Neuer 8er-Sessellift in Oberjoch

Aufholjagd am Oberjoch

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Startschuss an der neuen Wiedhagbahn mit (von links) Eric Enders (Vorstand der Bergbahnen), Gerhard Breher (Mitglied des Aufsichtsrates der Bergbahnen und Investor), dem Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Landrat Anton Klotz, Thomas Pichler (stellvertretender Geschäftsführer der Firma Doppelmayr), Hubert Holzheu (Mitglied des Aufsichtsrates der Bergbahnen und Investor) und Bürgermeister Adalbert Martin Hindelang.

Bad Hindelang – An Gästen fehlte es bei der Eröffnung der neuen Liftanlagen im Skigebiet Oberjoch nicht. Allein der Winter hatte „abgesagt“. Das war das einzige Manko der Saisoneröffnung: mit den neuen Anlagen sehen sich die Bergbahnen Bad Hindelang/Oberjoch gut aufgestellt.

Mit drei top-modernen Liftanlagen starten die Bergbahnen Hindelang/Oberjoch in den Winter. Auf den Schnee jedenfalls hoffen nach der Aufholjagd jetzt alle. Zwar wurde im Zuge der Modernisierung auch die Beschneiungsanlage aufgebaut und auf eine zeitgemäße Leistungsfähigkeit getrimmt, doch ohne Minustemperaturen geht erst einmal nichts mit der „Nachhilfe“ für den Winter.

Nur sechs Monate nach dem Spatenstich konnten Investoren, Betreiber und politisch Verantwortliche den Roten Knopf drücken und den Wiedhaglift „anwerfen“, der zusammen mit einer Zubringerbahn – ein hochmoderner 8er-Sessellift – und dem neuen Grenzwieslift das Skigebiet nach vorne bringen soll. Vier alte Schlepplifte wurden abgebaut.

„Ein großer Schritt“, sagte Bad Hindelangs Bürgermeister Adalbert Martin. Schon vor einigen Jahren war die Iselerbahn erneuert worden. Mit den Maßnahmen habe Bad Hindelang einen Qualitätsschub erfahren und sei wieder wettbewerbsfähig: „Absolut auf der Höhe.“ Mit 32 Kilometer Piste und rund 100 Tage Skibetrieb zähle Hindelang/Oberjoch zu den besten Familienskigebieten der Alpen.

Für Oberjoch erkennt der Bürgermeister einen „gewaltigen Entwicklungsschub“ dank des Engagements privater und öffentlicher Investoren. „Das hat auch positive Auswirkungen auf Oberjoch und die gesamte Gemeinde Bad Hindelang.“ Immerhin zeitige jeder im Tourismus ausgegebene Euro fünf Euro an Wertschöpfung im Gefolge, so rechnete Martin vor. Bei vier Millionen Umsatz in Bad Hindelangs Tourismus seien das 20 Millionen Euro. Wolle man im Tourismus weiter vorne mitspielen, seien Modernisierungen notwendig.

Auch wenn es mit dem eigentlichen Bau dann fix ging, die Vorgeschichte der Modernisierung war durchaus kein Spaziergang. Angesichts der 23-Millionen-Investition mussten die bislang sieben eigenständigen Betreibergesellschaften der alten Liftanlagen in eine Aktiengesellschaft überführt werden. Und die Anteile an der AG mussten dann auch „an den Mann gebracht werden“, wie Martin berichtete. 200 Aktionären sind es schließlich geworden, die zusammen mit Investoren und Grundeigentümern die Basis der neuen Betreibergesellschaft bilden. „Ohne Investitionen geht es nicht“, so Martin in seiner Bilanz. „Aber es ist der richtige Weg!“ „Bayern als Ferienland Nummer 1 muss etwas bieten!“ sagte Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer. Wer vom Tourismus profitieren wolle, müsse für eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur sorgen. „Wer das nicht tut, verliert.“ Ohne den Tourismus hätte die Region nicht diesen Wohlstand, so Pschierer, der dem Bürgermeister beipflichtete: „Wo investiert wird, findet Wertschöpfung statt.“ Dabei seien keine neuen Anlagen gebaut worden, keine neuen Schneisen geschlagen worden, ergänzt Pschierer; vielmehr habe man bestehende Anlagen „mit Blick auf die Natur“ modernisiert.

Mit im Boot war nicht zuletzt der Freistaat Bayern, der mit 7,1 Millionen Euro die Aufholjagd auf dem Oberjoch bezuschusst hat. Ob das spezielle Förderprogramm allerdings über das Jahr 2019 hinaus weitergeführt werden könne, ist Staatssekretär Pschierer zufolge noch offen.

Josef Gutsmiedl

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