"Impuls" will Trittbrettfahrer ausbremsen – Tourismus lahmt

Immenstadt schwächelt

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Trotz des Regenwetters konnte „Impuls“ beim Verkaufsoffenen Sonntag viele Leute mobilisieren. Dennoch: Den „Trittbrettfahrern“ im Kreis der Einzelhändler will die Arbeitsgemeinschaft auf die Finger klopfen.

Immenstadt – Zwei Tage nach dem jüngsten Verkaufsoffenen Sonntag war die Jahreshauptversammlung der „Arbeitsgemeinschaft pulsierendes Immenstadt“ Anlass für eine Standortbestimmung. Ein Punkt auf der Tagesordnung: "Trittbrettfahrer" zur Kasse bitten.

Die Versammlung sprach sich angesichts eines wenig erfreulichen Kassenbestandes mehrheitlich für eine Regelung aus, die in Zukunft Nichtmitglieder zur Kasse bitten soll, wenn die Arbeitsgemeinschaft Impuls Veranstaltungen durchführt und letztlich finanzieren muss. Wer von Veranstaltungen profitiere, die Impuls auf die Beine stelle, soll auch mitzahlen, so die Devise, mit der man Trittbrettfahrer ausbremsen will.

„Wir stagnieren, weil wir die Interessenten nicht bedienen können.“ Mit dieser knappen Beschreibung charakterisierte Bürgermeister Armin Schaupp die Situation Immenstadts bei der touristischen Ausrichtung. Was fehle, seien attraktive, zeitgemäße Beherbergungsbetriebe – in der Stadt genauso wie an der Peripherie. „Wir sind in dieser Hinsicht schwach aufgestellt.“ Möglicherweise komme man beim Hotelprojekt am Großen Alpsee doch noch weiter, hofft Schaupp auf eine baldige Stadtratsentscheidung. Anfang des Jahres hatte eine neue Investorengruppe einen neuen Entwurf vorgestellt.

Die gleiche „Schwäche“ wie Bürgermeister Schaupp macht auch Alfred Becker von der Wirtschaftsförderung der Stadt aus. „Tourismus schafft Umsatz“, bachte er seine Erfahrung auf den Punkt. Umso enttäuschender seien die aktuellen Zahlen: „Eigentlich desaströs!“ Während sich das Allgäu derzeit „absolut im Aufwind“ zeige, verzeichne Immenstadt einen Einbruch der Gästeankünfte (minus 3,5 Prozent) und der Übernachtungen (2,4 Prozent weniger).

Die Ursachen der Schwäche? Becker macht die Flaute an der Qualität und an der Kapazität fest. Das liege zum einen an der Altersstuktur der Anbieterbetriebe. Nach dem Motto „das tut‘s schon noch“ zögerten viele die längst fälligen Modernisierungen hinaus, zumal man diese Neuausrichtung ohnehin lieber der Nachfolgegeneration überlasse. Zudem sei ein Viertel der Beherbergungsbetriebe noch nicht im Internet vertreten.

Dass es auch an der Kapazität liege, stelle er, Becker, gerade im Vorfeld des BR-Outdoor-Festivals fest: es sei offenbar nicht möglich, den Tross des Organisationsteams in der Stadt unterzubringen. Becker: „Uns tut jedes Bett gut.“ Es sei fatal, sich ausschließlich auf den Tagestourismus zu verlegen. „Übernachtungen sind im Tourismus ein wichtiges Element“, betonte Becker.

Ein „Dauerproblem“ der Arbeitsgemeinschaft Impuls soll jetzt gelöst werden. Impuls will in Zukunft „Trittbrettfahrer“ zur Kasse bitten, die Veranstaltungen der Impuls-Mitgliedsbetriebe nutzen, ohne selbst einen Beitrag dazu zu leisten. Aktueller Auslöser ist laut Kassier Bene Wiedemann die Tatsache, dass Impuls in Zukunft keine Unterstützung durch die Stadt mehr erwarten könne. Das Defizit der jüngsten Jahresabrechnung konnte nur durch einen Überschuss aus dem Vorjahr ausgeglichen werden. Geschäfte, die nicht Impuls-Mitglied sind aber dennoch während Impuls-Veranstaltungen wie etwa Verkaufsoffenen Sonntagen „Geschäft machen“ wollen, müssen dann zahlen.

Josef Gutsmiedl

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