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Karl Laurer: Vom Allgäuer Bauernbub zum Priester in Südamerika

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Portrait: Priester Karl Laurer
Mit 90 noch voller Tatkraft: Karl Laurer aus Bad Hindelang ist Seelsorger in Südamerika. © Privat

Bad Hindelang – Karl Laurer, im November 1932 in Bad Oberdorf geboren, ist seit 1963 Seelsorger in Südamerika.

Nach einem Studium der Theologie wartete Laurer auf eine Berufung als Seelsorger nach Südamerika. In der Zeit bis dahin verdingte sich Laurer unter anderem als Orangen- und Bananensortierer im Hamburger Hafen, bis er 1963 die Priesterweihe in Hindelang empfing.

Nachdem ihm der Bischof von Coro, Venezuela, eine Seelsorgestelle in den Stadtrandgebieten und Armenvierteln von Coro zugesagt hatte, wirkt Karl Laurer dort seit nunmehr 59 Jahren.

Mit den geringsten Mitteln wie auch zahlreichen Spenden aus seiner Heimat im Allgäu und von seinem Gehalt, errichtete Karl Laurer in dieser Zeit unter anderem ein Pfarrhaus mit Jugendzentrum, Einfamilienhäuser für obdachlose Familien, ein Priesterseminar, neun Kirchen und zahlreiche andere Bauten. Um Kosten zu sparen, verzichtete Karl Laurer auf einen Architekten, zeichnete die Pläne selber und legte bei allen Bauten selbst Hand an.

Zudem gründete Laurer die Pfadfinderbewegung in Coro und anderen Orten in Venezuela mit einem Förderprogramm für Kinder und Jugendliche.

Mit Jesus gegen die Unterdrückung

Sein Wirken in der Befreiungstheologie machte ihn beim Geheimdienst (DISIP) verdächtig. Einer Entführung durch die Polizei entkam er nur durch Zufall. Auch aus Ecuador, wo er einige Jahre seine Arbeit fortsetzte, musste er wieder nach Venezuela zurückkehren, da dort ein Erschießungskommando auf ihn angesetzt war.

Dazu meint er lakonisch: „Die Sympathie für die Befreiungstheologie hat mich noch verwundbarer gemacht. Wenn ein Seelsorger in Ländern, wo es Repression gibt, nicht verfolgt wird, wirkt er nicht im Sinne Jesu.“

Karl Laurer setzt seinen Weg bis heute fort, da es immer noch zu viele arme Familien in Venezuela gibt, die von staatlicher Hilfe ausgeschlossen sind. In seinem Heimatort sammelt er regelmäßig Spenden.

Hindelanger Heft Nr. 22:

„Karl Laurer, Vom Allgäuer Bub zum Priester in Süd-Amerika“, 48 Seiten mit Farbfotos,
7,80 Euro
Ursus Verlag 2022

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