Heuer soll die "große Baumaßnahme" auf der "Burg" anlaufen

Endlich Gas geben bei der "Burg"

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Allzu viel ist von der „Großbaustelle“ in der Generaloberst-Beck-Kaserne derzeit nicht zu sehen.

Sonthofen - Langsam in die Gänge kommen sollen die Baumaßnahmen in der Generaloberst-Beck-Kaserne GOB in Sonthofen. Bei einem Baustellenbesuch in der GOB kündigte der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller an: „Der Start der großen Baumaßnahmen steht jetzt bevor.“

Müller will damit auch der Meinung entgegen treten, dass in der Liegenschaft, die im Jahr 2009 von der Bundeswehr vorübergehend geräumt wurde, „gehe nichts voran“. Bis zum Jahr 2018, so der Abgeordnete, müsse der geplante Umzug der ABC- und Selbstschutzschule in die „Burg“ abgeschlossen sein. 

Noch in diesem Monat rechnte Dr. Müller mit einer Entschiedung über das Wie. Denn in den vergangangenen Monaten, so erläutert der CSU Bundestagsabgeordnete, waren sich das Verteidigungsministerium und das Finanzministerium offenbar nicht einig, auf welchen Ausbaustandard man sich festlegen sollte - Einzel oder Doppelzimmer für Lehrgangsbesucher? Welche Qualität müssen die Laborbereiche haben? 

Auch der Bundesrechnungshof habe sich eingemischt. Ende März werde endlich die Entscheidung fallen, wieviel Geld letztlich für die Ausführung zur Verfügung stehe, so Müller optimistisch. 

„Grundsätzlich werden die Baumaßnahmen in keiner Weise in Frage gestellt“, bekräftigt Müller. Wenn die Entscheidung getroffen sei, gehe es „in die Vollen beim Baubetrieb“. Fast ein Jahr habe man durch diese Detaildiskussionen über Standards verloren, bedauert er. 

Froh über die „gute Nachricht“ zeigten sich Cornelia Bodenstab und Carsten Kotte vom Staatlichen Bauamt in Kempten. „So schlecht sieht’s nicht aus“, meinte Cornelia Bodenstab, „die Zeit ist nicht nutzlos verstrichen.“ Immerhin habe man umfangfreiche Erschließungsarbeiten für die Großbaustelle „Burg“ durchgezogen, die Strukturen der Wasser- und Abwassersysteme optimiert und nicht zuletzt die marode Heizanlage und Versorgungsleitungen ertüchtigt. Für die erwartete „Großbaustelle“ sieht sich das Bauamt gerüstet. Rund zehn Millionen Euro seien bislang verbaut worden. 

Ein neues Heizkraftwerk steht bereits; es kann sowohl mit Öl und Gas als auch über einen Pelletbrenner betrieben werden. Der imense Energieverbrauch der GOB war über Jahrzehnte ein Kritikpunkt gegen eine weitere Nutzung der ehemaligen „Ordensburg“ aus der NS-Zeit.„Die Bundeswehr hätte die Zweierzimmer-Lösung akzeptiert“, räumte Cornelia Bodenstab ein. Die „Besonderheit des Ortes“ würde diesen Weg rechtfertigen. 

Wenn die Entscheidung über Ausbaustandards gefallen ist, steht für das Staatliche Bauamt erst einmal eine Menge Planungsarbeit ins Haus: aus der Grobplanung muss die Feinplanung abgeleitet werden, bevor es an die Ausschreibungen der Arbeiten geht. Bodenstab: „Wir brauchen Grünes Licht und die Beschreibung wie das Paket aussieht.“ Die beteiligten Firmen würden langsam unruhig. 

Das Staatliche Bauamt sieht sich gerüstet, wenn der Startschuss demnächst fällt, versichert Kotte, Bauleiter der GOB-Maßnahmen. Wenn es Grünes Licht gebe, komme man schnell in die Gänge. Ob die Baufirmen aber tatsächlich heuer noch richtig loslegen können, bezweifelt Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl: „Schaffen Sie das bis 2018?“ 

Auf Eile drängt Müller auch im Hinblick auf die Entwicklung der Stadt Sonthofen. Er wünscht sich einen abschnittsweisen Umzug der Bundeswehr aus den beiden Kasernen in der Stadt, sobald in der GOB die vorgesehenen Gebäude bezugsfertig seien. Die Brandschutzabteilung ist schon umgezogen. Sonthofen brauche endlich Zugriff auf die frei werdenden Flächen in der Stadt. Bürgermeister Buhl ergänzt nach dem Baustellenrundgang: „Die tollen Anlagen, die hier entstehen, würden ungemein zur Attraktivität der Bundeswehr beitragen.“

Josef Gutsmiedl

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