Hochwasserschutz an der Ostrach voll im Zeitplan

Mehr Sicherheit für die Stadt

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Der milde Winter begünstigt die Baumaßnahmen an der Ostrach.

Sonthofen/Burgberg – Bis 2016 sollen die Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Ostrach fertiggestellt sein. Sie dienen dem Schutz großer Teile Sonthofens und Burgbergs. Über den aktuellen Stand der Bauarbeiten informierte vergangene Woche das Wasserwirtschaftsamt.

Entlang der Ostrach – von ihrer Mündung bis nach Binswangen – wird seit 2011 bis vorraussichtlich 2016 über eine Länge von insgesamt 4,3 Kilometern die Hochwasserverbauung vorangetrieben. Gesamt- kosten: rund 23 Millionen Euro. Bislang sind die Maßnahmen zum Hochwasserschutz auf rund 1,6 Kilometern Länge von der Mündung der Ostrach in die Iller bis kurz vor die Burgberger Brücke fertiggestellt. Die aktuellen Bauarbeiten rund um die Brücke stellten alle Beteiligten vor große technische Herausforderungen.

Begonnen haben die Hochwasserschutzmaßnahmen 2011 am Ortwanger Baggersee, erzählt Franz Schöllhorn vom Wasserwirtschaftsamt Kempten. Die Einmündung der Ostrach in die Iller sei verbreitert , der Damm erhöht und befestigt und die Fußgänger- brücke 300 Meter flußaufwärts verlegt worden. Die bestehenden Deichkörper konnten belassen werden, insgesamt wurden die Deiche jedoch erhöht. Teils seien die Deiche mit Erdbetonwänden stabilisiert worden, im Bereich des Wasserschutzgebietes Ortwang mussten jedoch fünf bis sieben Meter lange Stahlspundwände ins Erdreich getrieben werden, um die Stabilität der Deiche zu gewährleisten. 

Mittlerweile sind die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Ostrach auf rund 1,6 Kilometern Länge von der Mündung des Wildbaches in die Iller flußaufwärts bis kurz vor der Brücke nach Burgberg umgesetzt, das ist etwa ein Drittel des 4,3 Kilometer langen Projektgebietes. 

Seit Oktober 2013 laufen die Bauarbeiten im Bereich der Burgberger Brücke, der Einmündung der Starzlach und des Tiroler Wehrs. Wasserwirtschaftsamt, der städtische Bauhof und auch die Gemeinden Sonthofen und Burgberg nahmen die Beschwerden von Anwohnern, insbesondere was die Lärmbelästigung durch das Einsetzen der Spundwände angeht, ernst und bemühten sich, Lösungen zu finden, sagte Bauhofleiter Klaus Häger. Eine Anwohnerin bestätigte dies gegenüber dem Kreisbote. 

Das Gewässerbett der Ostrach wird in diesem Bereich um etwa 1,5 Meter eingetieft, die Gewässerböschungen angepasst. Diese Arbeiten zogen weitere Anpassungsarbeiten nach sich, erläutert Michael Weber vom Wasserwirtschaftsamt, so mussten unter anderem Gas- und Wasserleitungen tiefer- und umgelegt werden, die Ufermauer zwischen den Brücken an der Starzlachmündung musste neu gebaut werden, die Brückengründung durch zehn Meter in das Erdreich gebohrte Bodennägel gesichert und die Gewässersohle im Bereich des Brückenbauwerks gesichert werden. Der Fund von historischen Holzbalken im Bereich der Brücke (der Kreisbote berichtete) verzögerte die Baumaßnahmen jedoch nicht. Der Zeitplan konnte durch die günstige Witterung der letzten Monate mit wenig Niederschlag und moderaten Temperaturen voll eingehalten werden. Mit der Schneeschmelze und den erhöhten Wasserständen müssen die Bauarbeiten im Gewässer im Frühjahr unterbrochen werden und können im Herbst weitergeführt werden. 

In diesem Jahr werden die Hochwasserschutzmaßnahmen flußaufwärts weiter geführt. So soll unter anderem eine Hochwasserschutzmauer im Bereich der Ostrachstraße erhöht werden und im Bereich der Grüntenkaserne das Gewässerbett verbreitert werden. Derzeit laufen bereits Rodungsarbeiten. 

Landrat Gebhard Kaiser betonte, wie wichtig die Hochwasserverbauung sei. „Im letzten Jahr haben wir Glück gehabt”, sagte er. Das Finanzierungsmodell für die Maßnahmen sei „solidarisch”, auch Gemeinden, die keine Hochwasserprobleme haben, finanzieren sie durch den Kreishaushalt mit. Insgesamt habe der Landkreis bislang mehr als 12 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Mit 6,9 Millionen Euro müssten sich Landkreis und Gemeinde an den Baumaßnahmen an der Ostrach beteiligen. 2,3 Millionen davon trage der Landkreis, 3,8 Millionen die Stadt Sonthofen und 800.000 Euro die Gemeinde Burgberg. 

„Wir freuen uns, dass es so zügig vorangeht”, sagte Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl. Mit den Maßnahmen an der Ostrach würden neben den Anwohnern einige der wichtigsten und wirtschaftsstärksten Unternehmen der Kreisstadt geschützt. Die ursprüngliche Planung, die Ostrach erst bis 2019 fertigzustellen, sei „nicht zumutbar gewesen”, laufe der Wildbach doch „quer durch die Stadt”. Deshalb sei es ihm auch „unverständlich”, wenn sich „Anwohner wehren, auch nur einen Quadratmeter Grund” für den Hochwasserschutz herzugeben. 

Burgbergs Bürgermeister Dieter Fischer erinnerte daren, dass die Burgberger Ortsteile Ortwang und Häuser sehr stark vom Pfingsthochwasser betroffen waren. 800.000 seien im Burgberger Haushalt „kein Pappenstiel”, jedoch könne nach Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahmen wieder in andere Sachen investiert werden.

Eva Veit

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