Oberstdorf: Hochwasserschutz für die Dummelesmoos Siedlung wird verbessert

Sicherer wohnen

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Die provisorische Mauer Schutzmauer trennt derzeit den Oybele-Parkplatz von den vom Unwetter betroffenen Häusern.

Oberstdorf – Die Anlieger des Dummelsmoos Siedlung dürfen sich bald sicherer fühlen. Der Bauausschuss des Oberstdorfer Gemeinderates befürwortete einstimmig die Pläne für die Sicherung des Roßbichl­baches. Im Juni vorigen Jahres waren die Anwohner von den Wasser- und Schlammmassen, die über den Roßbichlgraben zu Tal gingen, überrascht worden. Mehrere Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt und waren erst nach Monaten wieder bewohnbar.

Auch in der Siedlung am Faltenbach wurden Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen. Hier müssen die Anwohner noch auf Schutzmaßnahmen warten. Die Aufräumungs- und Wiederherstellungsarbeiten zur Beseitigung der Unwetterschäden haben die Gemeinde über 720.000 Euro gekostet.

Nach dem Unwetter wurde der Roßbichlbach provisorisch in ein neues Bachbett in Richtung Norden umgelegt und Schutzdämme errichtet. Der Markt Oberstdorf stellte beim Wasserwirtschaftsamt Kempten einen Antrag auf Wildbachausbau um die Wohnbebauung vor erneuten Gefahren zu schützen. Die Maßnahmen sehen vor, dass nach dem Austritt aus dem steilen Waldgelände ein Murenauffangbecken Steine und Felsbrocken aufhält. Was an Schlamm und Wasser übrigbleibt, soll in einem mit Deichen gesicherten Bett an dem Wohngebiet vorbei zu Tal fließen.

Bei Baubeginn im Juni sollen die Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die Hauptlast der Kosten übernimmt der Freistaat, da es sich um ein Extrem-Ereignis gehandelt hat. Die Gemeinde ist mit vorläufig 120.000 Euro im Boot.

Weiter auf eine zufriedenstellende Lösung müssen die Bewohner der Faltenbachsiedlung warten. Erste Bauarbeiten sollen zwar in diesem Jahr beginnen, aber Untersuchungen sollen noch aufzeigen, wie hoch die Abflussmengen waren und welche Schutzkonzepte möglich sind. Die Schwachstellen sind hier zwei Tobel, die vom Kühberg herabziehen. Sie enden in kleinen Kiesfängern bevor das Wasser dann unterirdisch durch Rohre in die Trettach geleitet wird. Derzeit wird ein Teil der Häuser mit einer provisorischen Betonmauer Richtung Oybele-Parkplatzes geschützt. Beim Starkregen im Juni waren die beiden Kiesfänger überlastet. Das Wasser suchte sich seinen Weg durch die Bebauung. Erste Pläne, eine gezielte Ableitung des Niederschlagswassers im Einzugsgebiet des Kühberg und die Ableitung über befestigte Geländemulden, wurden verworfen. Ziel ist es, die Tobel zu sichern um die Kiesfänger zu entlasten. Die Nebelhornbahn AG soll aufgefordert werden, ihren Beitrag bei der Entwässerung des Parkplatzes zu leisten.

„Die Anwohner sind es leid vertröstet zu werden“, so die Anliegerin Christine Linke. Die Betroffenen fordern, dass die Schutzmaßnahmen möglichst schnell begonnen werden und überlegen rechtliche Schritte, auch weil es Überlegungen gebe, sie unter Umständen an den Kosten zu beteiligen. „Das kann ja wohl nicht war sein, dass wir nach den Schäden noch einmal zur Kasse gebeten werden sollen.“ Sie wundert sich auch darüber, dass bei ihnen das Wasserwirtschaftsamt nicht eingeschaltet worden sei und fordert, die Anwohner stärker als bisher mit in die Planungen einzubeziehen.

Heinrich Bonert

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