Ein Anliegen der Wirtschaft

IHK-Spitzen geben klares Bekenntnis zum Ausbau der B 12 ab

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Die B 12 bei Jengen: Hier soll der erste Bauabschnitt für den Ausbau beginnen.

Allgäu– In der Diskussion um den Ausbau der Bundesstraße B 12 haben die IHK-Regionalvorsitzenden Peter Leo Dobler für Kaufbeuren und das Ostallgäu sowie Markus Brehm für Kempten und das Oberallgäu ein klares Bekenntnis zu diesem Vorhaben abgegeben: „Diese Straße ist ein Anliegen der Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen im östlichen und südlichen Allgäu.“

„Es bringt nichts, jetzt noch einmal die zwanzig Jahre alten Argumente auszutauschen“, erklärt Brehm mit Blick auf die in einigen Gemeinden aufgeflammten Proteste und auf das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt südlich von Jengen/Buchloe.

„Es gab und gibt einen breiten gesellschaftlichen Konsens im Allgäu, dass der Ausbau der B 12 erforderlich ist – für die Erreichbarkeit der Wirtschafts- und Tourismusregion Allgäu ebenso wie für die Sicherheit der Menschen, die dort fahren“, so Dobler. Jahrzehntelang habe die Region gemeinsam und mit viel Nachdruck um eine hohe Einstufung des Vorhabens im Bundesverkehrswegeplan gekämpft, die dann 2016 gelungen sei. „Das jetzt alles in Frage zu stellen wäre wie einen Marathon hundert Meter vor der Ziellinie ohne Not abzubrechen.“

Straße für starke Branchen

Die beiden Unternehmensvertreter untermauern die Notwendigkeit des Ausbaus auch mit neuen Zahlen vom Juni 2020, die die IHK Schwaben bei der Prognos AG zur Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstruktur in Auftrag gegeben hatte. So sei der Maschinenbau im Allgäu 2,8-mal so stark lokalisiert wie im Bundesdurchschnitt; der Beschäftigtenanteil in dieser Branche im Allgäu also knapp drei Mal so hoch wie deutschlandweit und liege damit sogar noch über dem Wert für Gesamt-Schwaben (2,2).

Standortvorteil optimale Anbindung

Ein überraschendes Ergebnis der Prognos-Untersuchung: Die sechs Branchen mit dem höchsten Lokalisationsgrad im Allgäu zählen zur Industrie (Maschinenbau, Papier/Pappe, sonstiger Fahrzeugbau/Luftfahrzeugbau, Elektro, Ernährung/Getränke, Gummi/Kunststoff); erst danach folgt der Tourismus / das Gastgewerbe.

„Gerade die Industrie und das verarbeitende Gewerbe sind auf die schnelle Anlieferung von Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen, ebenso wie auf den Abtransport ihrer Waren zu den Absatzmärkten im In- und Ausland. Dafür unverzichtbar ist eine optimale Verkehrsanbindung, und dies gerade an einem Standort, der bundesweit gesehen alles andere als zentral liegt“, betont Markus Brehm. Und Dobler weiter: „Eine ausgebaute B 12 ist ein bedeutender Wettbewerbsfaktor für die im Allgäu ansässigen Unternehmen abseits der A 96. Und eine vierspurige Bundestraße ist ein wichtiges Argument im Bemühen um neue Ansiedlungen, wie das Beispiel der vierspurigen B 17 von Landsberg bis nach Augsburg zeigt. Denn einfacher wird es angesichts der Corona-Krise nicht werden, neuen Unternehmergeist in die Region zu bringen.“

Als Träger öffentlicher Belange werde die IHK Schwaben daher in der bis 17. August laufenden Anhörung der Regierung von Schwaben zum ersten Planungsabschnitt dem Ausbau zustimmen und sich auch weiterhin für den vierspurigen Ausbau der Gesamtstrecke der B 12 einsetzen. Dobler und Brehm abschließend: „Die wirtschaftliche Stärke des Allgäus resultiert vor allem daraus, dass es gelungen ist, neben dem Tourismus auch die Industrie zu einer strukturprägenden Branche zu entwickeln. Dazu braucht es Verkehrswege, und die B 12 ist einer der wichtigsten im Allgäu.“

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