Schaupp hat Hotelprojekt noch nicht begraben

Hotelprojekt vor Comeback

+
Auch wenn die Pläne für ein Hotelprojekt am Großen Alpsee erst einmal vom Tisch sind, will Immenstadts Bürgermeister in nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen.

Immenstadt - Ein „bewegtes Jahr“ liege hinter „Impuls“, fand die Vorstandschaft bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft pulsierendes Immenstadt. Und mit viel Engagement will Impuls auch heuer den Einzelhandel in Immenstadt voranbringen – und hofft auf entsprechende Weichenstellungen der Kommune. Keinesfalls das Handtuch werfen will Bürger- meister Armin Schaupp beim zuletzt gescheiterten Hotelprojekt.

Noch längst nicht abgehakt ist für den Bürgermeister das Hotelprojekt, das im Februar – erst einmal – in einem gescheiterten Ratsentscheid gestoppt wurde. Armin Schaupp zeigte sich in der Impuls-Versammlung sehr optimistisch: „In zehn Monaten endet die Bindefrist für diesen Beschluss. Dann starten wir wieder!“

Und auf die verdutzte Frage aus der Versammlung, ob das sein Ernst sei, sagte Schaupp entschlossen: „Meinen Sie, dass ich da nachlasse?“ Vielen in Immenstadt sei klar geworden, dass sie „falsch entschieden“ hätten. Alte Vorurteile müssten weg, so Schaupp weiter. Die vorhandenen Potenziale im Tourismus dürfe die Stadt nicht brach liegen lassen. Immenstadt brauche dringend ein Leithotel, das weitere Angebote mitziehe und belebe. Der Bürgermeister wiederholte: „In zehn Monaten ist das Rennen wieder eröffnet.“ Dann seien alle gefordert, die „damit zu tun haben“.

„Es bewegt sich viel in Immenstadt. Aber es gibt auch viele Baustellen“, fasste Anselm Schaber, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft pulsierendes Immenstadt Impuls, seine Einschätzung zusammen. Eine der Baustellen sieht Schaber in der Bahnhofstraße. Doch hier, so unterstrich Bürgermeister Armin Schaupp sogleich, gehe es im Jahr 2018 voran.

Dass es im Städtle offenbar nicht so schlecht läuft beim Einzelhandel macht Schaber am Interesse der Kemptener fest, die inzwischen regelmäßig zu den großen Veranstaltungen wie den Verkaufsoffenen Sonntagen „in den Süden“ kämen und mit Lob nicht sparten.

Kempten gelte inzwischen ein wichtiges Einzugsgebiet für Immenstadt. Immerhin sei man in einer knappen Viertelstunde mit dem Auto hier. „Es ist also nicht so, dass alles nach Kempten fährt auf der B19 neu; es geht auch andersrum...“, erinnert Schaber an die früheren Bedenken. Gut sei auch die Stimmung beim jüngsten Verkaufsoffenen Sonntag Mitte April gewesen: „Immenstadt war rappelvoll.“

Zufrieden zeigte sich der Impuls-Vorsitzende mit der erstmalig durchgeführten Mehr- wertwoche im vergangenen Sommer. Eine Wiederholung ist fest eingeplant. Es gehe bei der wichtigen Aktion nicht um Rabatte und Prozente, sondern vielmehr um das „gewisse Extra“, die pfiffige Dreingabe zum eigentlichen Einkauf. Damit hebe man sich heute ab, erklärt Petra Schaftroth, die Stellvertretende Vorsitzende, bei ihrem Ausblick auf die Aktionen des laufenden Jahres.

Stoppen will die Impuls-Vorstandschaft die Trittbrettfahrer – Einzelhändler, die ohne Mitglied der Arbeitsgemeinschaft zu sein, von den Veranstaltungen profitieren. Allein beim Verkaufsoffenen Sonntag hatte Petra Schaftroth mehr als ein Dutzend Geschäfte ausfindig gemacht, die geöffnet hatten, sich aber nicht mit Mitgliedsbeiträgen an den Kosten und der Arbeit beteiligen wollten. Ein Teil der Geschäftsleute sei zumindest so einsichtig, räumt Schaber ein, dass sie die von Impuls zugesandten Rechnungen über eine Unkostenbeteiligung bezahlten.

Die Baustellen, die man bei Impuls ausmacht, hat auch Bürgermeister Schaupp im Visier. Beim Dobler- und Hofgartenareal gehe es kaum voran. Die Stadt unterstütze städtebauliche Entwicklungsprozesse, komme aber nur sehr langsam weiter. Dobler etwa habe das Gelände einst zu einem hohen Preis erworben und wolle jetzt bei einem Verkauf nicht draufzahlen. „Den Knoten durchschlagen“ und zu einem hohen Preis kaufen, ist laut Schaupp „nicht leistbar und nicht vertretbar“.

Konkret gesucht seien Einzelhandelsflächen von 600 bis 800 Quadratmetern Größe – möglichst in 1a-Lage, ergänzte „Kümmerer“ Alfred Becker. Aber das alles stehe derzeit nicht zur Verfügung. „Wir haben gerade einmal kleine Briefmarken – 120 bis 180 Quadratmeter groß.“

Um den Tourismus voran zu bringen, wurde eine neue Alpsee-Tourismus GmbH gegründet. Sie solle, so Schaupp, „den Tourismus vermarkten, nicht nur verwalten“. Ziel sei es, die Finanzreserven der Stadt zu schonen und die Finanzkraft zu stärken. Erstes Projekt der neuen GmbH ist ein Outdoor-Parcours.

Josef Gutsmiedl

Auch interessant

Meistgelesen

Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Raubüberfall in Kempten
Raubüberfall in Kempten
Tödlicher Bergunfall am Hindelanger Klettersteig
Tödlicher Bergunfall am Hindelanger Klettersteig

Kommentare