner Leidenschaft, der Jagd, nachging, sondern auf vielfältige Weise als Förderer tätig war. Als am 12. Dezember 1912 die Nachricht vom Tod des Prinzeregenten bekannt gegeben wurde, sei „ganz Bayern in großer Trauer gewesen – auch die Menschen im Ostrachtral“, sagte Bad Hindelangs Bürgermeister Adalbert Martin bei der Feier am Gedenkstein an der Straße nach Hinterstein. Sein Tod sei auch als Ende einer Ära zu verstehen, die dem damaligen Königreich Bayern als „Prinzregentenzeit“ Jahrzehnte des Aufschwungs und einer rasanten wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Landes beschert habe. Der Prinzregent war als leidenschaftlicher Jäger immer wieder im Königreich unterwegs – im Spessart genauso wie in Oberbayern oder in Oberstdorf und im Hintersteiner Tal. „Ein großzügiger Herrscher, der oft im Ostrachtal zu Gast war“, erinnerte Wolfgang Keßler, Vorsitzender des Heimatdienstes Hindelang, an die „gute alte Zeit“ unter der Herrschaft Luitpolds. 

Eine Gedenktafel bei Hinterstein erinnert seit dem Jahr 1911 an den volksnahen Prinzeregenten.

Auch für Hinterstein und Hindelang hätte der Prinzregent viel übrig gehabt und das Tal und seine Menschen gefördert, etwa durch die Gründung von Stiftungen oder Zuwendungen. „Und der Prinzregent hat die Lederhose ins Oberallgäu gebracht“, griff Keßler ein kaum bekanntes Detail am Rande auf. Tatsächlich trug der Prinzregent auf seinen Jagdreisen stets eine Lederhose, die nicht zuletzt auf diese Weise im Oberallgäu salonfähig wurde. Der leutselige und volksnahe Regent war sechs Jahrzehnte als Jagdherr in den königlichen Revieren im Oberallgäu auf der Pirsch. Dabei verteilte Luitpold stets großzügig Zigarren an „seine“ Jäger und Helfer genauso wie an Bauern, die er zufällig traf und mit denen er sich gerne unterhielt. Dennoch dürfe man die Erinnerung an den Prinzregenten nicht auf die Jagd und die vielen Jagdanektoden reduzieren, unterstrich Wolfgang Keßler bei der Kranzniederlegung am Gedenkstein unter den Klängen der Bayernhymne. „Der Prinzregent hat unsere Heimat geliebt und geschätzt.“ Umrahmt wurde die Gedenkfeier des Heimatdienstes von den Oberallgäuer Jagdhornbläsern, den Oberallgäuer Berufsjägern, der Harmoniemusik Hindelang sowie den Fahnenabordnungen der Vereine im Ostrachtal und dem Stammtisch „d’Elende“. Mitglieder des Stammtisches hatten die kupferne Erinnerungstafel für den Prinzregenten renoviert und für den Gedenkstein einen neuen Platz an der Straße gefunden.

Josef Gutsmiedl

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