Immenstadt verkauft sein Schloss

Die Stadt Immenstadt verkauft das Schlossgebäude an einen Investor aus dem Oberallgäu. Diese Grundsatzentscheidung hat der Stadtrat vor kurzem getroffen. Die Stadt hat im Jahr 2005 das Schlossgebäude am Marienplatz vom Freistaat Bayern erworben. Dieser hat sich seinerzeit aus fiskalischen Gründen von etlichen seiner Immobilien getrennt. Mit dem Erwerb dieses im Stadtzentrum städtebaulich dominierenden Baudenkmals war die Absicht verbunden, das Gebäude zu sanieren. Es wurde denn auch eine eingehende bauhistorische und dendrochronologische Untersuchung durchgeführt.

Letztlich konnte aber dann aufgrund verschiedener Umstände, insbesondere wegen der Haushaltsituation der Stadt und anderer vorrangiger Aufgaben die Sanierung nicht in Angriff genommen werden. Den mit einer grundlegenden Sanierung verbundenen Millionenaufwand kann die Stadt in absehbarer Zeit nicht schultern. Es bedürfe ohnehin, so Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp, schon größter Anstrengungen, überhaupt die Pflichtaufgaben wahrnehmen zu können. Das Stadtoberhaupt freut sich, dass ein geeigneter Investor gefunden werden konnte, dem persönlich an einer baulichen Aufwertung des Schlossgebäudes sehr gelegen ist. Einen Namen will er noch nicht nennen. Zuerst soll der Kaufvertrag unterschriftsreif sein. Der Stadtrat hat die in den Kaufvertrag aufzunehmenden Eckpunkte beschlossen. In intensiven Vorverhandlungen wurde Einvernehmen über eine weiterhin öffentliche Nutzung des Schlosssaales mit seinen Nebenräumen zum Beispiel für Konzerte, Ausstellungen und dergleichen erreicht. Auch für einen weiteren längerfristigen Verbleib des Staatlichen Vermessungsamtes und der Gästeinfo im Schloss wurden bereits die Weichen gestellt. Der Investor wird die dringend notwendige Sanierung des Schlossgebäudes bereits im kommenden Jahr in Angriff nehmen. Diese Zusage wird in geeigneter Weise abgesichert. Das Sanierungs- und Nutzungskonzept ist in eine kleine und in eine große Lösung aufgeteilt. Die kleine Lösung ist auf eine Substanzerhaltung und Sanierung des Gebäudes ausgerichtet. Dabei werden zum einen die Räume saniert und das Gebäude auf einen aktuellen brandschutztechnischen Standard gebracht. Ferner wird eine grundlegende Sanierung der Fassade und des Dachstuhls vorgenommen. Der Stadtrat hat sich mit deutlicher Mehrheit für die darüber hinausgehende große Lösung, die auch eine Überdachung des Innenhofes vorsieht, ausgesprochen. Der Innenhof soll für die unterschiedlichsten Nutzungen, wie Durchführung des Wochenmarktes, Veranstaltungen und Konzerten dienen. Bürgermeister Armin Schaupp ist überzeugt, dass sich die Privatisierung des Schlosses in jeglicher Beziehung für die Stadt auszahlen werde.

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