Hilfe für die Mama-Baby-Hilfe

Bei der symbolischen Scheckübergabe trafen sich (von links) Simone Burk-Seitz von der Kinderbrücke Allgäu, Jugendamtsleiter Bernward Lingemann sowie vom Erziehungs- und Jugendhilfeverbund Kempten-Oberallgäu Elisabeth Strobel, Wilhelm Rösler, Luise Steinmetz und Klaus Klarer. Foto: kjf

10.000 Euro – mit diesem Betrag kann die Mama-Baby-Hilfe erst einmal unverändert weiterarbeiten. Simone Burk-Seitz, Erste Vorsitzende des Vereins Kinderbrücke Allgäu e.V., überbrachte den symbolischen Riesen-Scheck mit einem dicken Lob für die Arbeit: „Das ist ganz wichtig". Daher habe die Kinderbrücke Allgäu auch die Mama-Baby-Hilfe seit dem Beginn im Jahr 2007 gerne unterstützt.“

Bernward Lingemann, Jugendamtsleiter im Landratsamt Oberallgäu, bedankte sich bei der Kinderbrücke für die Spende an die Mama-Baby-Hilfe, mit der die Unterstützung durch die öffentliche Hand gut ergänzt werde: „Wir sind dankbar für solche Organisationen." Elisabeth Strobel und Luis Steinmetz, die die Mama-Baby-Hilfe aufgebaut haben, berichteten bei der Scheckübergabe von ihrer Arbeit. Sie suchen Familien mit sehr kleinen Kindern auf, manchmal stehen sie ihnen auch schon vor Geburt des Kindes bei. Sie kommen nur, wenn die Familien dies wünschen. Die Hilfe geht sehr direkt und unbürokratisch: ein Anruf oder eine E-Mail genügen, und eine der beiden Helferinnen kommt vorbei. Ohne dass Formulare ausgefüllt oder Gutachten von Spezialisten abgewartet werden müssen können sie sehr schnell die Lebenssituation der jungen Familien erfassen und für Entlastung sorgen. Mit geschultem Blick erkennen sie die drängendsten Probleme, wie die beiden Fachkräfte berichten. Vordergründig helfe ein Therapieplatz für die erkrankte Mutter oder die Unterstützung beim Beantragen von Arbeitslosengeld den Eltern, aber deren Entlastung komme eben auch direkt den Kindern zugute, so Strobel. Oft stellt sie mit ihrer Kollegin Steinmetz den Kontakt zu einer anderen Institution oder Hilfseinrichtung wie etwa einer Kinderkrippe, einer Alleinerziehendengruppe oder einer Beratungsstelle her; die Familien wüssten oft gar nicht, welche Hilfsmöglichkeiten es für sie im Oberallgäu gebe und welche finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Kassen ihnen zustehe, so die Erfahrung der beiden. Strobel konnte auch berichten, dass es für sehr junge Mütter wichtig sei, mit gleichaltrigen Müttern zusammen zu kommen; der Austausch untereinander stärke die jungen Frauen und sie helfen sich dann gegenseitig. Die Mama-Baby-Hilfe, die der Erziehungs- und Jugendhilfeverbund Kempten-Oberallgäu der Katholischen Jugendfürsorge im gesamten Landkreis anbietet, wird von dessen Leiter Klaus Klarer sehr geschätzt. Man habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Mitarbeiterinnen zeigten das nötige Fingerspitzengefühl und arbeiteten auf „hervorragende Art und Weise", so Klarer. Das ursprünglich in Zusammenarbeit mit der Stadt Kempten und dem Landkreis Oberallgäu gestartete Vorhaben wird inzwischen nur noch vom Landkreis finanziell unterstützt, die Stadt Kempten setzt statt dessen auf eine Koordinierende Kinderschutzstelle, die beim Jugendamt angesiedelt ist. Jugendamtsleiter Lingemann will seinen Kollegen in anderen Jugendämtern den guten Willen nicht absprechen, hält aber das Vorgehen des Landkreises für besser: „Ich glaube, dass die Ansiedlung der Mama-Baby-Hilfe außerhalb des Jugendamtes der richtige Weg ist", so Lingemann. Für die Familien sei der Weg ins Jugendamt immer eine Hemmschwelle, die verhindere, dass mancher die nötige Hilfe erhalte.

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