Zeuge der Vermessung bei Eschach

Historischer Gradmessungspfeiler im Kürnacher Wald

Der Gradmessungspfeiler im Kürnacher Wald aus dem 19. Jahrhundert.
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Der Gradmessungspfeiler im Kürnacher Wald aus dem 19. Jahrhundert.

Eschach/Sonthofen – Die Überreste eines europäischen Großprojekts: Die sogenannte Europäische Gradmessung im Kürnacher Staatswald.

Wie groß ist die Erde und welche Form hat sie – diese Fragen stellte sich die Menschheit lange Zeit.

Um die Größe und Figur der Erde genau zu bestimmen, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die „Europäische Gradmessung“ unter Führung des preußischen Generalleutnants Johann Jacob Baeyer ins Leben gerufen. 16 europäische Staaten schlossen sich 1867 mit dem Ziel zusammen, über Dreiecks- und Winkelmessungen die Größe und Form der Erdkugel herzuleiten. Wissenschaftler aus ganz Europa legten ein Dreiecksnetz von Skandinavien bis Sizilien an und arbeiteten in dieser Messungskampagne erstmals zusammen.

Stummer Zeuge

Ein zentraler Ausgangspunkt der Gradmessung findet sich auf dem Berg Änger im Kürnacher Staatswald. Ein Pfeiler aus Beton samt Inschrift ist der letzte verbliebene Zeuge der Erdvermessung im Revier von Förster Simon Lipp. Er pflegt den südlichen Teil des Kürnacher Staatswalds. „Die Errichtung des Pfeilers und die Vermessung in dem von Gräben und Schluchten durchzogenen Kürnacher Wald muss die Menschen damals vor so einige Schwierigkeiten gestellt haben“, ist sich Förster Lipp sicher. Die Zeit hat ihre Spuren an dem Gradmessungspfahl hinterlassen. Der mit Moosen, Flechten und Rissen überzogene Pfeiler aus den Jahren 1864 bis 1877 fällt nur den wenigsten Waldbesucherinnen und -besuchern auf. Versteckt hinter alten Bäumen fristet er seit knapp 150 Jahren ein stilles Dasein und ist schon nahezu mit seiner Umgebung verschmolzen.

Naturnaher Forst

„Der Wald ist eine Kulturlandschaft. Überall finden sich Spuren“, erklärt Sonthofens Staatsforsten-Chef Jann Oetting, „so zum Beispiel die des europäischen Großprojekts der Vermessung.“ Diese sei übrigens ein besonderes Zeichen der frühen friedlichen Zusammenarbeit in Europa. Seit Jahrhunderten, so Ötting weiter, werde der heimische Wald bewirtschaftet und gepflegt. Neben dem wichtigen Rohstoff Holz biete er den Menschen auch Ruhe und Natur. Für die Wälder, da ist sich Oetting sicher, gebe es kein besseres Konzept als die naturnahe Forstwirtschaft.

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