Historische Fotos aus dem Allgäu

Leo Schnellbach skizzierte mit seinen Aufnahmen nicht zuletzt den Alltag der Menschen im Oberallgäu.

Mit der aktuellen Sonderausstellung „Leben im Tal“ präsentiert das Heimat-haus Sonthofen zahlreiche Fotos aus dem Archiv des Fotografen Leo Schnellbach. Die fotografische Zeitreise duch das 20. Jahrhundert erlaubt interessante Einblicke in das Alltagsleben im Oberallgäu und zeigt auch die Entwicklung der Stadt Sonthofen in den Jahrzehnten vor der Stadterhebung 1963.

Eine „Riesenarbeit“ liegt hinter Rudolf Schnellbach und Peter Elgaß. Immerhin galt es tausende von Schwarzweiß-Negative zu sichten und einzuordnen. Rudolf Schnellbach wollte das fotografische Erbe seines Vater Leo Schnellbach ordnen und dokumentieren. Dazu hatte er sich mit dem Verleger Peter Elgaß „verbündet“, der bereits im Auftrag des Heimatbundes Allgäu das fotografische Lebenswerk der Sonthofer Fotografin Lala Aufsberg archiviert und publiziert hatte. „Die Buchidee hatte ich bei der Lala-Aufsberg - Ausstellung“, erinnert sich Schnellbach an die „Wurzeln“ seines Vorhabens. Den Hinweis seiner Frau Dorothe nahm er noch nicht ganz ernst: „Weißt Du, wieviel Arbeit das macht...?“ Tatsächlich kam eins zum anderen - aus ein paar Seiten für eine Broschüre wurden viele Seiten für ein richtiges Buch, das Verleger Peter Elgaß jetzt vorstellen konnte. Bei seinem Teil der Aufgabe ließ es sich Rudolf Schnellbach nicht nehmen, die Leidenschaft für die Kunst des Fotografenhandwerks auszuspielen: Fotografenarbeit wie sie zu Zeiten Leo Schnellbachs (1911 - 1998) zum Alltag gehörte: Abzüge anfertigen, Wässern, Trocknen, Glätten... „Quadratmeterweise lagen die Bilder in unserem Wintergarten.“ Was Rudolf Schnellbach noch feststellte, als er den „Schatz“ hob: Sein Vater hatte zwar viel fotografiert, aber seine Arbeiten nur sehr karg und lückenhaft dokumentiert. Der Umstand erschwerte die Aufbereitung zusätzlich. Aber manchmal erhielt Rudolf Schnellbach unerwartet Hilfe, etwa von einem „alten Kunden“ des Fotogeschäftes in Oberstdorf, der etliche Aufnahmen schnell zuordnen konnte. „Unglaublich“, staunte Schnellbach jun. Begeistert von dem Ergebnis der aufwändigen Arbeit und der im Heimathaus Sonthofen präsentierten Aufnahmen zeigt sich auch Sonthofens Zweiter Bürgermeister, Harald Voigt, ein Enkel des Fotografen Leo Schnellbach. Die drei in Sonthofen anlässigen und wirkenden Fotografen - neben Leo Schnellbach waren auch Lala Aufsberg und Hofphotograf Josef Heimhuber hier überaus fleißig - hätten neben dem Alltag der Menschen im Oberallgäu auch die Entwicklung des Ortes detailliert dokumentiert. Und Verleger Peter Elgaß ergänzt: „So ist Sonthofen wohl eine der am besten fotografisch dokumentierten Städte in Deutschland. Die Ausstellung „Leben im Tal“ ist bis 10. Juli im Heimat-haus Sonthofen zu sehen. Ergänzt wird die Sonderausstellung durch zwei weitere Ausstellungen mit Werken aus dem reichen Fundus Leo Schnellbachs. Im Museum Hofmühle in Immenstadt ist von 20. Mai bis 6. November die Austellung „Gesichter Europas“ zu sehen. Sie zeigt vor allem Alltagsszenen aus dem Oberallgäu - Menschen bei der Arbeit , in der Freizeit, bei Festen. Ausserdem werden hier auch Bilder aus dem Kriegstagebuch Schnellbachs „Gesichter Europas“ gezeigt. Eine dritte Ausstellung - vom 17. August bis 6. November - rückt schließlich unter dem Titel „Bergsommer“ Fotos von Bergtouren und Wanderungen in den Allgäuer Alpen ins Zentrum, sowie Menschen und Tiere in der Natur. In Zusammenarbeit mit der Edition Allgäu im Verlag Hephaistos entstand daraus ein kulturhistorischer Bildband. Der Titel des hochwertigen Schwarzweiß-Fotobandes: „Allgäuer Bergsommer und Leben im Tal“. Dazu gesellt sich ein weiteres Kapitel: „Gesichter Europas“. Der Bildband „Allgäuer Bergsommer und Leben im Tal“ aus der Edition Allgäu bildet die Klammer zwischen den Ausstellungen. Alle drei Themenbereiche sind auf 144 Seiten aufgeblättert. Der Bildband ist direkt beim Verlag Hephaistos, Lachener Weg 2, 87509 Immenstadt-Werdenstein, Tel. 08379/728016 oder im Büchershop unter www.heimat-allgaeu.info) zu beziehen. Im Allgäuer Buchhandel und in den drei Museen ist der Band mit der ISBN-Nummer 978-3-931951-50-4 erhältlich - ebenso beim KREISBOTE in der Grüntenstraße 30a in Sonthofen.

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