Kletterspaß und ein grandioser Ausblick

Der neue Ostrachtaler Klettersteig

+
Grandiose Aussicht am Ostrachtaler Klettersteig.

Klettersteige sind eine Herausforderung und benötigen Vorbereitung - nicht nur körperlich, sondern auch in Hinblick auf die Ausrüstung. Helm, Gurt und Sicherungsset gehören zum Standard. Wer sich so vorbereitet in die neue Steiganlage am Oberjoch begibt, wird mit beeindruckenden Ausblicken belohnt.

Insgesamt sollte man für die 300 Meter Steiganlage des neuen Ostrachtaler Klettersteigs, inklusive Zu- und Abstieg, etwa zwei Stunden einplanen.

Der große Parkplatz P1 in Oberjoch bildet den Ausgangspunkt dieser schönen Klettersteigrunde. Zunächst geht es zum Ortsausgang in Richtung Jochpass und dann auf dem Fußweg, parallel zur Strasse. Auf Höhe der „Kanzel“ befindet sich der Einstieg.

Bereits der Beginn des Steigs ist mit Drahtseilen gesichert, wenngleich es relativ harmlos in mäßig steilem Gelände zum eigentlichen Einstieg geht. Der mit B und C ausgewiesene Steig zeigt gleich zu Beginn seine größten Schwierigkeiten. Steil geht es nach oben. Die Tritte und Griffe suchend, müssen die ersten Meter bewältigt werden, bevor sich der „Ostrachtaler“ ruhiger und serpentinenartig nach oben schlängelt.

Der Ostrachtaler Klettersteig ist im Mittelabschnitt durchaus fordernd.

„Nehmen und Geben“, das scheint das Motto des Klettersteigs zu sein. Nach steileren Passagen folgen immer wieder flache Streckenabschnitte mit guten Haltepunkten. Diese geben Zeit für den Blick in das Ostrachtal und auf die umliegenden Gipfel. Etwa in der Mitte des Steigs trifft die Route unter einem Überhang auf ein leicht ansteigendes Band. In teils grasigem Gelände geht es einige Meter hinauf, bevor die zweite Schlüsselstelle wartet. In den flachen Abschnitten liegt derzeit noch viel loses Gestein. Das setzt vorsichtiges Gehen voraus, um Nachfolgende nicht zu gefährden. Der feste Fels selbst bietet jedoch immer guten Halt und macht das Klettern zum Genuss.

Die Routenführung macht den Reiz des Steigs aus. Immer gut gesichert, aber nicht zu viel Eisen. Daher sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie ein sicherer Umgang mit der Ausrüstung besonders wichtig. So auch bei den schmalen Eisenklammern. Sie unterstützen an der zuvor erwähnten zweiten Schlüsselstelle, sind aber nicht, wie in so vielen Steiganlagen, einfach treppenartig angeordnet. Die richtigen Tritte wollen erst einmal „gefunden“ werden.

Im oberen Drittel quert der Steig, nach einer letzten steilen Passage, eine breite Stufe. Wieder kann man den Ausblick genießen und noch einmal Durchschnaufen, bevor die letzte Wand vor dem Ausstieg auf dem Plan steht. Auf dicht bewachsenem Pfad geht es hinauf zum Ifenblick. Von dort führt ein schöner Wanderweg durch den Wald und an den Hängen gegenüber der Ochsenalpe zurück nach Oberjoch.

Die Talnähe und der dadurch bequeme Einstieg in den „Ostrachtaler“ geben dem Klettersteig sein besonderes Flair. Die Sicherungen sind sinnvoll verbaut aber nicht zu üppig, was den Steig durchaus fordernd macht. Durch die Routenführung bleibt genügend Zeit, um die Schönheit der Allgäuer Berge rund um Bad Hindelang zu genießen.

Die Oberallgäuer Gemeinde erarbeitet immer wieder neue Bergerlebnisse. Das stellt auch der „Grenzgänger“, eine neue Mehrtagestour durch die Allgäuer Alpen, unter Beweis. Mit dem Ostrachtaler Klettersteig ist dem Hindelanger Bergführerbüro um Patrick Jost und der Tourismusverwaltung aber ein kleines Schmuckstück gelungen, das im Allgäu seinesgleichen sucht.

Zahlen und Fakten zum Ostrachtaler Klettersteig

Steiglänge 300 m; Dauer (inkl. Zu- und Abstieg) ca. 2 Stunden; Schwierigkeitsgrad B-C; 

Begehung des Klettersteiges: Vom 1. Juni bis 10. November; keine Begehung im Winter bis 31. Mai; 

Begehung nicht vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang; nur offizielle Zustiege und Abstiege benutzen; grundsätzlich den Steig gesichert, mit der richtigen Ausrüstung begehen.

Björn Ahrndt

Auch interessant

Meistgelesen

Sven I. und Ramona I. sind das neue Zunftmeisterpaar der SfZ 
Sven I. und Ramona I. sind das neue Zunftmeisterpaar der SfZ 
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Spaß am Lernen, bessere Noten mit der Schülerhilfe in Sonthofen
Spaß am Lernen, bessere Noten mit der Schülerhilfe in Sonthofen
Schulden sind doof und machen krank
Schulden sind doof und machen krank

Kommentare