Schlechte Stimmung

IHK Schwaben fordert weitere Unterstützung für Handel und Gewerbe

Leere Fußgängerzone in Oberstdorf
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Oberstdorf wie ausgestorben. Die Stimmung beim Einzelhandel hat sich nach dem „Zwischenhoch“ im September mit dem zweiten Lockdown wieder verschlechtert.

Allgäu – Die steigenden Infektionszahlen und Verschärfungen der Corona-Maßnahmen versetzen die bayerisch-schwäbischen Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen in Alarmstimmung. Besonders massive wirtschaftliche Auswirkungen befürchten die Unternehmen aus Gastronomie, Tourismus, Messe- und Veranstaltungsgewerbe sowie der innerstädtische Einzelhandel, so das Ergebnis einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), an der sich auch die IHK Schwaben beteiligt hat.

„Während wir Ende September von einer wieder anziehenden Konjunktur in Bayerisch-Schwaben berichten konnten, hat sich die Stimmung nun wieder merklich verschlechtert“, stellt Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben, fest.

Die Auswertung der Umfrage für Bayerisch-Schwaben zeigt die alarmierende Lage in der Region: Bereits jetzt verzeichnen branchenunabhängig 57 Prozent aller befragten Unternehmen eine sinkende oder komplett ausfallende Nachfrage wegen der Corona-Maßnahmen. Bei einer Verlängerung des zweiten Lockdown rechnet jedes dritte Unternehmen mit weiteren Umsatzeinbußen von über zehn Prozent bis zum Jahresende. „In den stark betroffenen Branchen geht es schon jetzt für viele ums nackte Überleben, da die Unternehmen in den vergangenen Monaten ihre liquiden Mittel und ihr Eigenkapital aufgebraucht haben“, sagt Kopton.

„Wenn der derzeitige Lockdown verlängert wird, befindet sich nach eigener Aussage 17 Prozent der Betriebe in einem Liquiditätsengpass, 13 Prozent reden sogar von Insolvenzgefahr“, warnt Kopton weiter. Die IHK Schwaben fordert gemeinsam mit den anderen Industrie- und Handelskammern in Bayern die gezielte und damit auch Steuermittel sparende Fortsetzung der Zuschussprogramme für die Wirtschaft, die Hand in Hand mit Corona-Einschränkungen entwickelt werden müssen. Beispielgebend sei die Möglichkeit des steuerlichen Verlustrücktrags auf drei Jahre, damit Corona-Verluste mit Unternehmensgewinnen verrechnet werden könnten.

Annähernd jeder zweite Arbeitgeber musste aufgrund von Quarantäne- oder Isolationsmaßnahmen bereits auf Mitarbeiter verzichten. Daher warnen der BIHK und die IHK Schwaben vor einer substanziellen Schließung der Schulen und Kinderbetreuung. Dies wäre für die Unternehmen ein schwerer Schlag, da viele Mütter und Väter schon jetzt aufgrund der Corona-Krise vor großen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen. Fast 57 Prozent der Unternehmen haben Probleme, da Beschäftigte aufgrund verzögerter Testergebnisse in Quarantäne bleiben müssen.

„Die Krise trifft nicht nur die Unternehmen, die aufgrund des Lockdowns unmittelbar schließen mussten. Es gibt nur ganz wenige Unternehmen, die im laufenden Jahr mit einem Umsatzplus rechnen. Daher brauchen wir überall dort, wo die Folgen besonders dramatisch sind, gezielt und vor allem schnelle und unbürokratische Unterstützungsmaßnahmen der Politik“, fordert Kopton. Als sinnvolle Maßnahmen nennen die Befragten neben der Ausweitung der steuerlichen Verlustverrechnung (48 Prozent), die Verlängerung der Mehrwertsteuer-Senkung (45 Prozent), die Ausweitungen der Außerordentliche Wirtschaftshilfe (40 Prozent) sowie der Überbrückungshilfe III (38 Prozent).

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