Bürgerversammlung in Immenstadt

Hotelprojekt als Rettungsring

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Bürgermeister Armin Schaupp erläuterte die Bedeutung des Hotelprojektes in Bühl für die wirtschaftliche Entwicklung Immenstadts.

Immenstadt - Bürgermeister Armin Schaupp informierte in der jüngsten Bürgerversammlung über die Stadt- und Finanzentwicklung und besonders auch über das in Bühl geplante neue Hotel. Am 22. Februar wird hierüber ein Bürgerentscheid in Immenstadt stattfinden.

Zunächst präsentierte Schaupp den Bürgern die aktuelle Finanzlage. Der Stadtrat, so berichtete Schaupp, habe das Finanzproblem angepackt; erste Fortschritte seien zu erkennen. So habe Immenstadt die anfängliche negative Investitionskraft umkehren können. Die Verschuldung würde nicht weiter zunehmen. „Die Verschuldung ist eingefroren!“ verkündete Bürgermeister Schaupp.

Die Stadt plane mit einer jährlichen Investitionskraft in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro. Um diese Summe zur Verfügung zu haben, müsse aber in anderen Bereichen noch Kosten eingespart oder neue Einnahmen erhoben werden. Deshalb werde der Betriebshof nochmals unter die Lupe genommen werden. Für die Ganztagesschule und den Kinderhort werde ein neues Konzept erarbeitet werden, bei dem durch eine Zusammenlegung beider Einrichtungen eine Kostenersparnis erzielt werden könnte. Zudem müssten die Kindergartengebühren erhöht werden.

Die Finanzierung der Immenstädter Schulen mit einem Mittelbedarf in Höhe von rund 30 Millionen Euro sei nur mit einer Sonderfinanzierung über 20 bis 30 Jahre möglich. Parallel dazu müsse aber ein Schuldenabbau und eine Steigerung der Wirtschaftskraft erfolgen.

Für eine Steigerung der Immenstädter Wirtschaftskraft bedürfe es in den Bereichen Gewerbe, Einzelhandel und Tourismus wichtiger Impulse, meinte Schaupp.

Um höhere Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen, sei es erforderlich, neue Gewerbegebiete auszuweisen. Neue Unternehmen sollen sich ansiedeln oder bestehende in Immenstadt gehalten werden.

Um den Einzelhandel zu stärken, müsse Immenstadt als Einkaufstadt attraktiver gemacht werden. Touristen und Einheimische sollen sich hier beim Einkaufen und Verweilen wohl fühlen.

„Wir brauchen eine Stärkung des Tourismus!“ forderte Schaupp. Zur Zeit sei Immenstadt im Tourismus „ein kleiner Spieler“. Die Stadt müsse was tun, um hier höhere Einnahmen zu erzielen. „Wir haben in Bühl ungenutztes touristisches Potential“, bemängelte Schaupp. Die Investitionen in das Projekt „Alpsee 2000“ seien zur Stärkung des dortigen Erholungsraumes getätigt worden. „Wir können nicht nur auf Tagestouristen setzen“, erklärte er. „Wir brauchen Übernachtungsgäste. Denn mit diesen ergibt sich eine größere Wertschöpfung.“

Investoren würden für eine Hotelansiedlung ein Alleinstellungsmerkmal benötigen, so Bürgermeister schaupp weiter. Eben dies könne Immenstadt mit seinem Tourismuskonzept und mit dem Platz in Bühl am Großen Alpsee bieten.

Die Stadt erhoffe sich durch den Grundstücksverkauf einen Erlös in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Darüber hinaus kalkuliere sie mit weiteren Einnahmen wie Grundsteuer, Gewerbesteuer, Kurbeitrag und Fremdenverkehrsbeitrag in Höhe von rund 80000 Euro pro Jahr. Zusätzlich sei mit einer weiteren Wertschöpfung durch die Hotelgäste in Handel und Gewerbe zu rechnen.

Bürgermeister Schaupp gab zu bedenken: „Die Entscheidung für oder gegen das Hotel in Bühl ist eine Schlüsselentscheidung für oder gegen den Tourismus in Immenstadt!“ Zudem werde eine Entscheidung für das Hotel die Glaubwürdigkeit der Stadt in den Augen weiterer Investoren stärken.

Schaupp listete den Bürgern ein umfangreiches Infrastruktur-Investitionsprogramm 2015/2020 (Wasser, Abwasser, Straße) mit Kosten in Höhe von rund 27 Millioen Euro auf. „Es ist gewaltig, aber wir werden das schaffen“, zeigte sich der Bürgermeister optimistisch.

In der anschließenden Fragerunde wurden Argumente pro und contra Hotelneubau vorgetragen. Die Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet den Alpsee“ stellten ihre Positionen dar: Dr. Rudolf Kliebhan erscheint das Hotelprojekt als nicht ausgereift. Gudrun Grebenstein erklärte, dass sie nicht gegen den Tourismus sei, sie aber das Projekt an dieser Stelle nicht für richtig halte. Walter Molt störte der „ästhetisch verbesserungsbedürftige Klotz in einer empfindlichen Landschaft“. Die Stadt solle nachverhandeln. Es stimme, dass Bühl seine Identität irgendwie verloren habe, aber dass das Hotel diese wieder zurückbringe, das glaube er nicht. Bürgermeister Schaupp forderte schließlich alle Immenstädter auf, am 22. Februar am Bürgerentscheid teilzunehmen.

Hans Ehrenfeld

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