Ehrenring für den Alt-Landrat

+
Landrat Anton Klotz (rechrts) zeichnete den jüngsten „Alt-Landrat“ des Oberallgäus, Gebhard Kaiser (links), mit dem Goldenen Ehrenring“ des Landkreises aus.

Kurz vor seinem 70. Geburtstag wurde dem früheren Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser der Goldene Ehrenring des Landkreises verliehen. Der Kreistag würdigte die Verdienste Kaisers um den Landkreis Oberallgäu und die Belange der Kommunalpolitik mit der Verleihung der Ehrenbezeichnung „Alt-Landrat“.

„Alleine kann man nichts bewirken“, brachte der ehemalige Landrat Gebhard Kaiser seine Erkenntnis aus einer mehr als 40-jährigen kommunalpolitischen Erfahrung auf den Punkt. Gerührt und dankbar sei er über die beiden Ehrungen. „Ich habe gerne in der Politik gearbeitet und gewirkt. Ich danke allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben.“ Kaiser weiter: „Es ist nicht mein Verdienst. Es ist ein gemeinsamer Verdienst.“

Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz würdigte das langjährige Engagement Kaisers und skizzierte dessen politische Laufbahn. Die „ersten kommunalpolitischen Spuren“ habe Kaiser bereits in den 1970er Jahren gelegt, als er als Vorsitzender der Kolpingsfamlie eine „kritische, progressive Haltung“ gegenüber der heimischen Gemeindepolitik formulierte. Getreu dem Motto Adolph Kolpings „Mutig voran – Gott wird für eine gute Zukunft sorgen“ stieg Kaiser als junger Wiggensbacher Bürgermeister 1975 hauptamtlich in die Kommunalpolitik ein. Elf Jahre später wurde er in den Bayerischen Landtag gewählt. „Dort entwickelte er sich schnell zu einem auffälligen Abgeordneten, der manchem Minister oder bürokratischen Staatsdiener zum unangenehmen Widersacher wurde“, so Klotz in der Würdigung. In der Folge bekleidete Kaiser zahlreiche politischen Ämter und Posten in Gremien und Verbänden. 18 Jahre (1996 bis 2014) war Gebhard Kaiser Landrat des Landkreis Oberallgäu. Neben vielen anderen Verdiensten sei etwa die Erfolgsgeschichte des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft ZAK genauso maßgeblich Kaiser zuzuschreiben wie die Neuaufstellung der Kliniken im Landkreis. „Und, und , und...“, schloss Klotz seine lange Aufzählung. „Da gehört schon mehr dazu, als einen Posten nur gut auszufüllen.“

Voller Energie und unerreichtem Fleiß

Kaiser sei weit über 40 Jahre kommunal- und landespolitischg aktiv gewesen und habe damit fast zwei Drittel seiner Lebenszeit der politischen Arbeit auf den verschiedenen Ebenenen von Gemeinde, Landkreis, Bezirk und Freistaat gewidmet. Kaiser habe in dieser Zeit immer eines getan, so Klotz: „Er hat für unseren Landkreis, für unsere Gemeinden und damit für unsere Gemeinschaft erfolgreich gearbeitet. Er ist mit Mut, Entscheidungsfreude, überlegt und manchmal auch mit spür- und hörbarem Nachdruck an die Lösung von Aufgaben und Problemen herangegangen.“

Die Lebensleistung Kaisers verdiene große Hochachtung. „Du warst ein Kommunalpolitiker mit großer Energie und einem unerreichten Fleiß. Du bist ein Macher durch und durch und erst zufrieden, wenn die Deiner Meinung nach richtigen Ergebnisse vorliegen und das Ziel nach Deinen Vorgaben erreicht ist.“

Permanente konstruktive Unruhe

Gegenwind habe ihn, Kaiser, nie geschüttelt, meinte Landrat Klotz in seiner Würdigung weiter und bemerkte: „Du bist auch in der Lage, bei einem Widerstreit von Meinungen Deine Argumente hartnäckig so lange vorzutragen, bis die Gegenseite glaubt, nie anderer Meinung als Du gewesen zu sein.“

Kaiser habe viele Ideen entwickelt und zum Nutzen des Landkreises umgesetzt. Seine „permanente konstruktive Unruhe“ habe sich für den Landkreis außerordentlich günstig ausgewirkt, brachte Klotz das langjährige Engagement Kaisers auf den Punkt. Daher freue es ihn ganz besonders, ihm auf einstimmigen Beschluss des Kreistages den Titel „Altlandrat“ zu verleihen und ihm den Ehrenring des Landkreises Oberallgäu überreichen zu dürfen. „Dein politisches Wirken war und ist uns Beispiel und für uns alle ein Vorbild!“

Pragmatisch und nüchtern und doch sichtlich gerührt, schrieb der neue Altlandrat postwendend „mindestens 50 Prozent“ der Auszeichnung seiner Frau Brigitte zu. Als sie in den 1970er Jahren den frischgebackenen Kommunalpolitiker geheiratet habe, „wusste sie nicht, was sie sich da einhandelt“. Und an die Kreistagsmitglieder richtete Gebhard Kaiser den leidenschaftlichen Appell: „Stärken Sie die Kommunalpolitik. Lassen Sie sich nicht durch Gutachten leiten, setzen Sie immer auf den eigenen gesunden Menschenverstand!“

gts

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Gewinnspiel: Wir verlosen Karten für die Dance Show "Don't stop the Music"
Gewinnspiel: Wir verlosen Karten für die Dance Show "Don't stop the Music"
Lawine trifft Balderschwanger Hotel
Lawine trifft Balderschwanger Hotel
Immenstadt Unverpackt
Immenstadt Unverpackt

Kommentare